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Ein Mann, ein Unfall und
keinen interessiert es - denn nach dieser langwierigen Einführungsszene
beginnt der Film erst so richtig.
Der Bundeswehr ist es gelungen, einen sehr gefährlichen Kampfstoff zu
entwickeln. Leider ist ein Offizier nicht gerade loyal und macht krumme
Geschäfte mit der Mafia, die seinen Vorgesetzten das Leben kosten. Als das
Kampfmittel an einen Behinderten getestet werden soll, kommt es zu einem
Unfall, bei dem der Militärarzt draufgeht, welcher der einzige seiner Art
war.
Jetzt ist handeln angesagt, denn ohne einen Arzt können die Soldaten nicht
weiterarbeiten. Man beschließt deshalb, sich einen neuen Mediziner zu
besorgen. Der auserwählte Mann ist nicht sonderlich glücklich über seine
Bestimmung, er wird aber trotzdem aus seiner Praxis entführt.
Glücklicherweise gelingt ihm die Flucht und er schafft es, sich mit dem
Kampfstoff abzusetzen. Von nun an beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn
die Mafiosi wollen das todbringende Mittelchen unbedingt in ihren Besitz
bekommen... |
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Herr schmeiß Hirn vom Himmel!
„Ich piss´ auf deinen Kadaver“ ist wohl der Höhepunkt der
Unfähigkeit, was den deutschen Amateurhorrorfilm betrifft. Viele
einheimische Beiträge sind sicher schwer verdaulich und meist auch etwas
gewöhnungsbedürftig, doch auch wenn sie noch so schlecht sind, bieten sie
dem Betrachter mehr als dieser Schundfilm.
Das wird bereits klar, als die ersten Szenen über einen hinwegrauschen. Es
gibt dümmliche Dialoge, katastrophale schauspielerische Leistungen und
Fehler über Fehler. Zudem hat Jochen Taubert einen extrem komischen
Geschmack bei der Darstellung einiger Dinge. Zu nennen wäre hier
beispielsweise seine Sichtweise über das Militär. Der „Führer“, der
mit seinem Adjutanten in einem kleinen Raum, an einem schlichten Tisch
sitzt, ist dadurch zu erkennen das er als einziger Schulterklappen trägt.
Ist ja eigentlich nicht schlimm, doch wenn jemand mit etwas Ahnung sieht,
dass diese Klappen normalerweise zu einem Feldwebel gehören und
(absichtlich?) falsch herum angebracht wurden, bekommt man es mit der Angst
- um den Gemütszustand der Macher - zu tun.
Dies ändert sich auch nicht während des Verlaufs des Films. Die Story ist
nicht nur hohl, sondern auch extrem langweilig. Sie regt allerdings etwas
zum Nachdenken an, denn man fragt sich unweigerlich, warum die Handlung in
zwei Stränge gespalten wurde. Zum einen gibt es da die Haupthandlung mit
den männlichen Idioten und zum anderen eine Nebenhandlung, in der eine
nackte Frau zu sehen ist, wie sie Körperpflege bereibt. Die beiden Stränge
laufen zwar im weiteren Verlauf zusammen, doch werden in dem erstgenannten
99% der Informationen vermittelt und im zweiten so gut wie gar keine. Aber
beide verfügen aber über eine fast identische Lauflänge... Sex sells?!
Einige werden jetzt sicherlich denken, dass die Story doch egal ist, da es
sich um einen Amateursplatterfilm handelt und die Verantwortlichen sich nur
um die Effekte gekümmert haben – Dem ist aber leider nicht so. Es gibt
zwar massig Kunstblut zu sehen, doch keinen wirklich guten Effekt. Auch hier
soll kurz ein Beispiel genannt werden, dass die Einfallslosigkeit
widerspiegelt:
Ein Soldat schleicht in den Garten einer Frau, um sie und ihren Mann zu
überwältigen. Die Dame kommt auf die glorreiche Idee, doch den großen
Hund freizulassen und macht dies auch. Der Köter wird plötzlich böse und
greift den Militaristen an, der plötzlich einen Hundebissschutz am Arm
trägt. Dann ein Schnitt, ein Schrei und plötzlich liegt der Soldat mit
einem abgetrennten Arm auf dem Boden. Dumm nur, dass bei dieser Szene zu
erkennen ist, dass der „abgetrennte“ Arm eine Beule unter der Uniform
verursacht, was unweigerlich Erinnerungen an das Schundwerk „Mondo
Kannibalen“ hochkommen lässt. Ebenfalls dumm ist, dass die Blutspritzer
vom Arm direkt ins Gesicht des Mannes spritzen, was technisch gar nicht
möglich ist. Und zum Abschluss dieser Szene sieht man dann auch noch den
Hund, mit einem schlecht nachgebildeten, aber immerhin uniformierten,
Gummiarm wegrennen...
Neben diesen gibt es aber noch haufenweise andere Unzulänglichkeiten, wie
zum Beispiel eine Szenen, die im fliegenden Flugzeug aufgenommen ist, bei
der aber durch das Hinterfenster Rasen zu sehen ist, der nur einen Meter
entfernt ist. Oder die Darstellung eines Fallschirmspringers, der in der
Luft sein soll, aber nur über eine große Wiese rennt und arge Probleme
hat, den Schirm geöffnet zu halten...
Das sind bei weitem nicht alle Fehler im Film, aber sicherlich zeigen sie,
dass es sich bei „Ich piss´ auf deinen Kadaver“ um einen absoluten
Schrottfilm handelt, der keinem potentiellen Betrachter empfohlen werden
sollte. Trashfilme sind ja manchmal ganz lustig, dieses Werk stellt
allerdings nur die Geisteszustände der Beteiligten in Frage.
Zum reißerischen Filmtitel muss man noch kurz erwähnen, dass er eigentlich
nichts mit der Story, sondern nur etwas mit der letzten Filmszenen zu tun
hat. |