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Eine Kinder-Clique findet in einer Grube im
Wald einen weiblichen verbrecherischen Weihnachtsmann, beschließt ihn für
eine Weile zu behalten, erpresst ihn um seine Beute, füttert ihn mit
Süßigkeiten, zelebriert Voodoo-Riten aus einem Horror-Film und wundert
sich schließlich, dass sie von einer untoten axtschwingenden
Weihnachtsmann-Furie gejagt wird.
Was wie die Story einer neuen "South
Park" - Episode klingt, ist der Beitrag von Regisseur Francisco
"Paco" Plaza zur spanischen TV-Horror-Serie "Horror
Anthology". Sein "Xmas-Tale" ist ein höchst amüsanter Mix
aus Teenie-Komödie, Weihnachts-Slasher und Zombiefilm.
Die erste halbe Stunde des Films gehört
eindeutig den Kiddies. Sie sind die gewissermaßen die "Goonies"
des neuen Jahrtausends, heizen mit BMX-Rädern durch die Gegend, haben einen
alten Wohnwagen als Hauptquartier ihres "A-Teams" und schlagen
sich mit den üblichen Teenie-Problemen herum: Der schmächtige kurzsichtige
Denker möchte gerne wie sein Vorbild Karate-Kid sein, trägt deshalb immer
ein viel zu langes Stirnband und beschränkt sich beim Training lieber auf
die leichteren Lektionen seines Idols: "Erst wachsen, dann
polieren..." seinen Vater erfreut die blitzblanke Windschutzscheibe...
Der heimlich rauchende Horror-Freak regt sich auf, weil seine Mutter das
Video von "Zombie Invasion" mit ihrer Lieblingsserie überspielt
hat. Es passiert zwar nicht sonderlich viel, dennoch zieht das Geschehen den
Zuschauer in seinen Bann. Ein Phänomen, dass auch bei ähnlichen Filmen mit
Kinder-Gangs auftritt: Ob "Stand by me" oder
"Vorstadtkrokodile", wahrscheinlich liegt die Faszination darin,
dass man sich teilweise an seine eigene Kindheit erinnert fühlt...
Weiter geht es mit einem ordentlich spannenden
Thriller in bester 80er-Jahre-Weihnachts-Slasher-Stil: Die Weihnachtsfrau,
selbstverständlich mit Axt ausgerüstet, macht Jagd auf die Kids. Doch die
Kinder wissen sich, Dank einschlägigen Fachwissens aus Horror-Filmen zu
wehren. Schön, dass die Kiddies im Vergleich zu vielen anderen Filmen hier
NICHT neunmalklug und nervig wirken! Es kommt zum packenden Showdown in
einem Vergnügungspark, Tobe Hooper's "Funhouse" lässt grüßen.
Wer jetzt denkt, es käme nichts mehr, liegt allerdings falsch...
Fehlen noch die Eingangs erwähnten
Zombie-Elemente. Nun, die streut Regisseur Plaza geschickt ein. Zum einen
als Filmausschnitte des Kult-Schockers der Kinder "Zombie
Invasion", in dem ein tougher Rockabilly-Typ seine blonde Freundin (im
netten Gwendoline-Look) auf blutige Art und Weise vor glibberigen Zombies
rettet. Zum anderen gegen Ende des Films. Dieses überrascht auf seine Art
dann auch wirklich...
Es kommt nicht oft vor, dass 72 Minuten
Spielzeit eines Films so schnell vorbeigehen. Bei "Xmas Tale"
kommt über die gesamte Dauer keine Langeweile auf. Die vereinzelten
Splatter-Einlagen sind ordentlich inszeniert, jedoch eigentlich
überflüssig. Der Film funktioniert auch ohne sie...
FAZIT: "Stand by me" meets
"Fröhliche Weihnachten. Dazu noch ein bisschen "Funhouse":
72 Minuten beste Unterhaltung!! |