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Während des Trainings mit seinem Bruder für
ein Turnier in Hongkong wird der amerikanische Kickbox-Champion Sean durch
eine Horde Karatekämpfer, die eine junge Frau jagen, gestört. Nachdem er
die Schurken in die Flucht geschlagen hat, erzählt ihm die Gerettete, die
Unholde gehörten einer Gruppe von Satansjüngern an. Sie selbst sei eine
Nonne, mit der Mission, die Satans-Sekte zu bekämpfen. Sean schenkt den
Aussagen der Nonne zunächst keinen Glauben. Nachdem jedoch sein Bruder von
den Satanisten getötet, und die Nonne entführt wird, startet er seinen
eigenen Feldzug gegen die Sekte.
Soweit nachvollziehbar??
Dann wäre da allerdings noch ein Ehepaar, das in seinem Haus von
Geistererscheinungen in Form einer mysteriösen Frauengestalt heimgesucht
wird. Der Mann dreht durch, seine Frau stirbt.
Ach ja: Vampire mit Plastikgebissen gibt's auch noch zu bestaunen!!!
Alles klar?? |
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Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem
(hoffentlich) weit, weit entfernten Filmstudio.
Das Familienunternehmen von Produzent Hans Wurst steht nach zahlreichen
Flops am Rande des Ruins. Nur ein neuer Film kann da noch Abhilfe schaffen.
Allerdings sind die drei Drehbuchschreiber noch nicht fertig mit ihrer
Arbeit: Ehefrau Martha schreibt gerade an einer Kickboxer-Story nach Schema
F, Vater Kuno arbeitet derweil an einer Geschichte über ein verwunschenes
Haus und "Irgendwas mit Vampiren", während Mutter Helga sich
einem okkultem Thema über Satanismus widmet.
Egal: "Machen wir halt schnell aus drei Teil-Stories eine ganze!!! Ob
das zusammenpasst, ist doch nebensächlich. Hauptsache wir machen schnell
Kohle. Außerdem bedienen wir somit Karate- UND Horror-Fans!!" Und so
wurde mal eben Schwippschwager Hans, seines Zeichens Vollproll und
Teilzeitalkoholiker, für eine Kiste Bier als Hauptdarsteller engagiert:
Schnell ein paar Chuck Norris - Filme gekuckt, die Bierpocke unter
Jogginghose und T-Shirt versteckt - und fertig ist Superheld Sean!!!
Welch Geschenk des Himmels: Die netten Bekannten aus dem China-Imbiss von
nebenan sind bereit gratis die Rollen der "Haunted -
Einheimischen" zu übernehmen. Doch wen könnte man kostengünstig für
die Besetzung der Satanisten-Gang gewinnen? No Problem: Ehrensache für
Sohnemann Bruno und seine Böhse-Onkelz-Clique!!! Synchronisiert wird das
Ganze ja ohnehin wie immer von Bruder Jacobs Kegelclub während der
Kegeltour.
Oh Gott: Opas Akkordeon klemmt wieder!! Woher also die Musik nehmen, wenn
nicht stehlen?? Obwohl: Hmm, warum eigentlich nicht? Vielleicht lenken
bekannte Soundtracks von Horrorklassikern ja sogar von der schundigen
Handlung ab... Also einfach mal eben schnell wahllos die Musik von
Kult-Filmen wie "Halloween" und "Hellraiser" wahllos in
die Handlung kopiert. Wie? Das Opening-Theme von "Re-Animator"
passt nicht als Untermalung eines Kickbox-Kampfes? Ha, das wollen wir doch
mal sehen...
So oder ähnlich muss "Kickboxer from Hell" entstanden sein.
Sieh an, welche "Perlen" der Filmkunst der Videomarkt bietet...
"Kickboxer from Hell" ist, wie der Name und Untertitel "Der
Satan hat eine neue Waffe - Einen Kickboxer aus der Hölle" erwarten
lassen, TRASH in Reinkultur!!!!
Die einzelnen Handlungsstränge gehen so dermaßen zusammenhanglos
ineinander über, dass man mutmaßen kann, hier wären drei Geschichten
zusammengeworfen worden. Schauspielerisch ist hier so ziemlich der Bodensatz
des Martial-Arts-Kinos erreicht. Jeder "Karate-Tiger"- Abklatsch
ist dagegen oscarreif!!
Getoppt wird der ganze Dilettantismus durch die fast schon kultig-schlechte
Synchronisation. Wenn Sean mit animalischen Lauten sein Training
durchführt, so wird der Zuschauer unweigerlich an den vorgetäuschten
Orgasmus von Meg Ryan in "Harry und Sally" erinnert.
Das Gesamtwerk hätte als Parodie durchaus das Zeug zum Kultfilm gehabt,
leider fehlt dem Film jegliche Ironie und Komik, wie sie z.B. die Filme von
TROMA ausmacht. Aller berechtigter cineastischer Kritik zum Trotz, kann dem
Film dennoch ein gewisses Maß an Unterhaltungswert nicht abgesprochen
werden, Stichwort: TRASHFACTOR!!!!
Die sich bietende unfreiwillige Komik macht "Kickboxer from Hell"
zu einem höchst unterhaltsamen Trash-Movie, bei dem der Betrachter stets
auf den nächsten Faux-pas wartet... Unbedingt in großer Runde mit viel
Bier zu geniessen!!!!!
Fazit: Lebt Ed Wood etwa noch?? "Kickboxer from Hell" ist auf
unterhaltsame Art und Weise dilettantisch und stumpf. Man muss ihn gesehen
haben, um es glauben zu können!! |