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Serienkiller
sind aus dem Horror-Genre nicht mehr wegzudenken. Egal, ob sie à la Freddy
dem Übernatürlichen entstammen, oder ob ein Film im Stil von "Henry -
Portrait of a Serial Killer" todernst daherkommt. Die Taten dieser
Monster, der Blick in menschliche Abgründe, fesselt das Publikum immer
wieder. So kommt es auch, dass in regelmäßigen Abständen die wahren
Fälle auf Zelluloid gebannt werden, ohne die es heutige Klassiker wie
"Texas Chainsaw Massacre" oder "Psycho" niemals gegeben
hätte. Horror ist eben immer nur ein Abbild der Welt, in der wir leben. Der
Herr, der für die beiden genannten Streifen maßgeblich Pate stand, diente
bereits als Aufhänger für den einen oder anderen Beitrag zum Horrorfilm,
nun nahm sich ihm im Jahre 2007 ein weiterer Filmemacher an.
Obwohl im Jahr 2001
mit "Ed Gein - The Wisconsin Serial Killer" schon eine durchaus
solide Verfilmung der Taten von einem der berüchtigsten amerikanischen
Serienkiller erschien, greift "Ed Gein: The Butcher of Plainfield"
die Thematik erneut auf, legt dabei aber erschreckend wenig Wert auf
Authentizität. So dürfte bereits die Besetzung der Hauptrolle große
Fragezeichen auf die Stirn vieler Horrorfilm-Kenner werfen. Der Part des Ed
Gein ging an keinen anderen als den nicht unbedingt schmächtigen Stuntman
und Schauspieler Kane Hodder, der sich in Fankreisen vor allem durch seine
Darbietung des Jason Voorhees Beachtung verschaffen konnte. Dass der Mann
ohne Maske allerdings schnell aus der Sichtweite einer Kamera treten sollte,
hat er zuletzt in dem furchtbaren B-Schinken "Born" unter Beweis
gestellt. Ohne Frage, ein talentierter Schauspieler sieht anders aus.
Somit, sollte man
meinen, fehlt es Hodder schon an zweierlei, um eine Figur wie Gein
vernünftig zu verkörpern. Schauspielerisches Talent und das richtige
Aussehen. Edward Theodore Gein, der sich aus Leichenteilen Gesichtsmasken
und Gebrauchsgegenstände fertigte, war von wenig auffallender Statur und
galt stets als schüchtern und zurückhaltend - was Kane Hodder auf den
ersten Blick schon nicht transportieren kann. Doch Regisseur Michael Feifer,
der in den vergangenen drei Jahren sechs belanglose B-Movies ablieferte und
bei noch weitaus mehr als Produzent fungierte, legte es scheinbar nicht
darauf an, die Geschichte des Serienmörders wahrheitsgemäß zu erzählen,
vielmehr schildert "Ed Gein: The Butcher of Plainfield" eine
dramatisierte und an vielen Stellen frei erfundene Geschichte, die mit den
wahren Begebenheiten nur noch am Rande korrekt einhergeht.
Letztendlich dürfte
es großteils wohl zwei Arten von Horrorfilm-Konsumenten geben, die sich
diesen Film ansehen werden. Die einen, die auf das Cover hereinfallen und
sich Unterhaltung
à la "Texas Chainsaw Massacre" erhoffen und natürlich die, die
sich für Serienkiller-Streifen interessieren und Wert auf eine authentische
Erzählung legen. "Ed Gein: The Butcher of Plainfield" wird in
diesem Fall keiner der beiden Klientel überzeugen können. Weder ist er ein
stark gorehaltig oder verstörend, noch hält er sich an die Vorlage. Somit
drehte Michael Feifer fröhlich an jeder Zielgruppe vorbei und füttert mit
"Ed Gein: The Butcher of Plainfield" wieder einmal die
B-Movie-Erfahrenen-Allesgucker, die sich sowieso jeden neuen Direct-to-Video
Scheiß ansehen, auch wenn mal wieder ein mieser Film auf dem Plan steht.
"Ed Gein"
kann jedoch nur unter gewissen Vorbehalten als solcher bezeichnet werden,
denn hartgesottene Allesseher werden hiervon durchaus noch gut unterhalten.
