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Als kleiner Junge musste Rick (Michael
Brainard) mit ansehen, wie sich seine Eltern in einer von Untreue,
Misstrauen und Verzweiflung geprägten Ehe in ihr eigenes Verderben
stürzten. Dreißig Jahre später ist er selbst verheiratet und hat zwei
Kinder. Doch die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen und es scheint, als wäre
die Leidenschaft aus der Beziehung von Rick und seiner Frau verschwunden. Da
lernt er eines Tages die verführerische Hippiebraut Ariel (Axelle Grelet)
kennen, für die er bereit ist, alles zu riskieren. Gemeinsam mit ihr zieht
er sich für ein Wochenende in sein mittlerweile leerstehendes Elternhaus,
mitten in der Einöde, zurück.
Das Wochenende ist lang und da es in dem rustikalen Haus weder Strom, noch
andere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt, haben Rick und Ariel wieder und
wieder Sex. Doch irgendwann wird dem verheirateten Familienvater die Sache
immer unheimlicher. Er hat verstörende Visionen und verliert immer mehr den
Bezug zur Realität. In Folge eines schrecklichen Irrtums erschießt er
Ariel versehentlich und verschart ihre Leiche voller Panik im Wald. Doch
damit beginnt der Albtraum erst. Ariel kehrt von den Toten zurück und
bringt Rick fast um seinen Verstand. Immer und immer wieder tötet er sie,
doch egal, was er auch anstellt, sie sucht ihn immer wieder heim... |
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Wenn sich ein Filmemacher an das Genre des
Horrorfilms wagt und nicht schon wieder die alten, ewig gleichen Schemen
durchkauen will, dann verlangt ihm dies durchaus Mut zum Risiko ab. Fred
Calvert versuchte sich, als er das Drehbuch zu "Killing Ariel"
schrieb, sicherlich ein Stück weit von dem aktuellen Trend der sadistischen
Folter-Flicks zu entfernen, da sich sein Mysterythriller vielmehr auf die
eigentliche Handlung, als auf die Ausübung perverser Gewalttaten
konzentriert. Da Calvert bislang noch über eher wenig Erfahrung im
Filmgeschäft verfügt, holte er sich sogleich noch David J. Negron Jr. an
Bord, der hier zwar ebenfalls sein Regiedebüt ablieferte, dafür aber schon
in namhaften Produktionen wie "Anaconda", "Mr. & Mrs.
Smith" oder "Das Vermächtnis der Tempelritter" involviert
war und dabei oftmals den Posten des Storyboard-Artisten übernahm.
"Killing Ariel" ist vordergründig eines dieser B-Movies, das man
sich ansieht, passabel unterhalten wird und es dann sehr schnell wieder
vergisst. Massenware, im Grunde, die sich von den vielen anderen,
Direct-to-Video Produktionen, die Monat für Monat die Videotheken fluten,
weder positiv heraushebt, noch negativ aufstößt. Das hauptsächlich
Interessante an diesem Werk ist die, zugegeben, nicht 100% innovative,
dafür aber durchaus schräge und eigenwillige Story, der man gerne zu
folgen bereit ist. Endlich geht es mal nicht wieder um ein paar Teenager,
die von einem maskierten Schlitzer verfolgt und getötet werden -
"Killing Ariel" bietet vielmehr einen surrealen Trip in den
Wahnsinn. Es werden in den 83 Minuten viele Fragen aufgeworfen, die der
Streifen allesamt in der Auflösung, dem Highlight des Films, zu erklären
weiß und damit eine ganz gute Figur abgibt.
