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Der amerikanische
Sci-Fi Channel ist immer wieder für trashige Horror-Produktionen gut, die
zwar qualitativ nicht all zu viel Lobenswertes mit sich bringen, dafür aber
in der Regel meist gut zu unterhalten wissen. "Loch Ness - Die Bestie
aus der Tiefe", oder "Beyond Loch Ness", so der Titel im
Original, ist eine etwas neuere Eigenproduktion des Senders, der damit auf
altbekannten Pfaden schreitet und seinen Konsumenten zum wiederholten Male
das zeigt, was diese zwar mittlerweile schon kennen, im Laufe der Zeit aber
auch zu schätzen gelernt haben. Für den Regiestuhl wurde dabei Paul Ziller
verpflichtet, der mittlerweile auf eine 20 jährige Regiekarriere
zurückblicken kann, die mit dem hierzulande einigermaßen bekannten
"Pledge Class" seinen Anfang nahm und Ziller über zahlreiche
B-Movies schließlich in die Fänge des Sci-Fi Channels führte, für die er
in den letzten Jahren bereits "Snakehead Terror" und "Swarmed
- Das tödliche Summen" in Szene setzte.
"Loch
Ness" ist im Grunde ein beliebiger Tierhorrorfilm auf B-Movie Niveau,
der sich nicht im Ansatz von den zahlreichen ähnlich gelagerten Streifen
unterscheidet, die bereits vor ihm kamen und noch kommen werden. So ist es
letztendlich auch ohne Belang, dass hierfür das berühmte Mythenwesen
Nessie als aggressives Monster verwurstet wurde, denn auf die Geschichte
oder die Legenden, die sich um das Loch Ness Monster ranken, wird hier in
keinster Weise eingegangen. Nessie fungiert hier schlichtweg als
austauschbares Ungetüm, das in seiner begrenzten Screentime allerlei Leute
verspeisen darf und sich nicht von anderen Monstern aus unzähligen
Tierhorrorfilmen unterscheidet. Wie es das eigentlich in Schottland
beheimatete Wesen überhaupt in die USA geschafft hat, will uns der Film
derweil nicht erklären.
Den Zuschauer soll
dies jedoch nicht stören, denn Story oder gar Anspruch sind ohnehin nicht
die Stärken von "Loch Ness". Die Hauptzutaten für einen
funktionierenden Film dieser Gattung sind für gewöhnlich ein regelmäßig
auftauchendes CGI-Monster, das die Sterberate nicht in den Keller sinken
lässt, sowie eine handvoll überschaubarer Hauptcharaktere, die allesamt
irgendwie mit dem Monster in Verbindung stehen. Im Fall von "Loch
Ness" wurde der Kryptozoologe James als Kind Zeuge, wie Nessie seinen
Vater verspeiste, Josh hingegen verlor seinen geliebten Onkel an das
Monster, als dieser lediglich ein paar Beweisfotos für Nessies Existenz
schießen wollte. So haben wir, wenn es nach den Drehbuchautoren geht, eine
spannende Handlung, die von persönlichem Verlust und dem Drang nach Rache
vorangetrieben wird.
Kennern solcher
Werke ist dabei natürlich bewusst, dass "Loch Ness" nicht einmal
im Ansatz eine dramatische Note versprühen kann. Der Streifen dirigiert
sich von einem Angriff des Monsters zum nächsten, zwischendurch gibt es die
nötige Rahmenhandlung, all das wirkt mittlerweile alles andere als neu und
unverbraucht. Das größte Manko des Films ist somit seine Story, die sich
nicht nur als unerhört einfallslos entpuppt, sondern geradezu
vernachlässigt wird. Die Charaktere erscheinen undurchsichtig und erhalten
keinerlei Tiefe, der Fortschritt des Geschehens ist problemlos vorhersehbar.
Die Handlung erinnert bisweilen an eine peinliche Soap, etwa wenn wir
erfahren, dass Josh seiner Ex noch immer hinterher trauert und deshalb
natürlich für deren Rettung alles riskiert. Die sonstigen Jugendlichen
sterben dabei allerdings bereitwillig nach den typischen Sex- und
Partyorgien und dienen dem Film zwar zur Aufbesserung des Bodycounts, haben
innerhalb der Handlung aber keinerlei Existenzberechtigung.
Die Inszenierung
des Films offenbart sich als typisch für eine derartige TV-Produktion. Dem
Monster ist in jeder Hinsicht der Ursprung aus dem Computer anzusehen,
"Loch Ness" ist wieder einmal einer der besten Gründe gegen die
übermäßige Verwendung von CGI. Die Kreatur wirkt unecht und schafft es
somit nicht, eine bedrohliche Atmosphäre aufkommen zu lassen. Auf Sex und
nackte Haut wurde hier gänzlich verzichtet, um so mehr überrascht die
Sterberate. Einer nach dem anderen beißt blutig ins Gras, da gibt es
abgetrennte Köpfe, Entweidungen und vieles mehr. Schade nur, dass auch der
Gore aus dem Computer stammt und somit keine positive Bereicherung
darstellt.
Die Schauspieler
agieren von grottig bis annehmbar, hinterlassen aber in keinem Fall einen
wirklich positiven Eindruck. Als bekanntester Name muss dabei Brian Krause
herhalten, der durch sein Mitwirken an der Serie
"Charmed" beworben wird, was wohl Bände über den
Bekanntheitsgrad und das Talent der sonstigen Darsteller spricht.
Vorhersehbares
und altbekanntes Monster-Movie, das zum einmaligen Ansehen zwar durchaus
taugt, dabei aber nicht all zu ernst genommen werden sollte. "Loch
Ness" hat derart große Logiklücken, dass selbst Nessie ohne Probleme
hindurchpassen würde und serviert seinem Publikum neben der hanebüchenen
Geschichte noch eine Vielzahl unschöner CGI-Effekte und reichlich
untalentierte Schauspieler. Nimmt man dies zusammen, erhält man zwar
beinahe schon einen filmgewordenen Schlag ins Gesicht eines jeden
anspruchsvollen Filmliebhabers, auf der anderen Seite aber auch einen
unterhaltsamen Haufen Mist für Trash-Fans und die, die es werden wollen.
Schrott ja, aber zumindest einer der spaßigeren Sorte. |