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Japan goes England. Könnte man meinen, wenn
man sich den britischen Horror-Beitrag "The Dark" zu Gemüte
führt. Vieles erinnert an die Horror-Welle, die erfolgreich von Asien in
unsere DVD-Spieler schwappte. In "The Dark" geht es aber
logischerweise nicht um irgendwelche japanische Ungewöhnlichkeiten, sondern
um eine alte, grausame Sage aus Wales.
Optisch und auch akustisch ist der Film
außergewöhnlich gut gelungen. Verfolgt man zum Beispiel eine
Kamerafahrt über die tobende See, über Wellen, die an den scharfen Klippen
der walisischen Küste zerbersten, steigert das unvermeidlich die
Aufmerksamkeit des Betrachters. Dazu gibt es passend die Musik von Ed Butt,
die zunächst dezent einsetzt, dann mit jeder brechenden Welle intensiver
wird. Zudem sieht man sensationelle Aufnahmen von der walisischen Küste;
den weltbekannten Steilhängen.
Die
Story wurde an die herrliche Umgebung angepasst. Autor Simon Maginn dürfte
zufrieden sein mit der Verfilmung seines Romans "Opferlamm"
("Sheep"). Die Story ist nämlich von vorne bis hinten sehr
unterhaltsam und vor allem mysteriös sowie spannend. Szenen wie folgt
beschrieben, lassen dem Betrachten das Blut in den Adern gefrieren:
"Ist
DAS die, die Du suchst?" - Ein kleines Mädchen mit zerzausten Haaren
und zerschlissenem weißen Kleid springt plötzlich in das Zwielicht.
Japanischer-"Ring"-Horror lässt grüßen, und funktioniert
mal wieder prächtig. Durch die mysteriösen Umstände ist über die gesamte
Spiellänge des Films mit prickelnder Spannung und einigen Schockeffekten zu
rechnen. Letztere haben es wirklich in sich.
Die
Schauspielkünste sind überdurchschnittlich gut. Mit Sean Bean ("Herr
der Ringe", "Ronin") und Maria Bello (die Frau, die William
H. Macy in "The Cooler" den Kopf verdrehte) sind zwei
Charakterdarsteller am Start, die ihr Handwerk verstehen. Maria Bello
liefert als verzweifelte Mutter mal wieder eine schauspielerische
Glanzleistung ab.
"The
Dark" weiß voll und ganz zu überzeugen. Kulisse, Schauspieler,
Drehbuch, Musik, Atmosphäre. Hier passt einfach alles zusammen, was den
Film zu einem überdurchschnittlichen Filmvergnügen macht, welches mal
nicht aus Asien stammt und trotzdem den Grusel ins Wohnzimmer transportieren
kann. |