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Ganz ehrlich, ich
habe ja absolut nichts dagegen, wenn es auch heutzutage noch kreative
Filmemacher gibt, die sich lieber an altbekannten Themen versuchen, anstatt
etwas völlig Neues auf die Beine zu stellen. Manchmal entsteht dadurch noch
ganz nette Genrekost, die man sich zwischendurch durchaus mal ansehen kann,
doch oftmals ist das Resultat nicht ansatzweise das Budget wert, das dafür
aufgebracht werden musste. Und auch, wenn "Creature" sicherlich
keine millionenschwere Produktion war, haben wir hier einen derartigen Fall
vorliegen. Wieso es fünf Drehbuchautoren benötigte, um eine Story zu
Papier zu bringen, die schon duzende Male erzählt wurde, wollte mir nicht
einleuchten, ebenso wie es wohl ein Geheimnis der Verantwortlichen bleiben
wird, welchen Stoff sie beim Niederschreiben der Story von
"Creature" inhalierten.
Ich möchte ja wirklich nicht als vorbehalten abgestempelt werden, deshalb
kann ich nur noch einmal wiederholen, dass es mir im Grunde genommen egal
ist, wenn ein Film eine Handlung erzählt, die zuvor schon tausende Male da
war. Nur sollte der Regisseur dann ein Minimum an Einfallsreichtum
mitbringen, ansonsten wird aus dem Projekt dann nämlich ein Reinfall und
folglich ein Machwerk, das man sich hätte sparen können. Und nicht nur,
dass die Story von "Creature" im Schlaf vorhersehbar ist, sie
bietet auch null Innovationen oder eigene Ideen. Irgendwo in einem
unterirdischen Forschungslabor bricht ein Alien aus, welches anschließend
von einigen harten Kerlen aus dem Weg geräumt werden muss. Natürlich ist
das nicht so einfach, wie diese sich das vorstellen, stattdessen dürfen
erst etwa dreiviertel der menschlichen Protagonisten ins Gras beißen, bevor
das Alien dann von einem tapferen Heldenpaar aufgehalten wird.
Moment Mal, gab’s das nicht schon in "Alien" und zig anderen
Machwerken? Richtig. Blöd nur, dass uns "Creature" keinen
einzigen Grund nennt, wieso er das Recht haben sollte, noch einmal eine
derartige Story aufzutischen. Das Geschehen wird hier derart öde
vorangetrieben, das man sich schon nach einer halben Stunde genötigt
fühlt, den Fernseher wieder auszuschalten. Anfangs wartet man stets auf
einen Moment, der eine positive Wendung einläutet, doch irgendwann
schleicht sich dann die Erkenntnis an, das "Creature" einen
derartigen Moment nicht besitzt. Grob zusammengefasst lässt sich sagen,
dass der Streifen lediglich aus Szenen besteht, die man so schon kennt, mit
dem kleinen Unterschied, dass sie hier noch billiger aussehen.
Mal schleicht die Spezialeinheit durch dunkle Gänge, hin und wieder
schlägt das Wesen zu und bringt jemanden um, irgendwann stellt sich heraus,
dass nicht jeder der ist, der er vorgibt zu sein, dann wird wieder etwas
geschlichen, es kommt zum "Showdown", das Alien stirbt, die Bad
Guys auch, der Film ist vorbei. Innerhalb der 88 Minuten Laufzeit kommt kein
einziges Mal Spannung auf, ebenso herrscht null Atmosphäre. Tim Cox, von
dem auch die Streifen "Larva" und "Mammoth" stammen,
inszenierte "Creature" wohl für ein Publikum, das mit
Horrorfilmen filmisches Neuland betritt, doch selbst die werden mit diesem
Machwerk nur bedingt ihren Spaß haben. Zu vorhersehbar und zu öde ist das
Geschehen, als dass sich auch nur irgend eine Zielgruppe damit anfreunden
könnte. Die Splatterszenen sind nicht der Rede wert und nicht weiter
aufregend, das Monster und seine Nachkommen sind zwar nett dargestellt,
besitzen aber eindeutig zu wenig Screentime.
Die Schauspieler an und für sich sind nicht das Problem, vielmehr sind die
Charaktere enttäuschend, die sie zu spielen haben, da sie allesamt als
blanke Klischees durchgehen. Die Figuren haben null Tiefe, sondern erfüllen
lediglich eine jeweilige, spezifische Eigenschaft. Es gibt den Hacker, den
Muskelprotz, den Verräter, den wahnsinnigen Professor usw. Mit John Savage
und James Marshall sind aber zumindest noch zwei Akteure mit von der Partie,
die man schon das eine oder andere Mal irgendwo gesehen hat.
"Creature" ist ein Film, zu dem es im Grunde genommen nicht viel
zu sagen gibt, bis auf die Tatsache, dass er vollkommen überflüssig ist.
Die hier wiedergegebene Handlung ist schon so ausgelutscht, dass sie einfach
nur noch langweilt, außerdem tut die Regie von Tim Cox ihr Übriges, um die
Sache zu einer noch zäheren Angelegenheit zu machen. Mit
"Creature" dürfte sich der Gute in der Horrorgemeinde jedenfalls
nicht viel Sympathien dazu gewonnen haben, denn der Streifen bietet weder
Spannung oder Atmosphäre, noch guten Gore. Die oberflächlichen Charaktere
zwingen den Film letzten Endes noch komplett in die Knie. |