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Der
Künstler Adam Sorg (Gordon Oas-Heim) ist leider ebenso exzentrisch wie
erfolglos. Er stellt seine Werke regelmäßig in den Farnsworth Galleries
aus, erntet dort aber nur Missachtung und Kritik. Als Adam's Freundin Gigi
(Elyn Warner) eines Tages versehentlich Blut aus einer frischen Wunde auf
eines von Adam's Werken tropft, glaubt dieser, eine Marktlücke entdeckt zu
haben und beschmiert sein Bild mit dem Blut seiner Freundin. Adam und sogar
die Kritiker sind vollkommen begeistert von dem, was er da geschaffen hat,
weshalb der exzentrische Künstler schon bald mehr Blut von Gigi fordert.
Diese hält ihn jedoch für verrückt und weigert sich selbstverständlich,
ihren Freund mit weiterem Blut zu versorgen, weshalb Adam zu drastischeren
Maßnahmen greift. Mit einem Rasiermesser schneidet er sich in die Finger,
um frische Farbe für seine Kunstwerke zu gewinnen.
Als
dies auch nicht mehr genügt, tötet er Gigi, um sein neuestes Gemälde
fertig stellen zu können. Adam nähert sich mittlerweile immer mehr dem
Wahnsinn, was natürlich auch den Kritikern aus den Farnsworth Galleries
nicht verborgen bleibt. Das Malen mit Blut wird für Adam zu einer Art
Sucht, die er von nun an nicht mehr unterdrücken kann. Als einige Teenager
in der Nähe seines Strandhauses ihre Zelte aufschlagen, sieht Adam darin
die ideale Chance, an neues Blut zu kommen... |
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"Color
Me Blood Red" ist, wenn man so will, eines von Lewis' Gore-Frühwerken
und ging zusammen mit seinen zwei anderen Filmen "2000 Maniacs"
und "Blood Feast" als sogenannte "Blood Trilogy" in die
Blutspritzgeschichte ein. Obwohl "Color Me Blood Red" nie die
Bekanntheit der eben genannten Streifen erlangen konnte, würde ich ihn
dennoch als sehr interessantes Experiment bezeichnen, da es im Jahre 1965
mit dem Splatterfilm bekanntlich noch lange nicht so rosig aussah, wie es
heute der Fall ist. Damals war dies ein noch recht unerforschtes Terrain und
Herschell Gordon Lewis quasi dessen offizieller Entdecker. Offiziell
deshalb, weil es sicherlich noch andere Regisseure vor Lewis gab, die mit
Blutgebrauch in ihren Filmen experimentierten, er jedoch derjenige ist, der
dadurch zuerst Bekanntheit erlangte. Alle seine Filme haben eines gemeinsam
und zwar, dass sie aus heutiger Sicht gänzlich harmlos wirken und allesamt
mehr als purer Trash, denn als menschenverachtende Machwerke der puren
Brutalität durchgehen. Lewis' Filme sind eigentlich stets nur die Versuche,
was man mit Gore alles inszenieren kann und sind noch meilenweit von
Perfektion in diesem Bereich entfernt.
So
ist dann auch "Color Me Blood Red" alles andere als ein Horror-
oder Splatterfilm aus heutiger Sicht der Dinge. Nein, was Lewis hiermit
schuf, ist billiger Nonsens, der jedoch auch nach mittlerweile 41 Jahren
immer noch Spaß macht. Wie ich kürzlich in einem Review erwähnte, gibt es
zwei Arten von schlechten Filmen. Die wirklich Miesen nämlich und dann noch
die, die gerade dadurch bestens unterhalten. "Color Me Blood Red"
ist wie viele andere von Lewis' Filmen ein wunderbares Beispiel, das perfekt
in die letztgenannte Abteilung passt. Zwar ist dem Streifen optisch
jederzeit sein geringes Budget anzusehen, da alles wie aus einer Episode der
Lindenstraße aussieht, doch stören tut dies überhaupt nicht. Nein, im
Gegenteil, gerade dadurch versprüht das Machwerk einen tollen Charme, der
das knuddelige Flair der 60er harmonisch mit der Atmosphäre eines
Trashfilms vermischt.
