Experiment

OT: Experiment
ca. 95 Minuten
GB 2005
 
Regie
Dan Turner
Darsteller
Georgina French
John Hopkins
David Gant
Nick Simons

u.a. 
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Die junge Anna wird bewusstlos in Prag aus einem Auto geworfen. Als sie wieder zu sich kommt hat sie keinen Schimmer wo, warum und wer sie ist. Ohne Orientierung und feste Absicht irrt sie verwirrt durch die Strassen der Stadt. 

Zur gleichen Zeit, im gleichen Land, erwacht der junge Morgan. Auch er ist ohne Gedächtnis und ohne Orientierung. Zu seinem Glück wird er von anderen Menschen umsorgt und kommt bald wieder zu Kräften. In seiner Tasche findet der Erinnerungslose ein Foto von einer Frau. Die ist ihm natürlich nicht bekannt, Morgan vermutet aber, sie aus seiner Zeit mit Erinnerungen zu kennen. Er macht sich auf die Suche und findet Anna schließlich. 

Sie kennen sich zwar nicht, wissen aber das sie zusammen gehören und teilen ja auch das gleiche Schicksal. Die Beiden wollen ergründen, warum sie die Vergangenheit verloren haben. Sie suchen nach Bruchstücken, nach einfachen Kleinigkeiten, die ihnen Teile der Erinnerungen zurück bringen können. Doch alles was sie finden sind Anzeichen für eine unangenehme Wahrheit...



 

Wenn man im Falle von Regisseur Dan Turner nur wenig Geld zur Verfügung hat um daraus einen Film zu machen, ist es schon recht ungewöhnlich wenn man sich dann so ein komplexes Thema zur Brust nimmt wie es in „Experiment“ der Fall ist. Für sein Erstlingswerk hätte sich Turner sicherlich etwas einfacheres aussuchen können, zum Beispiel einen Low-Budget Horror-Film, wie es viele andere machen, doch der talentierte Regisseur hatte offensichtlich zu viele gute Ideen im Kopf und genug Mut diese auf die Leinwand zu bringen.  

Das kann natürlich in die Hose gehen, ist es aber glücklicherweise nicht. „Experiment“ hat zwar mit einigen Schwächen zu kämpfen, kann im Großen und Ganzen aber als ein gelungener Streifen der ungewöhnlichen Art bezeichnet werden. Der Zuschauer hat lange Zeit keinen Schimmer, worum es eigentlich geht. Genau wie die beiden erinnerungslosen Protagonisten. Man kann zwar ahnen worum es gehen könnte, immerhin heißt der Film „Experiment“, bis Licht ins Dunkel kommt dauert es aber eine ganze Weile. Bis dahin darf man sich dann ein Bild von den schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller Georgina French als Anna und John Hopkins als Morgan machen. Sie spielen sich unweigerlich in den Vordergrund, ohne allerdings durchgehen zu glänzen. Aufgrund der Schwierigkeit ihrer Rollen ist das aber auch nicht verwunderlich. Immerhin sind beide auch nicht gerade waschechte Profis. Aber das Gezeigte ist wenigstens glaubwürdig, was ja auch nicht unbedingt unwichtig ist.  

Die Umsetzung des Drehbuches darf durchaus als gelungen bezeichnet werden. Die Inszenierung ist intelligent, hat aber auch einige Schwächen aufzuweisen, die sich in Form von Langeweile äußern. Ob der Film jetzt unbedingt 95 Minuten dauern muss, darf angezweifelt werden, da die Kamera doch an einigen Stellen viel zu lange verweilt, auch wenn nichts dramatisches oder interessantes passiert. Aber ansonsten wurde technisch sauber gearbeitet. Es ist schon erstaunlich, was momentan an guten Erstlingswerken aus dem großbritannischen Inselreich kommt. Wahrscheinlich haben Forderer und Förderer begriffen, dass man in Europa schnell zum Filmland Nummer 1 werden kann und haben dementsprechend ihre Bemühungen intensiviert. Dem Filmfan kann das natürlich nur recht sein.   

Recht sein kann es dem Betrachter auch, dass die Atmosphäre und die Spannung auf einem guten Niveau sind. Bis auf die bereits angesprochenen Szenen ist der Film durchgehend spannend inszeniert. Aufgrund des Spannungsbogens und der Ungewissheit des Betrachters ist der Film sehr intensiv und zwingt einen dazu, bis zum Ende durchzuhalten. Die Auflösung des Ganzen ist dann auch sehr ansehnlich und macht den Film zu seinem kleinen Geheimtipp, der auch Freunden des Mainstream-Kinos gefallen dürfte. Man muss natürlich schon bedenken, dass das digital gefilmte Material nicht etwas für das verwöhnte Hollywood-Auge ist und das Kulissen und Darsteller halt diesen gewissen, kostengünstigen Charme eines B-Movies haben. Alles in allem weiß „Experiment“ aber zu gefallen.

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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