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Jedes
Jahr finden sich zahlreiche Zocker aus aller Welt bei den "Online Game
Awards" in Enschede ein, um Party zu machen und der Präsentation neuer
Spielehits beizuwohnen. Das Highlight der diesjährigen Veranstaltung ist
ein erster Blick auf den zweiten Teil des erfolgreichen Online-RPG's
"Dark Planet". Unter den vielen Besuchern der Veranstaltung sind
auch Mike (Sander Foppele) und Myrna (Kirsten Walraad), die sich zwar noch
nicht kennen, gemeinsam mit einigen anderen aber schon sehr bald in ein ganz
spezielles Spiel verwickelt sein werden. Als die Nacht einbricht und der
Veranstaltungsort seine Pforten schließt, bleiben einige Besucher in dem
Gebäude, um an einem Reality-Spiel teilzunehmen, auf dessen Gewinner ein
besonderer Preis wartet. Schnell wird den Zockern bewusst, dass sie auf der
Abschussliste eines irren Killers stehen, vor dem es in dem abgeriegelten
Gebäude kein Entkommen zu geben scheint... |
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Denkt man an die
Verbindung der Niederlande mit der Filmindustrie, dann fällt einem in der
Regel sofort der Name Paul Verhoeven ein. Der Regisseur gehört mittlerweile
zu den größten seiner Zunft und hat schon so manchen Klassiker auf die
Beine gestellt, doch von diesem großen Namen einmal abgesehen, spielt die
niederländische Filmproduktion international betrachtet eher eine
unbedeutende Rolle. Gerade als Horror-Fan erinnert man sich kaum an
nennenswerte Beiträge aus dem Land der Tulpenliebhaber.
"Schlachtnacht" und "Haus der toten Seelen" mögen noch
halbwegs bekannte Titel der letzten Zeit sein, doch danach wird es langsam
rar. Mit "Deadly Game" schickt sich der Regisseur Robert Arthur
Jansen nun an, den Status des niederländischen Horrorfilms etwas zu
festigen, doch leider entpuppt sich der moderne Slasher letztendlich als
äußerst unterdurchschnittliche Angelegenheit.
Die Idee,
Videospiele mit einer brutalen Mordserie in Verbindung zu bringen, ist im
Horrorfilm nicht mehr neu, das machten schon der erstklassige
"Brainscan" mit Edward Furlong aus dem Jahre 1994, sowie das noch
recht neue B-Movie "Stay Alive" vor. "Deadly Game" kann
jedoch nicht als Abklatsch dieser Titel bezeichnet werden, da hier lediglich
eine Art Game-Konvention als Austragungsort des üblichen
Slasher-Einheitsbreis herhalten muss. Gefilmt wurde dabei mit einem Budget
von etwa 50.000 € im Festivalgebäude Go Planet in Enschede, das
tatsächlich ein modernes Flair transportiert und sich als passende Kulisse
für das Geschehen in "Deadly Game" erweist.
Wo bei anderen
Streifen dieser Art ansonsten die Charaktereinführung stattfindet,
zelebriert "Deadly Game" Style over Substance und überflutet sein
Publikum regelrecht mit farbenfrohen Partybildern von dem Gaming-Festival,
ohne die Handlung dadurch auch nur irgendwie voranzutreiben. Durch
Texteinblendungen erfahren wir die Namen einiger junger Leute, ohne dabei
über deren Hintergründe aufgeklärt zu werden. Die Hauptfiguren des
Geschehens zeichnen sich dabei durch viel Screentime sehr schnell ab, doch
eine wirkliche Identifikation will zu keinem Zeitpunkt entstehen, die
Figuren sind allesamt beliebig austauschbar.
Letztendlich ist das
Setting auch die einzig nennenswerte Eigenheit des Films, wodurch er sich
von unzähligen anderen Slashern unterscheiden kann. Der visuelle Stil von
"Deadly Game" oder "Complexx", so der Originaltitel, ist
gewollt modern, schnell geschnitten und farbenfroh. Dennoch bietet das
eigentliche Geschehen nichts, was man nicht schon kennen würde. Eine
handvoll uninteressanter Charaktere flüchtet kreuz und quer durch ein
großes Gebäude, mal durch diverse Lüftungsschächte, mal über weite
Flur. Gelegentlich taucht der vermummte Killer auf und sorgt für etwas
Blutfluss, wobei "Deadly Game" dabei aber niemals zu exzessiv zu
Werke geht. Bis auf ein paar Messerstiche und diverse Blutflecken gibt es
hier nichts zu sehen, was den Splatterfan erfreuen würde, weshalb jene
Fraktion dieses Werk auch guten Gewissens meiden darf.
Trotz der kurzen
Laufzeit von 76 Minuten will sich niemals ein wirkliches Tempo bemerkbar
machen. Das Geschehen plätschert so vor sich hin, um letztendlich in einem
unpassenden und nicht ganz nachvollziehbaren Storytwist zu enden. Das
größte Problem des Streifens ist sicherlich seine Belanglosigkeit, denn
bis auf die Szenen der Gaming-Konvention hat das Werk keinerlei
Wiederkennungswert, nur ganz wenige Szenen bleiben in der Erinnerung haften.
So ist es nicht etwa eine akkute Spannungsarmut, oder gar eine alles
überschattende Langeweile, die diesen Streifen in die unteren Ränge der
Bewertungsskala verbannt, vielmehr seine beliebige Austauschbarkeit.
Aus den Augen, aus dem Sinn. "Deadly Game" ist absolut belanglose
Slasher-Standardkost nach bekannten Maßstäben, die über 76 Minuten
niemals wirklich zu fesseln vermag. Einzig die Gamer-Szenarie verleiht dem
Streifen einen gewissen Wiedererkennungswert, das eigentliche
Slasher-Geschehen ist dann aber so belanglos, dass man das Werk schnell
wieder vergessen dürfte. Das Kunstblut bleibt die meiste Zeit über
eingepackt, auch auf nackte Haut wartet der Genre-Kenner vergebens.
"Deadly Game" darf letztendlich übersprungen werden, denn die
nächsten fünf Slasher, die es besser machen, stehen sicher schon in den
Startlöchern. |