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Die Kommissarin Maud Graham
hat sich entschieden ohne einen männlichen Liebhaber an ihrer Seite zu
leben und kümmert sich stattdessen um den 16jährigen Stricher Grégoire,
den sie ab und an bei sich beheimatet. Als sie gerade mal wieder dabei ist,
ihn von der Strasse aufzugabeln, wird sie zu einem Einsatz gerufen, der sie
zu einem blutverschmierten Lieferwagen führt.
Später wird das Opfer gefunden, dass in dem Lieferwagen den Tod fand und
das einer Mordserie zuzuschreiben ist, die seit längerem in der Umgebung
anhält. Die Tote ist eine athletische junge Frau, der Körperteile
abgetrennt wurden. In den anderen Mordfällen kamen ebenfalls gut
trainierte, junge Frauen zu Tode, denen allerdings jeweils andere
Körperteile entfernt wurden.
Maud und ihren Kollegen wird schnell klar, dass der Mörder ein perverser
„Sammler“ ist, der wohl versucht einen Körper aus den entnommenen
Körperteilen zu rekonstruieren. Allerdings ist er trotz seiner Perversität
sehr geschickt und das gilt nicht nur für den Umgang mit dem Skalpell. Maud
muss sich etwas besonderes einfallen lassen, um dem Killer auf die Schliche
zu kommen und so lässt sie eine Pressekonferenz veranstalten, in der sie
den Unbekannten bis aufs äusserste provoziert. Das Mauds Rechnung aufgeht,
merkt sie als der Serienmörder Kontakt mit ihr aufnimmt... |
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„The Collector“ kann man
als guten, aber auch als typischen Serienmörder Streifen bezeichnen, der
seine Stärken da hat, wo sie Filme dieses Subgenre haben sollten. Vor allem
ist das natürlich die Atmosphäre, die meist von dem tötenden
Protagonisten bestimmt wird und somit düster, bedrückend und kalt ist,
gepaart mit einen Hauch von Verzweiflung.
Es wird nämlich bereits in den ersten Minuten klar, warum der Mörder
überhaupt zum Mörder wird. Es gibt eine Rückblende in die Vergangenheit
des Mannes, der im zarten Alter von cirka 12 Jahren mit ansehen musste, wie
seine Mutter nur für die Fitness lebte. Immer wieder musste er ihren
durchtrainierten Körper betrachten und ihn stellenweise sogar berühren,
was in dem Jungen die ersten sexuellen Verlangen auslöste, denen er aber
natürlich nicht nachgehen konnte. Daher entstand wohl ein
Minderwertigkeitsgefühl, dass er nun damit abstellen will, indem er seine
Mutter „nachbaut“.
Das Verlangen, einen Körper nachzubauen, macht den Streifen so interessant.
Eigentlich müsste man ja bemängeln, dass auf das verstörte Profil des
Täters, nach den ersten Minuten, nicht weiter eingegangen wird, allerdings
bemerkt man das fast gar nicht, da sich zwei Parallelhandlungen abspielen,
die den Jäger (oder die Jägerin) und den Gejagten betrachten. Erst sind
die beiden Handlungen weit voneinander weg, doch nach der Pressekonferenz
bewegen sie sich langsam aber sicher aufeinander zu, bis sie sich
schließlich in einem explosiven Finale treffen.
Filmisch kommt hierbei nichts zu kurz, vorausgesetzt man ist Fan des
Subgenres, Menschen mit anderen cineastischen Schwerpunkten wird das Ganze
wahrscheinlich eher öde vorkommen, da auf Action- oder sonstige Einlagen
des Unterhaltungskino gänzlich verzichtet wird. Zudem könnte bei Leute mit
weniger starken Magen das ein oder andere Ekelgefühl aufkommen, da hier und
da mal verstümmelte Leichen eingeblendet werden. Trotz dieser Szenen ist
der Film nicht sonderlich gewalttätig und da wären wir schon bei einem
ganz besonderen Punkt dieses Films.
Diese DVD von COLLECTOR ist die Leih-DVD mit Bewertung "keine
Jugendfreigabe" – und das liegt ausschließlich am Originaltrailer.
Denn das war so: Der Film an sich wurde von der FSK ab 16 Jahren
freigegeben. Der Originaltrailer hat "keine Jugendfreigabe"
erhalten. Darum haben die Leih-DVD und die VHS insgesamt eine
"kJ". Die Kauf-DVD enthält eine geschnittene Fassung des
Originaltrailers gemäß den Auflagen der FSK und hat deshalb insgesamt eine
FSK 16. Kauf- und Leih-DVD unterscheiden sich also lediglich durch die
geschnittene bzw. ungeschnittene Fassung des Originaltrailers. Die Filme
sind identisch!!!
Der deutsche Jugendschutz geht Ende des Jahres 2003 schon komische Wege,
nicht zuletzt weil in diesen Tagen das Ermittlungsverfahren gegen den Film
„Rigor Mortis“ und seinem Regisseur Timo Rose eingestellt wurde, der
Film, beziehungsweise der Trailer, wurde ja überschnell beschlagnahmt...
Aber zurück zum Eigentlichen
„The Collector“ hat also alles das, was einen guten Serienkillerfilm
ausmacht, sieht man mal von der ein oder anderen Länge ab. Leider ist aber
die deutsche Synchronisation nicht wirklich gelungen, da die Stimmen alle
etwas seltsam klingen und die Dialoge mehrmals etwas komisch sind. Ob dies
aber am Drehbuch oder an der Übersetzung lag, ist fraglich, da sich als
zweite Tonspur lediglich die französische auf der Silberscheibe befindet.
Über die Schauspieler muss auch noch ein Wort verloren werden, denn sie
sind es allemal wert, in dieser Rezension berücksichtigt zu werden. Allen
voran ist da natürlich Maude Guèrin, denn sie spielt die Kommissarin Maud
Graham und das in einer wirklich überzeugenden Art und Weise. In „The
Collector“ spielt sie das erste Mal in einem Kinofilm mit, ist aber
langjährige Theaterschauspielerin und hat auch schon in einigen
TV-Produktionen mitgewirkt. Viel besser hätte man die Rolle der ehrgeizigen
Kommissarin wohl kaum besetzen können. Auch Luc Picard ist eine gelungene
Besetzung. Er musste sich zwar nicht ganz so ins Zeug legen, wie seine
Kollegin, allerdings ist es ihm anzusehen, wie er der Figur des
Massenmörders mit Begeisterung Leben einhaucht.
„The Collector“ ist also ein wirklich guter Serialkillerfilm, er kann
aber mit genreverwandten Filmen wie zum Beispiel dem Ausnahmestreifen „Gacy“
nicht ganz mithalten. Zudem stören die Synchronisation und die damit
verbundenen Dialoge etwas, Freunde solcher Filme wird er aber sicherlich
gefallen. |