|
Die
Brüder Brian und Danny sind zusammen mit zwei Freundinnen auf dem
Weg zum
Golf von Mexiko. Dort haben sie in ihrer Kindheit mal einen Urlaub
verbracht und wissen, wie abgeschieden und schön es dort ist. Der
Grund der Reise ist allerdings weniger schön: Ein geheimnisvolles
und todbringendes Virus rafft die Bevölkerung dahin. Wer sich mit
dem Virus infiziert muss sterben. Deswegen halten die vier
Reisenden sich auch penibel an ihre Hygiene-Regeln.
Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wird es immer wieder gefährlich.
So zum Beispiel als sie auf einen, mit dem Auto liegengebliebenen,
Mann auf dem Highway treffen. Er hat eine infizierte Tochter bei
sich. Durch einen unglücklichen Umstand ist die Gruppe darauf
angewiesen, bei den beiden mitzufahren. Und das bleibt nicht ohne
Folgen... |
|
Viren-Filme
kommen nicht aus der Mode. Dies zeigt einmal mehr der
US-amerikanische Filmbeitrag „Carriers“ von 2009. Allerdings
setzt „Carriers“ nicht auf bluttriefende Kämpfe gegen
Zombies, sondern beschäftig sich eher zwischenmenschlich mit dem
Stoff.
Dabei wird ein ruhiges Erzähltempo an den Tag gelegt. Ruhig aber
keineswegs uninteressant. Man kann die vier Protagonisten dabei
beobachten, wie sie unterwegs sind. Einfach nur unterwegs. Die
erste halbe Stunde bietet von daher auch nicht sonderlich viel
Spannung. Die Charaktere werden vorgestellt und man erfährt zudem
etwas über die Seuche. Wenn auch nicht sonderlich viel, was sich
im Verlauf der Geschichte auch nicht ändern soll. Als die
Reisegruppe dann auf einen Mann mit seiner Tochter trifft, geht
der Schlamassel los.
Ein klarer Vorteil von „Carriers“ ist, dass das Geschehen
nicht an einem, sondern an vielen verschiedenen Orten stattfindet.
Mal kann man die Leute beim Golfen beobachten, mal sind sie in
einer Viren-Station und kurz drauf schon wieder ganz woanders. Da
macht das Zugucken spaß. Allerdings gibt es auch zwei bis drei
Szenen, die sich etwas aufblähen, ohne dabei mit super
interessanten Sachen rüberzukommen.
Zombies gibt es in „Carriers“ so gut wie nicht. Die
Infizierten werden auch nicht so genannt und es gibt keine
typischen Schlachten mit Kopf ab, Hirn raus, Kugel in die Birne
oder was man sonst alles so macht, um die Menschenfresser
loszuwerden. Wobei gesagt werden muss, dass die Infizierten im
Film offenbar keine Lust auf Menschenfleisch haben. Daher gibt es
auch keine schlimmen Spezialeffekte. Das FSK16 der deutschen DVD
geht aber trotzdem in Ordnung.
Wie
bereits angesprochen richtet sich das Augenmerk in „Carriers“
eher auf die zwischenmenschlichen Seiten. Es müssen harte und
traurige Entscheidungen getroffen werden. Denn wer überleben will
darf keinerlei Mitleid mit den Infizierten haben. Ein Kontakt mit
dem Virus führt zum sicheren Tod. Zudem ist ein heißer Kampf um
Benzin entbrannt. Wer Benzin haben und somit flexibel sein möchte,
muss über Leichen gehen. Zwangsweise. Vielleicht sind diese
Szenen von den Regisseuren respektive dem Drehbuchautor mit in den
Film reingenommen worden, um ein grausames Spiegelbild unserer
Gesellschaft zu zeichnen? Das Regiezepter wird von den Brüdern Àlex
und David Pastor geschwungen. David Pastor kommt ohne Referenzen,
Àlex war einer von zahlreichen Regisseuren von dem, in
Deutschland nicht erschienenen, Drama „Tapas
mixtas 2“. Die Jungs haben also nicht unbedingt den
reichhaltigsten Erfahrungsschatz, machen ihre Sache aber
ordentlich.
Darstellerisch bekommt man grundsolide Kost geboten. Chris Pine
(„Star Trek“), Piper Perabo („Coyote Ugly”), Lou Taylor
Pucci („Horsemen”) und Emily VanCamp („The Ring 2”) machen
ihre Sache als Hauptcharaktere sehr gut. Hier hat man es wirklich
mit einem hochprofessionellen Cast zu tun.
„Carriers“ ist in der Gesamtbetrachtung ein feiner Road-Trip
mit viralen Einschüben. Er ist kein neuer „Dawn Of The Dead“
aber interessanter als neuere Genrebeiträge wie beispielsweise
„Autumn Of The Living Dead“ oder „Mutants“. Ein paar
Szenen sind vielleicht etwas zu ruhig und es fehlt ihm auch etwas
an Action, um eine bessere Bewertung zu erhalten. Auch fehlen
Massenszenen, in den en man viele Infizierte sieht und so das
Ausmaß der Katastrophe erahnen kann. Aber „Carriers“ ist ein
gut funktionierender Road-Movie, der es versteht gut zu
unterhalten. |