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Alle Jahre
wieder...
...findet sich unter zahlreichen, oftmals wirklich
schlechten, Filmen eine wahre Perle, die es einfach nicht
verdient hat, in der Vielzahl von unbekannten Filmen
unterzugehen. Eben so eine Perle ist diese krude Mischung
aus Serienkiller- Teenie- und Monsterfilm.
Vorab: Um
keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: "DIE
GRUBE DES GRAUENS" ist nun wirklich KEIN Meisterwerk
des Horrorfilms, dafür aber eine TRASH-Granate, die
ihresgleichen sucht!!!
So ergibt sich
zum Anfang des Filmes noch ein ziemlich zwiespältiges
Verhältnis dem Film gegenüber. Allein aufgrund der Rolle
des Hauptdarstellers (sorry, aber es gibt wohl kaum einen
hässlicheren Knaben in der Filmgeschichte. Frisur und
deutsche Synchro tragen ihr übriges dazu bei...), der
seltsamerweise einerseits noch mit Teddybär ins Bett geht
und auf dem Kinderfahrrad der Nachbarstochter fahren will,
andererseits seinem erwachsenen Kindermädchen hinterher
steigt, Pornohefte versteckt und sich auch sonst eher wie
Jürgen Drews auf Mallorca aufführt, ist man geneigt, den
Film möglichst schnell wieder in die ewigen Jagdgründe des
Filmregals zu verbannen. Doch schon nach wenigen Minuten
wird man in den Bann dieses cineastischen Kunstwerks
gezogen. Nach und nach wird einem der junge Jamie mit
seinen "Problemen" irgendwie sympathisch. Es ist
ja mal was anderes, wenn sich plötzlich ein Zwölfjähriger
in bester Norman Bates-Manier als schizophrener Psychopath
entpuppt. Wirklich hinreißend komisch, wie er sich um seine
kleinen Höhlenfreunde kümmert und Nahrung für sie
auftreibt. Anfangs noch auf legalem Wege beim Metzger,
versucht er später ein halbes Schwein zu klauen, und
später sogar eine Kuh, zu ÜBERREDEN (!), freiwillig in die
Grube zu hüpfen. Die Leichtigkeit, mit denen er seine Opfer
dann schließlich zur Grube führt, neben der Darstellung
der Monster, lassen annehmen, dass Regisseur Lew Lehman
seinen Film wohl selber eher als schwarze Komödie, denn als
ernsthaften Horrorfilm gesehen hat. Eine Ansicht, die die
BPS allerdings nicht geteilt hat, und den Film
seltsamerweise indiziert hat.
Filmtechnisch
gesehen ist der Film routiniert heruntergekurbelt: Der ganze
Charme der 80er Jahre - Horrorfilme wird hier ausgespielt:
"Nervend" schrille Töne als Hintergrundmusik,
hier und da eine entblößte Brustwarze, kopulierende
Teenies und "schockartige" Monsterszenen...
Besonderes
Highlight des Filmes sind allerdings seine Tricksequenzen
mit den animalischen Hauptdarstellern in der Grube.
Die Monster
sehen anfangs, bevor sie gemästet werden, wie eine Art
Critters für Arme aus, leider sind sie in ihrer dunklen
Grube aber nur schlecht zu erkennen. Einzig die
batteriebetriebenen Fischaugen blinzeln den Betrachter
fröhlich entgegen. Zum Ende des Films kommt der Zuschauer
dann in den Genuss, die nun erwachsenen Wesen in ihrer
vollkommenen Pracht bei Tageslicht zu erleben!! Ein
einmaliges Erlebnis: Die Viecher sehen aus wie Ewoks im
zweiteiligen Kostüm (erinnern ein wenig an die
"Morlocks" aus dem Klassiker "Die
Zeitmaschine" mit Rod Taylor). Es würde nicht
verwundern, wenn bei genauerem Betrachten die ein oder
andere Armbanduhr oder Jeanshose zu erkennen
wäre...
"DIE
GRUBE DES GRAUENS" ist einer dieser Filme, die einen
Filmabend in geselliger Runde zu einem gelungenen Erlebnis
machen!! |