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Sir
Richard Fordyke kehrt nach fünf Jahren der Abwesenheit auf seinen
familiären Landsitz zurück. Im Gepäck hat er eine neue Frau, Elizabeth,
die nach dem Tod seiner Ehefrau sein Herz in London erobert hat. Doch der
adelige Gutsherr wird nicht gerade freundlich empfangen. Kürzlich wurde ein
junge Frau vergewaltig und ermordet. Als sie in ihren letzten Atemzügen
gefunden wurde, gab sie den Namen von Sir Richard Fordyke preis. Nicht mehr.
Das sind aber nicht die einzigen Probleme von Richard. Seine Vergangenheit
holt ihn ein. Damals hat sich seine Ehefrau umgebracht. Wahrscheinlich, weil
sie ihm kein Kind schenken konnte. Zudem gibt es weitere Todesfälle und
weitere Schuldzuweisungen… |
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Mit
den grausamen Worten: „Die Produzenten haben eine strengste Regel
aufgestellt und werden dieselbe erzwingen, gemäß welcher gar niemand das
gar bedrohliche und dramatische Ende darf preisgeben. Sie haben auch
verordnet, daß jedwede Person, so dieses Ende preisgibt, von der SCHWARZEN
PLAGE erfasst werden...“ startet „Das Grauen auf Black Torment“ und
dem Betrachter schwant schon, dass es hier heiß her gehen könnte. Und es
geht auch gut los. Gruselig, packend, spannend und interessant. Als der
jungen Frau der Garaus gemacht wird, was zu den Beschuldigungen gegenüber
unserem Protagonisten führt.
Die Story spielt sich meist in einem alten Landhaus ab, welches als Kulisse
hervorragend geeignet ist. Es gibt aber auch schöne Nebenschauplätze, die
einem alle den Eindruck vermitteln, sich in der dargestellten Zeitepoche zu
befinden. Man fühlt sich wie in den alten Hammer-Filmen, auch wenn dieses
Werk den Shepperton-Studios entstammt. Zu Zeiten der Hexenverbrennung war eh
noch alles besser: Man durfte Familienmitglieder noch Siezen, die Pferde
haben noch nicht so viel Benzin verbraucht und man durfte eine Frau noch
Hexe nennen, ohne vors Schienbein getreten zu werden. Diese Stimmung
vermittelt „Das Grauen auf Black Torment“. Gedreht in den 1960er Jahren,
bietet er von der Story und optisch nicht viel Neues. Altbekanntes, das aber
durchaus funktionieren kann, wenn es gut gemacht ist.
Prinzipiell ist das auch hier der Fall. Nur zeigt sich im Verlauf, dass die
Warnung der Macher (siehe ersten Abschnitt) durchaus seine Berechtigung hat.
Denn es dürfte wohl keinen Betrachter geben, der nicht nach der Hälfte des
Films weiß, wo der Hase lang läuft. Allerdings kann man auch nicht
verheimlichen, dass es halbwegs spannend ist, zu beobachten wie sich der
Film dem Ende neigt und wie sich die erwarteten Dinge dann ergeben. Hier
wird seitens der Macher an der Spannungsschraube gedreht. Man hat sich
sichtlich Mühe gegeben, keinen 0815-Film abzuliefern.
Die mitspielenden Rollen sind durchaus interessant gestaltet und
facettenreich. Vom Schmied und dem Bauernmädchen über adelige und ihren
Angestellten bis hin zum rollstuhlfahrenden Vater und einer
Geistererscheinung wird ein buntes Programm geboten. Des Weiteren fällt die
Fotografie positive auf. Die Landschaft wird gut dargestellt und das
Geschehen aus glaubhaften Blickwinkeln gezeigt. Beim behinderten Vater
(Schlaganfall) sogar mit Blickverengung.
Im Gesamteindruck hält sich das positive und nicht so positive beinahe die
Waage. Der Film ist technisch gut gelungen, hat aber das große Problem,
dass seine Story zu vorhersehbar ist. Viel zu vorhersehbar. Selbst der oft
zitierte „Blinde mit Krückstock“ hätte keinerlei Problem, das
Geschehen vorherzusagen. Robert
Hartford-Davis („Die Bestie
mit dem Skalpell“ u.a.)
muss somit der Vorwurf gemacht werden, dass er das Drehbuch hätte
optimieren müssen, bevor er sich das Regie-Zepter griff. Hat er aber nicht
und somit die Erschaffung eines richtigen Klassikers verhindert. Ihm ist es
auch nicht gelungen, eine andauernde Horror-Atmosphäre aufzubauen.
Vielleicht liegt das aber auch an dem Verzicht auf Spezialeffekte. Oder der
Verpflichtung von richtig guten Darstellern. Zwar macht Protagonist John
Turner
(einige unbekanntere Filme und einige TV-Serien) als Sir Richard Fordyke
einen guten, wenn auch mal etwas übertrieben guten Eindruck, der Rest kommt
aber nicht über das Mittelmaß heraus, falls dieses erreicht wird.
„Das Grauen auf Black Torment“ ist für Freunde dieser alten
Filme sicherlich empfehlenswert. Wenn sie wissen, auf was sie sich
einlassen. Er taugt sicherlich als Sonntagnachmittag-Grusler und ist mit 81
Minuten Spielzeit auch nicht zu lang geraten. |