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Die
junge und attraktive Alison Blanchard (Corri English) steht am Beginn ihres
Studiums als Medizinstudentin. Mit einigen Kommilitonen besucht sie alsbald
den Anatomiekurs von Dr. Walter Blackwell (Derrick O'Connor), wo die
Studenten in Gruppen aufgeteilt und jeweils einer Leiche zugeordnet werden.
Doch schon beim ersten Anblick der toten Frau, die Alison, Rick (Jay
Jablonski), Carlos (Joshua Alba) und Brian (Scot Davis) zugeteilt wird,
gerät sie in Panik und fällt in eine tiefe Ohnmacht. Vom ersten Moment an
spürt Alison, dass mit der grausam zugerichteten Leiche etwas nicht in
Ordnung ist, eine dunkle, beunruhigende Aura scheint von ihr auszugehen. Von
ihren Kommilitonen kritisch beäugt, beginnt Alison, Nachforschungen
bezüglich des Leichnams anzustellen, während sich die unheimlichen
Ereignisse häufen und bald die ersten Studenten ermordet werden... |
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"Unrest"
ist einer von den Filmen, die ihre Premiere auf zahlreichen Festivals feiern
durften und dadurch, ob qualitativ hochwertig oder nicht, zumindest einmal
ins Gespräch kommen und dem Horrorfan in diversen Foren immer wieder
begegnen. So hatte "Unrest" das Glück, von Lionsgate mit sieben
weiteren Kandidaten im Rahmen des After Dark Festivals gezeigt zu werden,
das 2006 in 500 US-Kinos stattfand. In Deutschland hatte der Streifen seine
Uraufführung dann auf dem FantasyFilmFest, bevor er dann einige Zeit
später auf DVD erschien. Diese Promo tat "Unrest" sicherlich gut,
ansonsten wäre er wohl schneller wieder in der Versenkung verschwunden, als
er es im Grunde verdient hätte.
Wer
"Anatomie" sah und mochte, wird sich auch bei "Unrest"
schnell heimisch fühlen. Wieder einmal spielt sich der Schrecken hier in
einer Pathologie ab, im Zentrum des Geschehens steht eine Gruppe junger
Medizinstudenten. Die eigentliche Story ist ebenso schnell wiedergegeben.
Eine übel zugerichtete Leiche sorgt bei der blonden Hauptdarstellerin für
üble Vorahnungen und hat schlussendlich das Ableben einiger Studenten zu
Folge. Dennoch sollte man sich von "Unrest" keinen Teenslasher
nach altbekanntem Schema erwarten, da es hier kein vermummter Mörder ist,
der durch die Gänge schleicht und die unvorsichtigen Jugendlichen
reihenweise um die Ecke bringt. Vielmehr gehen die Morde auf das Konto eines
mysteriösen Fluches, dessen Auflösung und Bekämpfung schnell in den
Mittelpunkt der zweiten Hälfte des Films rückt.
Regisseur
Jason Todd Ipson, der zuvor noch nicht sonderlich aktiv im Filmgeschäft
war, verließ mit "Unrest" die Trampelpfade des typischen
Teen-Horrors und setzt in seinem Debüt auf Suspense und Mystery. So
löblich dieses Bestreben im Kern sein mag, so schnell fällt auch auf, dass
"Unrest" nicht ganz das ist, was er gerne gewesen wäre. Die
Charaktere werden allesamt ordentlich eingeführt und ausreichend
vorgestellt. Vor allem Alison ist eine, für B-Movie-Verhältnisse,
zufriedenstellende Leading-Lady, die die Geschehnisse erst so richtig ins
Rollen bringt und den Zuschauer auch auf ihre Seite ziehen kann. Das
Drehbuch allerdings gehört nicht zu den offensichtlichen Stärken von
"Unrest", da das Werk in der zweiten Hälfte in immer obskurere
Erklärungsversuche abdriftet und sich somit selbst als möglicherweise
überdurchschnittlicher Low-Budget-Horror disqualifiziert.
Richtiger Schauer
kommt in dem Werk nur in wenigen Szenen auf, doch zumindest schafft die
erste Hälfte eine ordentliche Atmosphäre. Vor den farblosen,
klinisch-sterilen Kulissen der Pathologie entsteht eine kalte Atmosphäre.
Unerklärliche Ereignisse häufen sich, es tauchen die ersten Toten auf.
Sobald "Unrest" dies dann aber zu erklären versucht, rutscht das
Ganze mehr und mehr ab. Die Hintergrundgeschichte der toten Frau ist leider
alles andere als gelungen und sorgt vielmehr für unfreiwillige Komik, als
für den beabsichtigten Gänsehautfaktor. Auch in Sachen Gewalt hält sich
"Unrest" großteils zurück. Mit detailreichen Sezierungen soll
beim Publikum Ekel hervorgerufen werden, zumal behauptet wird, dass hierfür
mit echten Leichen gearbeitet wurde. Splatterfans gehen dabei aber leer aus,
da auch die eigentlichen Morde stets im Off geschehen und äußerst
unspektakulär vonstatten gehen. Schauriger Höhepunkt ist dabei noch das
unfreiwillige Bad zweier Protagonisten in einem großen
Formaldehyd-Behälter, in dem sich allerlei Leichenteile und tote Körper
befinden, auch wenn die Logik hier kurzzeitig ausgeblendet werden muss,
schließlich hätte ein derartiger Kontakt mit Formaldehyd erhebliche
gesundheitliche Konsequenzen zur Folge.
Als Horrorfilm kann
"Unrest" nur bedingt überzeugen, doch B-Movie-Freaks werden dem
Werk mit Sicherheit etwas abgewinnen können. An den etwas billigeren Look
hat man sich schnell gewöhnt, während sich vor allem das Ausbleiben von
Langeweile über weite Strecken positiv bemerkbar macht. Auch, wenn in
vielen Szenen nur wenig Aufregendes geschieht, so ist man doch stets
gewillt, der Handlung zu folgen, was sicherlich auch auf das Konto der
halbwegs sympathischen Charaktere geht. Sicherlich ist deren Verhalten
wieder einmal unglaubwürdig und gipfelt dann zu allem Überfluss auch noch
in einer weit hergeholten Liebesgeschichte, doch auch das ist man bereit,
dem Streifen zu vergeben. Die Schauspieler machen ihre Sache letztendlich
allesamt passabel, wenn auch keiner von ihnen länger in Erinnerung bleibt.
Corri English, die durchaus als Britney-Double durchgehen würde, macht in
der Hauptrolle auch optisch einiges her und lässt somit den Wunsch nach
einer anderen Hauptdarstellerin nicht aufkommen.
Low-Budget-Pathologie-Horror , dem es zwar über weite Strecken an Horror
und Nervenkitzel fehlt, der aber dank des Ausbleibens von Langeweile
durchaus solide unterhält. Vor allem die, die mal wieder einen richtig
aufregenden und brutalen Genre-Streifen sehen wollen, sind mit
"Unrest" falsch bedient, doch B-Movie-Gucker können mit diesem
Werk nicht sehr viel falsch machen. 88 Minuten lang wird man ohne sehr viele
Höhepunkte, dafür auch ohne all zu viel Langeweile unterhalten und das ist
immerhin besser als ein Totalausfall. |