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| OT: Darkness |
| ca. 99
Minuten |
| Spanien, USA
2002 |
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| Regie |
| Jaume Balagueró |
| Darsteller |
Anna Paquin
Lena Olin
Iain Glen
u.a. |
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zur Horror-Page |
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Eine Kleinfamilie zieht von
den vereinigten Staaten nach Spanien, der alten Heimat des Vaters. Mark hat
hier seine Kindheit verbracht, floh dann aber in das Land der unbegrenzten
Möglichkeiten. Als die Familie angekommen ist mustert sie erst mal das
abgelegene Haus, dass der Tochter Regina und dem kleinen Jungen Paul nicht
sonderlich zu gefallen scheint. Es gelingt der Familie in den ersten Wochen
auch nicht, sich richtig einzuleben. Die Mutter Maria bemängelt das ihr
keiner im Haushalt hilft und es so nicht richtige gemütlich wird, Regina
bekommt des nachts Angstattacken und Paul malt immer wieder Bilder von
kleinen Kindern, denen die Kehle durchgeschnitten wird.
Auch der Vater scheint sich zum negativen zu verändern, denn bei ihm bricht
offensichtlich eine alte Krankheit wieder aus. In seiner Jugend hatte er
immer wieder aggressive Panikattacken, die langsam aber sicher wiederkommen,
worunter seine Familie natürlich schwer leidet.
Die Lage spitzt sich zu, als Paul erst einen Elektriker bedroht, der nichts
gegen das andauernde Absinken des Spannungspegels machen kann, was zu einem
flackern der Lampen führt. Danach nimmt Paul mit einer Axt das halbe Haus
auseinender, da er in einigen Zwischenräumen Insekten vermutet. Als wenig
später der Vater in ein Krankenhaus eingeliefert wird, ist der Spuk aber
lange noch nicht vorbei und deswegen beschließt Regina sich über das Haus
zu informieren, dem sie schon die ganze Zeit die Schuld an den Geschehnissen
gab. Zusammen mit ihrem Freund Carlos recherchiert sie bei ihrem Großvater
über das Gemäuer und in der Tat sie findet sie etwas Schreckliches in
dessen Vergangenheit.
Vor vielen Jahren hat eine Sekte versucht, in dem alten Landhaus eine Ritual
abzuhalten, bei dem sieben Mitglieder die Kehlen ihrer Kinder durchschneiden
sollten. Diese Tat sollte bei der Sonnenfinsternis durchgeführt werden, die
nur alle 40 Jahre zu erblicken ist, doch das Ritual von damals verlief nicht
wie geplant, da eines der Kinder fliehen konnte.
Nun sieht es für Regina so aus, als versuche das Haus die Tat von damals zu
vollenden, denn dummerweise ist in wenigen Tagen erneut eine
Sonnenfinsternis... |
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Spanien ist in filmischer
Hinsicht schon seit längerem kein Synonym mehr für Jess Franco Filme,
sondern hat sich in den letzten Jahren zu einem echten
Horrorfilmexportschlager entwickelt. Einen großen Anteil besitzt daran der
Regisseur Jaume Balagueró, der mit dem Ausnahmefilm „The Nameless“,
welcher 1999 abgedreht wurde, eine neue Art des Horrors schuf, die nicht nur
großen Anklang fand sondern Jaume offensichtlich auch in seinem weiteren
Machen bestärkt hat. Denn „Darkness“ ist ebenfalls ein Horrorfilm, der
so noch nicht gesehen wurde und das ist in diesem Subgenre sicherlich nichts
alltägliches.
Man könnte zwar die ein oder andere Parallele zu anderen Filmen wie zum
Beispiel „Shining“ ziehen, doch in seiner Gesamtheit ist „Darkness“
eine neue Idee, die ebenso tiefgründig wie mitreißend ist. Zu bemängeln
ist allerdings, dass sich der Mittelteil etwas zieht. Man bekommt zwar erst
einen netten Eindruck über den Umzug der Familie und ihr Einleben in der
fremden Welt mit und auch die Charaktere werden interessant durchleuchtet,
dann gibt es allerdings einige Minuten lang nicht sonderlich viele
Neuigkeiten, die dem Betrachter aus seinen Stiefeln, respektive Hausschuhen,
hauen. Jaume Balagueró war zwar offensichtlich bemüht den Zuschauer bei
der Stange zu halten, da er viel mit Farben arbeitet, einige sehr schnell
Schnitte zur Spannungsverstärkung einfügt und auch mit einigen Effekten
arbeitet, es fehlt aber irgendetwas...
Das Fehlende wird dann aber glücklicherweise nachgereicht, als die Tochter
der Familie sich auf die Suche nach der Wahrheit macht, die den Betrachter
nicht nur ein wenig verstört, sondern ihm sogar einen knapp 30minütigen
Trip ins Ungewisse bietet, der spannungsgeladener kaum sein könnte. Hier
werden die grundlegenden Elemente des Horrors voll ausgeschöpft, was die
vorangegangene Zeit schnell vergessen lässt. Die mystischen Szenen wurden
wirklich perfekt in Szene gesetzt und man denkt nicht mal im Traum daran,
die Pause-Taste des DVD-Players zu drücken, um sich anderweitig zu
unterhalten.
Spannung und Atmosphäre stehen hier also klar im Vordergrund und es ist
schon erstaunlich, dass dies mit einem 12 Millionen Dollar Budget
bewerkstelligt wurde. Die Kulissen, in deren Vordergrund natürlich das alte
Landhaus steht, sind eine perfekte Auswahl zur Erzeugung einer gruseligen
Horroratmosphäre. Auch die Darsteller tragen zum guten Gelingen des
Streifens bei, da sie ihre Rollen glaubhaft auf den Bildschirm bringen. Iain
Glen, der aus „Tomb Raider“ bekannt sein dürfte, spielt die Rolle des
durchdrehenden Vaters natürlich nicht so gut, wie Jack Nicholson in „Shining“
er steht aber für den Gesamteindruck den die Protagonisten hinterlassen und
der ist durch und durch solide.
„Darkness“ ist also ein bemerkenswerter Horrorfilmbeitrag, der zwar so
gut wie keine Gewalt auf die Matschscheibe bringt, sich aber als Gruselfilm
mit Terroreinlagen einen Namen machen wird. Es gibt lediglich kleine
Abstriche aufgrund des sich etwas ziehenden Mittelteils, der Rest überzeugt
aber durch ein Hochmaß an Spannung, Atmosphäre und Schockszenen, die von
schnellen Schnitten und einer erstklassigen Akustik unterstrichen werden.
Wenn Jaume Balagueró seiner Art treu bleibt, muss Hollywood sich was
einfallen lassen, damit ihnen die europäischen Filmemacher nicht
davonlaufen...
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