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10 Jahre nachdem Kultregisseur Abel
Ferraras seinen ersten Film geschaffen hatte und zwei Jahre nach dem
berühmt berüchtigten „The Driller Killer“ schuf er einen der
besten „Rape and Revenge“ Streifen überhaupt und vielleicht
seinen besten Film in einer Liste zahlreicher Kassenfüller.
Ferrara erzählt die Geschichte einer
hübschen Frau, die in der Stadt lebt, die Ferrara so oft zum Thema
gemacht hat. Die junge Thana ist durch eine Behinderung nicht wie
alle anderen Menschen in ihrer Umgebung und passt sich durch ihre
leicht depressive Stimmung der Atmosphäre der amerikanischen
Ostküstenstadt an, die der Meister wie immer prächtig in den
Kasten bringt. Thana scheint trotz der leicht miesen Stimmung sehr
lebensfreudig, bis sie an ein paar üble Kerle gerät.
Aufgrund der Behinderung der
Protagonistin kommt der Film ohne allzu viele Dialoge aus, was alles
andere als störend daherkommt. Ferrara lässt vielmehr Bilder
sprechen und natürlich das neue Sprachrohr der Stummen - die 45er
Magnum. Dem Betrachter wird es selbst überlassen zu entscheiden,
was Gut und was Böse ist. Sind es die sexgeilen Männer, die
offensichtlich ohne jegliche Art Contenance ausgestattet sind und
sich ihrem Trieb auf Kosten anderer hingeben, oder ist es diejenige,
die das Gesetz ebenfalls bricht und die Welt von denen befreit, die
ihr Erbmaterial wahllos verbreiten wollen?
Echt Sympathien können allerdings nur
für die Protagonistin entstehen, die von Zoe Tamerlis nahezu
perfekt gespielt wird. Es geht eine ungeheuere Ausstrahlung von der
Frau mit dem einprägsamen Gesicht aus, die ohne Frage nachhaltig im
Gedächtnis bleibt. Es ist faszinierend zu beobachten, wie Zoe
Tamerlis es fertig bringt, aus einem zierlichen Geschöpf eine
eiskalte, leichenzerstückelnde Killerin werden zu lassen, was
wirklich authentisch rüberkommt. Gepaart mit der, bereits
angesprochenen, düsteren Atmosphäre, die die Großstadt nicht von
einer warmen, sondern der bitterkalten Seite zeigt wird das Ganze zu
einem besonderen Streifen.
„Die Frau mit der 45er Magnum“ ist
zwar ganz klar ein „Rape and Revenge“, aber sicherlich kein
Rip-Off eines typischen Bronson-Films, was ja durchaus angenommen
werden könnte. Er ist hart, schockierend und blutig, aber nie
übertrieben exzessiv und trotz der plumpen Story ein Thema für
lange Diskussionsrunden. Wer diesen Klassiker noch nicht gesehen
hat, hat ohne Frage etwas verpasst. |