Wer sich ansonsten nur selten in die versifften und kostengünstigen
Bereiche des B-Kinos verirrt und lediglich Werke wie "The Descent"
und das Remake zu "Dawn of the Dead" zu seinen Horror-Favoriten
zählt, der kann anstatt zu "Ed Gein" genau so gut zu "Barbie
und der Nussknacker" greifen, da der Unterhaltungswert in beiden
Fällen der selbe wäre. Michael Feifer liefert einen inszenatorisch
äußerst lieblos in Szene gesetzten Serienkillerfilm ab, dem das mangelnde
Budget zu jedem Zeitpunkt ins Gesicht geschrieben steht. Mit Kane Hodder und
Michael Berryman, sowie dem schicken Cover als Zugpferd sollte "Ed
Gein" als etwas verkauft werden, was er nicht einmal ansatzweise sein
kann und somit werden die meisten hier eine unerfreuliche Überraschung
erleben.
Jene Gattung der
alles ins sich aufsaugenden Vielseher, Hirnzellen durch permanenten
Low-Budget-Schrott-Vernichter und Trashliebhaber allerdings, um auf die
einzige Zielgruppe dieses Werkes zurückzukommen, dürfen sich letztendlich
dennoch auf durchaus ordentlich angelegte 87 Minuten einstellen. "Ed
Gein: The Butcher of Plainfield" erzählt die übliche Story der
beschaulichen Kleinstadt, die durch etwas Grausames ins Wanken gebracht und
in ihren Grundfesten erschüttert wird. Ein Großteil der Handlung
konzentriert sich dabei auf den jungen Polizisten Bobby, seine nervtötende
Freundin Erica, sowie auf seine Mutter. Natürlich wird schnell klar, wie
der Hase läuft und der Turning Point mit der Entführung der beiden Damen
ist alles andere als unerwartet. Dennoch verfolgt man das Geschehen mit
einer gewissen Spannung.
Ed Gein erhält
dabei nur wenig Charakterisierung und wirkt in seinen Momenten wie ein
traumatisierter Jason, dem man die Maske weggenommen hat. Durch die bullige
Statur bleibt nicht viel vom wahren Gein übrig, dennoch bringt Hodder die
Figur für seine beschränkten Talentverhältnisse noch ansatzweise
ordentlich rüber. Nichtsdestotrotz sind die Schauspieler nicht gerade der
Glanzpunkt dieses Films, da alle sehr aufgesetzt spielen und wenig
sympathisch wirken. Den erfreulichsten Auftritt hat da noch Michael
Berryman, der jedoch nach wenig Screentime schon wieder ins Gras beißen
darf.
Als
Serienkillerfilm, der wenig Anspruch auf inhaltliche Korrektheit legt,
schafft es "Ed Gein: The Butcher of Plainfield" zumindest, sein
Publikum, sofern dies ein B-Movie erfahrenes ist, nicht zu langweilen.
Durchaus solide wird eine 50er Jahre Atmosphäre eingefangen, um vor der
Kulisse einer Kleinstadt immer wieder junge Frauen verschwinden zu lassen.
Nur selten bekommt man dann allerdings detailliert zu sehen, was mit diesen
geschieht. Bis auf zwei halbwegs grausame Szenen könnte "Ed Gein - The
Butcher of Plainfield" auch Nachmittags im Kinderprogramm gezeigt
werden und das ist sicherlich einer der hauptsächlichen Fehler. Sinnfreie
Gewalt-Exploitation hätte dem Ganzen sicherlich einen dreckigeren Look
verpasst.
Als Ed Gein -
Verfilmung ist "The Butcher of Plainfield" ein an den Haaren
herbeigezogenes Ärgernis. Die wichtigsten Fakten wurden über den Haufen
geworfen, um eine frei erfundene Story eines jungen Cops einbringen zu
können, der letztendlich um seine Liebsten fürchten darf. Wer also Wert
auf eine korrekte Erzählung der Gein-Ereignisse legt, hat nichts verpasst,
wenn er den Streifen in der Videothek zurücklässt. Auch sollten alle, die
nur wenig mit B-Movies am Hut haben, auf eine gewisse Sicherheitsdistanz
gehen, da man schon eine gewisse Toleranz für derartige Kost mitbringen
muss, um den Streifen ertragen zu können. Für alle, die von diesen
Warnungen noch nicht angesprochen wurden, bleibt letztendlich ein durchaus
ordentlicher, irgendwie ulkiger Serienkillerfilm mit einem herrlich
unpassenden Kane Hodder. Kann man sich der Kuriosität wegen mal ansehen, da
kam auch schon Schlimmeres aus dem Bereich.
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