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Metzgergehilfe Jürgen Bartsch tötete in der
Zeit von 1962 bis 1966 vier junge Knaben und wurde damit einer der
bekanntesten Serienmörder der deutschen Nachkriegsgeschichte. Bartsch, der
adoptiert wurde und ursprünglich Karl-Heinz
Sadrozinski hieß, litt in seiner Jugend unter dem peniblen
Sauberkeitswahn seiner Adoptivmutter, die ihm nicht erlaubte sich schmutzig
zu machen und mit anderen Kindern zu spielen. Im Alter von 15 Jahren tötete
Bartsch den 12jährigen Ulrich Kahlweiß, dem noch drei weitere Jungen
folgen sollten.
1966 versuchte Bartsch den 11jährigen Peter
Freese umzubringen, ihm gelang aber die Flucht, da Bartsch den gefesselten
Jungen in dem Luftschutzbunker, in dem er alle Leichen vergrub,
zurücklassen musste. Seine Mutter hatte gerufen und er musste nach hause,
bevor er den Jungen töten konnte.
Bartsch wurde verhaftet und ein Jahr später
zu lebenslangen Zuchthausaufenthalt verurteilt. Später willigte er seiner
eigenen Kastration ein, bei der er verstarb. Sein Kreislauf brach während
der Operation zusammen. Bei der Obduktion wurde festgestellt, dass er eine
Überdosis Narkosemittel verabreicht bekommen hatte. |
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So, oder zumindest so ähnlich hat sich die
Geschichte des Jürgen Bartsch abgespielt und Drehbuchautor sowie Regisseur
Kai Pieck hat versucht, dass Beste aus der Geschichte rauszuholen.
Allerdings in einem Stil, den man als absolut misslungen bezeichnen muss, da
er sich zu sehr an „Der Totmacher“ anlehnt. Prinzipiell ist die Idee,
dass der Täter in einer Art Therapiesitzung über sein Leben erzählt, gut,
allerdings hat „Ein Leben lang kurze Hosen tragen“ das kleine Problem,
dass der Protagonist alles andere als glaubwürdig rüberkommt.
Tobias Schenke wirkt absolut überdreht und
macht nicht mal ansatzweise den Anschein, als ob in dem vielgezeigten Zimmer
ein 26jähriger Serienmörder sitzt. Vielmehr glaubt der Betrachter einen
15jährigen, mit Hasch vollgepumpten Lausebengel zu sehen, der irgendeinen
Müll erzählt und sich gerne sprechen hört.
Zum Glück gibt es aber auch andere Szenen,
als die lieblos in einem kleinen Kämmerlein aufgenommenen. Des weiteren ist
es als glücklich zu erachten, dass Tobias Schenke nicht alleine die Rolle
des Jürgen Bartsch übernimmt, sondern andere Schauspieler die jüngeren
Jahre des Mörders spielen. Diese Szenen sind es, die den Film interessant
machen und ihm die nötige Atmosphäre geben, die Filme über Serienmörder
brauchen. Es ist zwar nicht alles Gold was glänzt, da es auch in diesen
Abschnitten ab und an mal etwas langweilig wird, aber die Szenen sind
wenigstens dahingehend interessant, da man etwas über den jungen Mann und
seine Vorlieben für das gleiche Geschlecht erfährt.
Richtig spannende Momente gibt es dabei leider
nicht, nur einige verstörende und atmosphärische dichte Einstellungen,
wenn Bartsch in der Höhle seine Opfer misshandelt. Allerdings darf man sich
nicht daran stören, dass er in Wahrheit in einem Luftschutzbunker sein
Unwesen trieb.
Bartsch war schon ein ziemlich fieser
Zeitgenosse, der seinen Mitmenschen arg zugesetzt hat. Regisseur Pieck
verurteilt den Killer allerdings nicht für seine Taten, sondern lässt das
Ganze unkommentiert, sodass sich der Betrachter sein eigenes Bild machen
muss. Gutheißen kann man solche Taten mit Sicherheit nicht, aber man sieht
mal wieder eindrucksvoll, wie krank einige Menschen sind - respektive wie
krank sie gemacht werden (wenn es denn wegen der Mutter so war).
Auch wenn die langwierigen Szenen in dem
Zimmer auf Tatsachenberichten beruhen, muss man sagen, dass Regisseur Kai
Pieck das Ganze nicht wirklich unterhaltsam rübergebracht hat. Die Thematik
ist zwar schwierig, aber Filme wie „Der Totmacher“ haben gezeigt, dass
es wesentlich besser geht. Wer sich über den Mörder informieren möchte
und rein gar nichts von ihm weiß, kann sich den Film durchaus mal angucken,
ansonsten ist aber eher eine Lektüre zu empfehlen. |