Die
Aufmachung des Films ist bizarr, was jedoch kein ungewünschtes Nebenprodukt
sondern bewusste Absicht des Herrn Regisseurs war. Das Ganze geschehen ist
von einer hektischen, irgendwie vollkommen deplazierten Musik unterlegt, die
einem bei zu laut aufgedrehtem Sound schon sehr schnell die Ohren bluten
lässt. Die Story wird aus zwei parallel laufenden Plots (Adam Sorg, sowie
die Erlebnisse der Teenager) zu einem Ganzen zusammengefügt. Hinzu kommt,
dass Lewis es sich nicht nehmen ließ, "Color Me Blood Red" mit
Humor zu würzen und dem Zuschauer so einige Lacher aufzuzwingen. Einige der
Gespräche sind sehr amüsant geraten, auch wenn Lewis sie nie
selbstzweckhaft entarten lässt, sondern sie immer im Rahmen des Geschehens
hält.
Die
Effekte letztendlich sind von schlecht bis mittelmäßig inszeniert und
halten sich eher zurück. Von Splattereffekten darf hier ohnehin nicht
gesprochen werden, da sich Lewis geschickt vor der Aufgabe drückt, Effekte
als solche zu zeigen. Vielmehr lässt er eine Person angreifen, setzt einen
Schnitt, um in der nächsten Szene mit der Kamera in Nahaufnahme auf die rot
beschmierte, zuvor angegriffene Person draufzuhalten. Aus heutiger Sicht ist
auch die Bezeichnung Gore nicht mehr verdient, da ich mich nur an eine
einzige, derartige Sequenz erinnern kann. In dieser quetscht Adam Sorg das
Blut aus den Gedärmen seiner zuvor getöteten Freundin und lässt dieses in
ein kleines Schälchen Tropfen. Dies ist der einzige wirkliche Effekt des
Films und sieht, betrachtet man das Alter, auch ganz nett aus. Ansonsten ist
"Color Me Blood Red" aber nicht für Gorehounds geeignet, auch
wenn es vermutlich jedem Freund der härteren Filmkunst ein Lächeln
entlocken dürfte, zuzusehen, wie ein abgetrennter Kopf als Pinsel
missbraucht wird, um nur mal ein Beispiel der amüsanten Seite des Films zu
nennen.
Spannung wird nur sehr geringfügig aufgebaut, doch dies relativiert sich
durch die Laufzeit glücklicherweise wieder. Mit nur 79 Minuten ist
"Color Me Blood Red" nicht gerade sehr lang und erstickt jeden
Anflug von Langeweile schon sehr früh. Aus der Riege an Schauspielern kann
nur Gordon Oas-Heim voll und ganz überzeugen, der den Psychopathen
unglaublich gut rüberbringt. Der Künstler Adam Sorg ist zwar ein
selbstverliebter Exzentriker, strahlt aber dennoch etwas natürliches aus
und wirkt so nur um so wahnsinniger. Das überdrehte Spiel von Gordon
Oas-Heim ist dabei stets sehr interessant zu beobachten, der Akteur strahlt
zu jedem Zeitpunkt eine starke Präsenz aus. Da ist es schade, dass die
anderen Schauspieler irgendwie lustlos und unmotiviert wirken und einem so
nicht lange in Erinnerung bleiben.
"Color Me Blood Red" liefert Freunden von billigen Trashmovies ein
befriedigendes Erlebnis, das zwar nicht lang in Erinnerung bleibt, für 79
Minuten aber auf jeden Fall Spaß macht. Auch, wer wissen will, wie ein
Splatterfilm vor guten 40 Jahren aussah, ist hier richtig aufgehoben und
darf sich auf eine amüsante Zeitreise zurück in die Sixties freuen.
Herschell Gorden Lewis ist nun einmal der unangefochtene King, wenn es um
schmuddelige, billige C-Movies geht und stellt dies hier wieder einmal
gekonnt unter Beweis.
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