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Nichts ist
mehr, wie es war. Wenn unter den Menschen kein Vertrauen
mehr besteht, muss man zum Gangster werden. Das ist die
Devise von Mr. Climax. Mr. Climax ist der Held von
"Goodman Town".
In der
postapokalyptischen Einöde reist er in bester
Mad-Max-Manier im gepanzerten Wagen ziellos durch die
Gegend. Das Dasein als Gangster hat allerdings auch so seine
Tücken. So darf zum Beispiel niemand mitbekommen, dass sein
Revolver nicht nur marode sondern auch ungeladen ist. Zudem
muss er die bittere Erfahrung machen, dass nicht nur unter
den Menschen kein Vertrauen mehr herrscht. Inzwischen
bescheißen sich sogar schon die Gangster untereinander. Was
für eine Welt!! Bei einem Raubüberfall ist er von seinen
Komplizen, den "Vier-Elemente-Killern", übers Ohr
gehauen worden und hat bei einer Explosion sein Gedächtnis
verloren.
So wie Mr.
Climax seine Vergangenheit Stück für Stück wiederzufinden
versucht, so stückchenweise wird auch dem Zuschauer die
Handlung präsentiert. Teilweise mit sehr schönen
stilistischen Mitteln: Mr. Climax wird von einem Erzähler
in einer Art Kino-Trailer vorgestellt. Zeitlupen,
Zeitraffer, atemberaubende Kamerafahrten, teilweise erinnert
das ganze an "Snatch" von Guy Ritchie.
Regisseur
Sakchai Sribonnam hat sich bei seinem Debütfilm zumindest
in technischer Hinsicht Mühe gegeben. Leider
allerdings auf Kosten des Drehbuchs. Die Story ist einfach
zu konfus. Da werden plötzlich aus einem Mädchen zwei, die
dann letztendlich noch, auf was für eine Art auch immer,
irgendwie mit den anderen Charakteren verbandelt sind. Alles
wirkt sehr planlos konstruiert. Man verliert schnell den
Faden, zumal einige Längen auch nicht gerade das
konzentrierte Zuschauen fördern.
Die Idee
mit den "Vier-Elemente-Killern" (Erde, Wasser,
Wind, Feuer) ist zwar ganz nett, da jeder Killer einen
entsprechenden Charakter aufgedrückt bekommt. Leider hat
der Drehbuchschreiber diese interessanten Einfälle nur im
Ansatz angeschnitten, ohne sie weiter zu vertiefen. So
bleibt das ganze dann doch sehr oberflächlich. Ach ja:
Tuntige Schwule sind im Film nur selten witzig. Meistens
nerven sie nur, so wie auch in diesem Fall.
Generell sind die Gags und Pointen nicht gerade sehr
treffend. Größtenteils wirkt alles sehr klamaukartig.
Insbesondere, da fast alle Schauspieler zum gnadenlosen
Overacting neigen. Auch die Charaktere selbst sind ein
bisschen gewöhnungsbedürftig. So kommen die drei
trotteligen Handlanger von Tiger Yai wie eine Deppen-Version
der ohnehin schon debilen Muttersöhnchen aus Troma's
"Muttertag" daher. Die teilweise etwas
haarsträubende Synchro (zum Beispiel bei oben erwähntem
Tunten-Gangster) trägt ihr übriges dazu bei, dass der Film
Zuschauern, die nicht so sehr auf den asiatischen
Klamauk-Humor fixiert sind, sehr schnell auf die Nerven
gehen kann.
Aus
komödiantischer Sicht müssen somit deutliche Abstriche
gemacht werden. Der gute und amüsante Beginn des Films
verspricht zuviel und kann es im weiteren Verlauf nicht
halten. Allerdings ist "Goodman Town" ja eine
ACTION-Komödie. Und in dieser Hinsicht kann der Film
wirklich Pluspunkte sammeln. Die Action kommt nicht zu kurz.
Es wird geballert, was das Zeug hält. Autos explodieren.
Dabei sind die zahlreichen furiosen Actionszenen mit einem
Augenzwinkern zu betrachten. Die Logik muss eben auch mal
der Unterhaltung weichen, wenn Profikiller aus wenigen
Metern nicht treffen, oder Revolver auch mal ohne Nachladen
weiterschießen ;-)
Bleibt zu
sagen, dass "Goodman Town" ein eher zwiespältiger
Film ist, der als Action-Komödie nicht so ganz
funktioniert. Action okay. Statt Comedy ist jedoch eher
Klamauk angesagt. Wer jedoch über stereotype Charaktere und
ebensolche Gags lachen kann, kriegt hier die Vollbedienung!!
Fazit:
Etwas konfuse Action-Komödie mit schrägem Humor. Nett,
aber nicht überragend. |