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"The Day before":
Vom Cover des deutschen Verleih-Tapes von Vestron blickt ein Soldat mit
ABC-Schutzmaske. Im Hintergrund ein Atompilz über der Silhouette einer
Großstadt. Weltkrieg III, Endzeit. Apokalyptische Bilder steigen im Kopf
auf: Rotarmisten, die durchs Oderbruch Richtung Berlin marschieren. Bunker,
unterirdischen Raketensilos, Flugzeugträgern und der gleichen.
Eben solche Schreckenszenarien, wie sie seinerzeit in "The Day After -
Der Tag danach" auf spannende und schockierende Weise die Grausamkeit
der nuklearen Vernichtung deutlich machten.
Mit "The Day before" wollten die Produzenten ganz offensichtlich
von dem Erfolg des Schockers von Nicholas Meyer profitierten. Das Ergebnis
ist ein schnell heruntergekurbelter, todlangweiliger Müll.
"The Day Before" ist so ziemlich der
mieseste Fall von Etikettenschwindel und Trittbrettfahrerei, den die Welt
des Videos erlebt hat. Zeigte "The Day After" ein
Weltuntergangs-Szenario NACH dem Einschlag der Atombomben, so kann man
sagen, dass bei "The Day Before" die Welt wohl schon längst im
Eimer ist, bevor der nukleare Holocaust entfacht wird.
Die Handlung ist so was von langweilig und
trist, schlimmer kann selbst der nukleare Winter nicht sein.
Von Endzeit oder drohender Apokalypse keine
Spur. Hier und da mal eine Radiodurchsage, dass es irgendwo mal wieder
gescheppert hat. Ansonsten darf der Zuschauer, sofern er nicht schon
eingeschlafen ist, Gesprächen über horrende Benzinpreise und
Grundsatzdiskussionen zum Thema Vorratsrationalisierung lauschen. Das klingt
wirklich nicht sehr interessant. Ist es auch nicht!
Action scheint dem Film ebenfalls ein
Fremdwort zu sein. Lediglich gegen Ende kommt es zu einer kleineren
Schießerei, als zwei Rednecks einen Bulli mit Kindern kapern wollen. Einer
der Rednecks wird übrigens gespielt von Bob Goldthwait, dem
Anarcho-Rekruten aus "Police Academy II". Leider hat er hier aber
keine so krächzende Stimme. Diese witzige Einlage hätte den Film
allerdings auch nicht retten können. Immerhin guckt er auch hier wie
gewohnt doof in die Kamera.
"Massive Vergeltung", so die
Übersetzung des Originaltitels. Aha...
Aber warum richtet sie sich ausgerechnet gegen den Zuschauer???
Fazit: Ätzend langweilige Mogelpackung. Statt
nuklearer Endzeit gibt es Seifenoper in der amerikanischen Prärie. |