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Drei Ganoven sind aus dem Gefängnis in
Istanbul ausgebrochen. Es sind der "Skorpion", ein gewiefter, gut
gepflegter und seriös erscheinender Anführer und seine beiden Kumpanen,
die ebenso grob wie geistig zurückgeblieben sind. Die drei Halunken haben
natürlich nichts Besseres im Sinn, als erst mal ein Liebespärchen zu
malträtieren. Als die Polizei kommt, ist ihr Spielchen allerdings vorbei,
da sie natürlich flüchten müssen.
Ihre Flucht führt sie geradewegs zu der Villa
eines Arztes, der dort mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn lebt. Durch
einen Trick verschafft sich der "Skorpion" Eintritt, was die
Gefangenschaft der hier Lebenden nach sich zieht. Die beiden debilen
Verbrecher machen mächtig Ärger und zerstören so einiges der schönen und
teueren Einrichtung. Der "Skorpion" hat dagegen weniger
destruktive Gedanken und fordert vom Arzt ein hohes Lösegeld für die
Freilassung.
Dem Gefangenen bleibt natürlich nichts
anderes übrig als einzuwilligen. Dummerweise hat er aber nicht mal
ansatzweise soviel Geld, wie gefordert, zu hause und da es Sonntag ist, hat
keine Bank geöffnet. Das heißt, dass die Ganoven mindestens einen Tag im
Haus bleiben und die Familie weiteren Qualen ausgesetzt ist. Sowohl
psychisch als auch physisch... |
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"La Gang dell'arancia meccanica", so
der Originaltitel der türkisch-italienischen Co-Produktion, ist ein richtig
fieses Filmchen, welches relativ unverbreitet geblieben ist, aber trotzdem
positiv zu überraschen weiß. Die Geschichte bietet prinzipiell nichts
besonderes, nichts was es Mitte der 70er Jahre noch nicht gab. Ganoven
stürmen ein Haus, nehmen die Bewohner als Gefangene, machen Unfug und
versuchen schlussendlich Kohle von den reichen Gefangenen zu
erpressen.
Allerdings ist die Art und Weise, mit der der
unbekannt gebliebene Regisseur Rowland Kremer an die Sache rangeht,
irgendwie mitreißend. So etwas wie Langeweile kommt während der knapp
76minütigen Laufzeit nicht auf. Es gibt immer wieder Wendungen in der
Handlung, die mal mehr und mal weniger überraschend sind, allerdings immer
zu unterhalten wissen. Bei den 76 Minuten Spiellänge handelt es sich im
Übrigen nicht um eine gekürzte Fassung. Auf dem Cover sind zwar 96 Minuten
angegeben, die Fassung ist aber trotzdem ungeschnitten. Es handelt sich
hierbei offenbar um einen Tippfehler.
Zu der damaligen Zeit, als die Schere noch
wesentlich schneller geschwungen wurden als heute, hätte man aber
sicherlich genug Gründe im Film gefunden, um ihn in seiner Länge zu
kürzen. Es gibt richtig gemeine Szenen, die man sonst nur in Filmen wie
"Mondo Brutale" und Konsorten findet. Viel Blut fliest zwar nicht,
der Gewaltanteil ist aber dennoch übertrieben hoch. Und der Film neigt
nicht dazu, sich selbst nicht ernst zu nehmen. Es ist ein geradliniger
Ganoven-Film, der alles mitbringt, was dazu gehört.
Einer der Höhepunkte des Films ist sicherlich
die Rolle des "Skorpion". Leider konnte der zuständige Darsteller
nicht einwandfrei identifiziert werden, dass gibt weder das Internet noch
der Vor- bzw. Abspann des Filmes her. Er scheint aber geschaffen für diese
Rolle. Immer ein arrogantes Lächeln auf der Lippe, gut gekleidet aber
dennoch bereit zu allem und stets Herr der Lage. Seine zwei treudoofen
Kumpel haben alberne Rollen, die entsprechend gespielt werden. Also alles
solide bis sehr gute Leistungen, bei denen nur die Dame des Hauses etwas aus
dem Rahmen fällt, da sie dem Betrachter mit ihren Heulattacken durchaus auf
den Senkel gehen kann. Aber so sind sie nun mal...
"Es begann um Mitternacht" ist auf
jeden Fall einen Blick wert. Und das nicht nur für Hardcore-Fans des
italienischen Kinos der 70er Jahre. Er ist ein unterhaltsamer Film, der
recht viel Spannung und diese gewisse Atmosphäre mit sich bringt, die man
aus Filmen wie zum Beispiel "Wild Dogs" kennt. |