"Killing Ariel" bietet einen waschechten Mindfuck, der nicht nur
den Hauptprotagonisten Rick, sondern auch die Zuschauer stellenweise sehr
verwirrt. Dabei ist die Story anfangs noch sehr bodenständig und plausibel:
Ein vom Eheleben gelangweilter Mann lässt sich auf eine Affäre mit einer
bildhübschen Femme Fatale ein, woraufhin er seinen Verstand verliert und
die bezaubernde Fremde scheinbar immer und immer wieder tötet. Doch bereits
die Eröffnungsszene, in der wir einen Einblick in Rick's Kindheit gewährt
bekommen, macht schnell klar, dass sich noch mehr hinter dem Ganzen
verbirgt. Durch einen Unfall wird Rick's Vater an den Rollstuhl gefesselt,
woraufhin ihn seine Mutter zu hassen beginnt und seitdem mit einem
unheimlichen Fremden zu schlafen beginnt. Dieser Fremde scheint ein Inkubus
zu sein, ein Dämon aus der jüdischen und christlichen Mythologie. Im
späteren Verlauf des Films hat dieser Dämon noch weitere Auftritte und
scheint Mitschuld am Verlust von Rick's Verstand zu tragen, so dass schnell
die Frage aufgeworfen wird, wie die albtraumhafte Gestalt in den restlichen
Film passt.
Die Inszenierung von "Killing Ariel" ist sicherlich nicht der
Hauptgrund, weshalb man sich den Film ansehen sollte. Alles wirkt eher
kostengünstig und ganz klar aus dem B-Movie Bereich, weshalb sich auch
ausschließlich Liebhaber dieser Filmgattung mit dem Film anfreunden werden.
Weiterhin werden viele ihre Probleme damit haben, dass der Film nur wenige,
wirkliche Spannungsmomente besitzt und auch deutlich mit brutalen Details
spart. Wenn Rick Ariel immer wieder tötet, greift er dabei durchaus mal zur
Axt oder zur Kettensäge, doch bis auf wild spritzendes Blut bekommt man
hier nur wenig geboten. Vielmehr zieht "Killing Ariel" seinen
Unterhaltungswert aus seiner eigenwilligen Story. Was geht hier vor sich?
Wieso kehrt Ariel immer wieder von den Toten zurück? Was hat es mit dem
Inkubus auf sich? Die letzten 10 Minuten, die Auflösung also, sind dann
richtig umwerfend geraten und der eindeutige Höhepunkt des Films.
Plötzlich ergibt alles Sinn und beschert dem Zuschauer eine eiskalte
Gänsehaut.
Doch gerade deshalb entsteht der Gedanke, dass das Vorangegangene nur Mittel
zum Zweck war, um letztendlich mit einer exzellenten Auflösung dienen zu
können. Fred Calvert hatte einen wirklich guten Einfall und versuchte, um
diesen eine brauchbare Vorgeschichte zu spinnen, was ihm zwar einigermaßen
glückte, aber nicht jedem zusagen wird. Die Story ist schon sehr abgefahren
und sollte mit Interesse verfolgt werden, damit man dem Streifen etwas
abgewinnen kann. Was deshalb letzten Endes zurückbleibt, ist ein leicht
zwiespältiges Gefühl, wenn der Verdacht aufkommt, dass die eigentliche
Story nur Aufhänger für die brillanten, letzten Minuten der Auflösung
waren. Dennoch wird man im Grunde durchweg passabel unterhalten, richtige
Langeweile kommt nie auf. Wir folgen der langsamen Annäherung des
Hauptprotagonisten zum Wahnsinn immer mehr und erleben dessen seelischen
Zerfall durchaus glaubhaft mit, was von Michael Brainard überzeugend
gespielt wurde. Auch Axelle Grelet erledigt einen soliden Job als
verführerische Ariel, die hier nicht mit ihren Reizen geizt und sich des
öfteren textilfrei präsentiert.
"Killing Ariel" bietet B-Movie erfahrenen Filmfans einen surrealen
Höllentrip, der besonders durch seinen tollen Schlusstwist gegen Ende
durchaus überzeugt. Dennoch sollte man hierbei nicht mit einem absoluten
Must-See rechnen, denn die eigentliche Handlung kommt mit nur
durchschnittlicher Spannung und wenig Gekröse aus, vielmehr trägt die
Atmosphäre den sonstigen Gehalt im Alleingang. Wer sich mal wieder auf
einen verwirrenden, surrealen Mindfuck im B-Movie Gewand einlassen möchte,
ist hier allerdings richtig und kann nicht viel falsch machen. |