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Panzer rollen
durch eine enge Schlucht. Von den Rändern der Schlucht eröffnen
Soldaten hinter Sandsäcken das Feuer. Explosionen, Schüsse,
Schreie, Jet Li. Jet Li in einem typischen Kriegsfilm?? Das
kann doch nicht sein! - Ist es auch nicht. Bevor der Film nämlich
zu einem der unzähligen WW2 - / Vietnam- Heldenstreifen mutiert,
ist die Schlacht (wenn auch ganz nett und trashig inszeniert)
glücklicherweise schon vorbei. Dann wird "Final Fight" zu
einem Kampfsport- Actioner, der ordentlich Spaß macht. Final
Fight ist die erste und bisher einzige Regiearbeit von Eastern-Ikone
Jet Li.
Final Fight ist
ein simpler aber gerade deshalb auch unheimlich unterhaltsamer
Actionfilm aus der Zeit der 80er Jahre. Damals platzten die
Videotheken vor Actionfilmen aus allen Nähten, hatte das
(pfandfreie) Dosenbier noch Aufreißringe zum Wegwerfen, gab es bei
Aldi noch die leckeren IBU-Chips in rot-gelb-grünen Tüten.
Sehr gerne gesehen waren
Filme, deren Helden nicht nur mit allerlei Waffen umgehen, sondern
auch noch ein paar Kampfsport-Kunststückchen zum besten geben
konnten. Dabei gab nicht nur Masse. Auch Klasse war angesagt.
Filme wie "American Fighter", "Bloodsport" oder
eben auch "Final Fight" garantierten anspruchslose aber
dafür umso kurzweiligere Unterhaltung.
Bei "Final
Fight" ist wirklich Fight angesagt!! Allerdings nicht für den
Zuschauer. Der braucht nicht unbedingt mit Langeweile oder
dergleichen zu kämpfen, sondern kann sich gepflegt zurücklehnen
und sich etwa 93 Minuten lang actionreich unterhalten lassen. Jet Li
hingegen kämpft gegen die Schurken, gegen seinen verbohrten alten
Soldatenfreund und um das Herz von dessen Tochter. Leider spielt Jet
Li zwar die Hauptrolle, ist jedoch nicht so herausragend wie in
seinen anderen Filmen. Vielleicht liegt es daran, dass er sich zu
sehr auf seine Arbeit hinter der Kamera konzentriert hat. Vielleicht
liegt es aber auch daran, dass er seinem Charakter etwas zu viel
Gefühl und Melancholie zumutet, die er als Schauspieler nicht so
ganz überzeugend rüberbringen kann.
Während Jet Li
sich hier leider etwas zurück hält und nur ab und an sein Können
zeigen darf, blüht Paulo Tocha in der Rolle des fiesen G.I.s Bailey
richtig auf. Der Star unzähliger Ninja-Filme, vor allem aus der
Tomas Tang - und Joseph Lai- Schmiede, gibt hier einen genial
schmierigen Charakter ab, der sich auch nicht davor scheut,
schwangere Frauen von der Straße zu drängen. Dass Paulo Tocha auch
in Sachen Kampfsport seine Hausaufgaben gemacht hat, wird ebenfalls
deutlich. Dem Mann mit dem dämonischen Grinsen wird die Ehre
zuteil, Jet Li ordentlich durchzulassen. Angeblich hat er ihm
während der Dreharbeiten sogar die Nase gebrochen... Paulo
Tocha besitzt in diesem Film noch einen weiteren Pluspunkt
gegenüber Jet Li: Während Jet Li's Synchronstimme ziemlich
knabenhaft naiv rüberkommt, ist die Synchrostimme von Paulo
wirklich passend gewählt. Rauh, schäbig, gehässig.
Die Story ist, wie
bei den meisten Actionern, eher schlicht gehalten. Allerdings
fließen in die herkömmliche "Unterdrückter Gutmensch rächt
sich an seinen Peinigern"- Geschichte auch noch einige
dramatische, gar rührselige Elemente mit ein, die in diesem Fall
sogar nicht sonderlich nerven oder störend wirken, sondern dem
Zuschauer die ein oder andere Verschnaufpause zwischen den
Kampfszenen verschaffen. Die
Kampfszenen selbst sind ordentlich inszeniert, wenn auch nicht
gerade weltbewegend. Solide eben, wie man es von Jet Li kennt und zu
schätzen weiß. Gerade
auch der finale Kampf, bei dem sich Jet Li und der etwa zwei Köpfe
größere Kurt Roland Petersson gegenüberstehen ist wirklich ein
sehr gelungenes Highlight zum Schluss. Amüsant anzusehen, wie sich
der kleine Jet Li gegen den ungelenk wirkenden Hünen abrackert...
Fazit: "Final
Fight" ist unterhaltsames over-the-top Actionkino der 80er
Jahre. Kurz und schmerzlos. Ein Fest für Freunde nostalgischer
Kampfsportkost!! |