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Als
bekennender Liebhaber des Low-Budget-Films, insbesondere der
Trash-Abteilung, ist es nichts Neues, dass man gelegentlich über
Werke stolpert, deren Storys so abstrus daherkommen, dass man
zuerst nicht weiß, ob man nun lachen oder weinen soll. Mit dem
argentinischen Genre-Vertreter "36 Pasos", der für den
internationalen Raum in "Bloody Birthday" umbenannt
wurde, schuf Regisseur Adrián García Bogliano das beste Beispiel
für einen solchen Film. Die Handlung dieser mit minimalem Budget
entstandenen Produktion ist so dämlich-abstrus und gleichzeitig
derart trashtauglich, dass jeder Fan dieser Filmgattung schon
angesichts der Inhaltsangabe Luftsprünge vor Freude machen dürfte.
Die Hoffnungen auf einen unterhaltsamen No-Brainer sind hier
demzufolge also mehr als berechtigt, doch leider wird "Bloody
Birthday" diesen Erwartungen nicht gerecht, denn leider fehlt
es ihm ebenso an Sinn und Verstand, wie auch an brauchbarer
Dramaturgie oder schlichtem Unterhaltungswert.
Es
darf mit Sicherheit als absolut vernichtendes und zudem für sich
selbst sprechendes Armutszeugnis betrachtet werden, wenn es einem
Regisseur und einem ganzen Team von Mitverantwortlichen nicht
einmal gelingt, aus einer derart einfachen Handlung wie der von
"Bloody Birthday" etwas vernünftiges auf die Beine zu
stellen. Dies erweist sich letztendlich vor allem deshalb als enttäuschend,
weil eine Story um fünf Bikinischönheiten, die in einer
sommerlichen Residenz nach den Regeln eines Psychopathen leben und
dessen krankes Spiel mitmachen müssen, sicherlich Raum für einen
sinnfreien, aber immerhin ungemein spaßigen Trash-Reißer bieten
könnte, wenn man nur den richtigen mit der Regie betrauen würde.
Unglücklicherweise war Adrián García Bogliano jedoch nicht nur
mit dieser Aufgabe hilflos überfordert, sondern tätigte auch
beim Drehbuch, welches er zusammen mit seinem Bruder Ramiro García
Bogliano schrieb, einen ordentlichen Griff ins Klo. Die im Grunde
sehr einfache Story von "Bloody Birthday" wird hier in
einer solch unbeholfen-verschachtelten und gewollt-künstlerischen
Form serviert, dass man als Zuschauer nicht nur irgendwann den
roten Faden verliert, sondern sich von dem unsinnigen Geschehen
auf dem Bildschirm regelrecht genervt fühlt.
Minutenlange
Flashbacks erzählen eine kleine Hintergrundgeschichte über jedes
der anwesenden Girls, was aber absolut uninteressant gestaltet
wurde und somit schnell langweilt. Etwas kreativer ist da schon
eine zeitgerafferte Rückwärts-Sequenz, die uns über die
sonstigen Vorkommnisse vor der eigentlichen Haupthandlung aufklären
soll. So bemerkenswert die Idee auch sein mag, wenn eine solche
Szene auf über 3 Minuten aufgeblasen wird, weckt sie beim
Publikum leider schnellstens tiefstes Desinteresse. Und so
versuchen sich die Verantwortlichen immer wieder an kreativen Einfällen,
nur um damit bestenfalls für Kopfschütteln zu sorgen. Eine
seltsame Zeichentricksequenz mitten im Film sorgt ebenso für
ratlose Blicke wie eine mehrminütige Aneinanderreihung von
Szenen, in denen die Frauen nackt gehorsam eingedrillt bekommen.
Timing schien ganz allgemein eines der wesentlichen Probleme
Bogliano's zu sein, stellvertretend zu dieser Aussage sei eine
Sequenz angeführt, in der wir den Damen gefühlte 5 Minuten lang
bei einer peinlichen Tanzchoreographie zusehen müssen.
Dramaturgie, geschweige denn Spannung wollen auf diese Weise natürlich
auch nicht entstehen. In den insgesamt 98 Minuten der Spielzeit
sucht der Zuschauer vergebens nach einem Sinn für die bewegten
Bilder, die er sich irgendwann unter Qualen zu Gemüte führt,
doch einen solchen wird er ebenso wenig finden wie erinnerungswürdige
oder interessante Szenen.
Zugegeben,
mit einem derart niedrigen Budget wie dem, mit dem das Team von
"Blood Birthday" arbeiten musste, hätten nur die
wenigsten anderen etwas vernünftiges zustande gebracht. Das
Publikum interessieren solche Erklärungsversuche allerdings
herzlich wenig, wenn es sich mit einer derart schlechten
Bildqualität wie der hier gebotenen herumschlagen muss. Einzige
kleine Überraschung sind die ordentlich in Szene gesetzten
Splattereffekte. Ob nun eine Enthauptung, ein abgetrennter Finger
oder gar ein Nagel, der in eine Stirn geschlagen wird - an den
wenigen Gore-Attacken lässt sich insgesamt nichts aussetzen.
Leider machen diese den Film jedoch keineswegs besser, sondern
wirken vielmehr recht beliebig integriert. Doch auch wenn "Bloody
Birthday" einer der blutigsten Splatterkracher der letzten
Zeit wäre, so würde das nichts daran ändern, dass der Streifen
in jedweder anderen Hinsicht schlicht versagt. Ständige Close-Ups
auf die Gesichter der unbeholfen agierenden Darsteller zeugen vom
"Talent" des Kameramanns, ein schrecklicher Score lässt
einen schnell die Lautstärke seines Fernsehers auf ein Minimum
regulieren und der im Drogenrausch zu Papier gebrachte Plot sorgt
dann schließlich für den Rest.
"Bloody Birthday" ist eine Low-Budget-Produktion, wie
sie im Grunde keiner braucht. Die für Trash-Fans durchaus
interessante Handlung wird durch eine unbeholfene und pseudo-künstlerische
Erzählweise absolut zerstört, was auch durch langweilige und in
die Länge gezerrte Szenen nicht gerade verbessert wird. Auch ein
wenig tits & asses und vereinzelter Splatter können absolut
nichts an der Tatsache ändern, dass es sich bei diesem Werk um
filmisches Unvermögen in jeder nur erdenklichen Hinsicht handelt,
das einem durch seine amüsante Idee eine Unterhaltung verspricht,
die es letztendlich schuldig bleibt. Somit sei letztendlich nur
eindrücklich vor diesem höchst seltsamen Werk gewarnt, selbst
gestandene Trash-Fans werden hiermit keine Freude mehr haben. |