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Das
blutige Massaker in Gatlin, bei dem die besessenen Kinder alle Erwachsenen
des Ortes grausam töteten, liegt mittlerweile ein paar Jahre zurück, doch
der dämonische Fluch dessen, "der durch die Reihen geht" ist noch
immer ungebrochen. Gerade zu dem Zeitpunkt, als Polizeikräfte ein
entsetzliches Massengrab entdecken, formiert sich das Böse wieder und
schart erneut Anhänger um sich, die alsbald von dem fanatischen Micah (Ryan
Bollman) angeführt werden. Zeitgleich findet sich auch der Reporter John
Garrett (Terence Knox) in Gatlin ein, der die damaligen Ereignisse genauer
untersuchen soll und alsbald auf misstrauische und verängstigte Anwohner
trifft. Begleitet wird John von seinem Sohn Danny (Paul Scherrer), zu dem er
jedoch ein eher angespanntes Verhältnis hat, weshalb sich die Beiden nach
der Ankunft in der Stadt schnell aus den Augen verlieren. Kurz darauf
beginnt das Grauen von Neuem und zahlreiche Erwachsene fallen den
diabolischen Kindern zum Opfer. Als dann auch Danny der unheilvollen
Besessenheit verfällt, stellt sich John dem Kult mit der Hilfe eines weisen
Indianers entgegen... |
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Horrorfilme
ziehen Sequels an wie das Exkrement die Fliegen. Eine Assoziation, wie sie
treffender nicht sein könnte, bedenkt man, dass ein Großteil der
Fortsetzungen namhafter Franchises dem Original weit unterlegen sind und mit
dessen Ruhm nur noch einmal einen schnellen Dollar verdienen wollten. Ähnlich
verhält es sich da auch mit der "Children of the Corn"-Reihe,
hierzulande besser unter der
nicht ganz korrekten Übersetzung "Kinder des Zorns" bekannt.
Nachdem der Erstling, dem eine Kurzgeschichte von Stephen King zu Grunde
lag, im Jahr 1984 überaus passabel von Regisseur Fritz Kiersch verfilmt
wurde, sollte es noch acht Jahre dauern,
bis sich findige Produzenten eine Fortsetzung aus den geldgeilen Fingern
saugten und ein insgesamt doch eher enttäuschendes Resultat auf die
Fangemeinde losließen. Dies war jedoch nur der Anfang eines sich bis dato
immer weiter steigernden Sequel-Wahns, der dafür sorgte, dass "Kinder
des Zorns" heute 7 Teile umfasst und bei den Fans längst nicht mehr
den guten Ruf von einstmals besitzt.
1992 war man sich
dieser Tatsache natürlich noch nicht bewusst und so war manch einer
sicherlich noch guter Dinge, was das Sequel von Regisseur David Price
betraf. Natürlich war davon auszugehen, dass "Kinder des Zorns 2"
den ungeschriebenen Regeln des Horror-Genres folgen und in Sachen Story mehr
eine Neuerzählung des ersten Teils, als eine logische Fortführung bieten würde,
doch was der Streifen den Fans im Endeffekt auftischt, ist selbst für
Horror-Konventionen überaus unoriginell geraten. Eine an den ersten Teil
anknüpfende Fortführung der Geschichte wird
zwar insofern angedeutet, als dass zu Beginn des Films die Leichen der
Eltern aus dem Originalfilm gefunden werden, doch seltsamerweise wirkt sich
das nur äußerst marginal auf die restliche Handlung aus. Statt in
psychiatrische Behandlung kommen die offensichtlich noch immer geistig
umnebelten Kids einfach zu Adoptivfamilien, was den Pfad für das
vorgegebene Massaker zwar deutlich ebnet, dem Anspruch aber nicht gerade
dienlich ist. So verkommt die Story alsbald zur reinen Farce, die das Schema
des Erstlings erneut wiedergibt, dabei aber keine neuen Ideen bieten kann.
Der
Unterschied zwischen "Kinder des Zorns" und seiner Fortsetzung ist
dabei allerdings der kleine aber feine Unterschied, dass die Macher des
ersten Teils zumindest noch wussten, wie sie eine unheilvolle und
bedrohliche Atmosphäre in den Kasten bringen konnten. Gespannt folgte der
Zuschauer damals einem jungen Pärchen, das zufällig in Gatlin landete und
sich immer wieder den Angriffen besessener Kinder erwehren musste, während
es den schrecklichen Geheimnissen hinter deren Taten immer näher kam. In
"Kinder des Zorns 2" fehlt eine derartig spannende Handlung
komplett, stattdessen wird der Zuschauer mitten in einen Vater-Sohn-Konflikt
geworfen, der zwar nur als Aufhänger für die restliche Geschichte dient,
dabei aber einen nicht unerheblichen Platz einnimmt. Unglücklicherweise
sind die Charaktere ebenso belanglos wie unsympathisch geraten, so dass der
Film schnell zum bloßen Marathon der Gore- und Splatterszenen wird.
Diese haben gegenüber
dem Vorgänger noch einmal zugenommen und präsentieren dem Fan von blutiger Unterhaltung so
manche Gründe, dem Film trotz all seiner Defizite noch eine Chance zu
geben. Die Morde sind allesamt einfallsreich und beschränken sich nicht auf
die üblichen Standards. So wird eine alte Dame beispielsweise unter ihrem
beweglichen Haus zerquetscht, während eine andere in ihrem Rollstuhl auf
der Hauptstraße stehen bleibt, von einem LKW erfasst wird und im hohen
Bogen durch das Fenster einer Bingo-Lotterie befördert wird. Von der
direkten Ernsthaftigkeit des Erstlings ist hier nicht mehr ganz so viel übrig,
der Trash-Fan wird aber seine Freude an derartigen Ideen haben.
Leider
sind die kreativen Ablebesequenzen die einzige Stärke dieses ansonsten sehr
belanglosen und vor sich hinplätschernden Films. Nicht ganz spannungsarm,
dafür aber jederzeit vorhersehbar gehen die Ereignisse vonstatten, die man
noch aus Teil 1 bestens in Erinnerung hat und die der Materie keine neuen
Ansätze verleihen können. Auch die Kinder wirken hier nicht mehr so
bedrohlich wie einstmals, da sie nicht nur zahlenmäßig abgenommen haben,
sondern auch keinen derart verrückten Anführer wie Isaac mehr bieten können.
Inszenatorisch befindet sich das Ganze derweil auf annehmbaren Niveau. Die
Atmosphäre atmet den Geist der 80er, was das Werk aber auch für
Sympathisanten der Werke jener Zeit nicht erträglicher macht. Zu
wendungsarm, zu einfallslos windet sich das Geschehen voran, dagegen kann
auch ein recht solider Cast nichts ausrichten.
"Kinder des Zorns 2" bleibt leider in allen Belangen hinter dem überdurchschnittlichen,
ersten Teil zurück und bietet nur noch einen faden Aufguss dessen, was dem
Zuschauer schon einige Jahre zuvor aufgetischt wurde. Hätte der Blutgehalt
nicht zugenommen und würde für so manch komisch-brutalen Moment sorgen, wäre
dieser Film die endgültige Lösung bei Einschlafproblemen, so haben die
Gorehounds aber zumindest noch einige Szenen, zu denen sie bei Langeweile
spulen können. "Kinder des Zorns 2" mag nicht ganz so grottig wie
so manch späterer Teil sein, der in den Folgejahren noch das Licht der Welt
erblickte, doch am Original kann er sich letztlich nicht messen. |