Die Zeit der Wölfe

OT: The Company Of Wolves
ca. 91 Minuten
GB 1984
 
Regie
Neil Jordan
Darsteller
Sarah Patterson
Angela Lansbury
David Wagner
Stephen Rea

u.a. 
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Die junge Rosaleen flüchtet aus ihrem Alltag in märchenhafte Träume: Als eine Art „Rotkäppchen“ durchlebt sie einen schaurig – mystischen Trip ins Land der (Wer-) Wölfe. Hier lebt sie in einem idyllischen Dorf, in einer längst vergangenen und leicht unwirklich scheinenden Zeit. In diesem parallelen Leben wurde ihre Schwester soeben das Opfer eines wilden Wolfes. Ihr Vater bläst zum Angriff auf die reißende Bestie. Rosaleen wird dabei von ihrer Großmutter betreut, zu der sie ein sehr gutes, ja sogar elterliches Verhältnis hat. In ihren vielen Treffen erzählt die alte Frau ihr zahlreiche Geschichten und Anekdoten, die von Geschehnissen mit Wölfen handeln.

Bei einer dieser Geschichten vergisst sie nicht extra zu betonen, dass die gefährlichsten Kreaturen jene Wölfe seien, welche nicht auf der Außenseite, sondern innerlich behaart seien. Wie jenes Wesen, dass einst in Gestalt eines Fremden in ein Dorf gelangte und dort das Herz einer jungen Dame gewann, um dann in der Hochzeitsnacht, in welcher zufällig Vollmond herrschte, spurlos zu verschwinden.

Doch als er Jahre später zurückkehrt und seine Braut mit einem anderen Mann vorfindet, den sie geheiratet hat, zeigt er im wahrsten Sinne des Wortes sein wirkliches Gesicht. Daraufhin erzählt die Oma ihrer Enkelin die Geschichte von der adligen Hochzeitsgesellschaft, die von der als unstandesgemäß verworfenen Geliebten des Bräutigams verflucht und darauf in ein Rudel Wölfe verwandelt wird.

Doch all die Warnungen, die insbesondere auch den dringenden Hinweis, im Wald nicht vom rechten Wege abzukommen, beinhaltet, werden von Rosaleen in den Wind geschlagen, als ihr ein sonderbarer junger Jägersmann begegnet, der eine unwiderstehliche Ausstrahlung hat und seine animalischen Mystik an ihr ausübt.

Bevor es hier zur „Endszene“ kommt, breche ich wie in jedem Meiner Berichte die Erzählung der Handlung ab um euch bei einem eventuellen Kauf die Spannung nicht zu nehmen ...



 

„Zeit der Wölfe“ ist DAS Märchen für den Erwachsenen (wobei „Mär“ in diesem Fall tatsächlich als „Schauergeschichte“ zu deuten ist). Der „Rotkäppchen – Geschichte“ von Neil Jordan als Werwolf- / Horrorstory wird bei einigen Fans des phantastischen Film schon ein gewisser Kultstatus gewährt, zeichnet diesen Film doch in erster Linie seine unglaublichdichte und wahrhaft (alb-) traum- / märchenhafte Atmosphäre aus. Sämtliche Traumsequenzen sind offenbar im Studio mit Hintergrundbild entstanden und erzeugen eine Stimmung die den klassischen Gothic – Movies der Hammer- Produktionen sehr nahe kommt. Besondere Aufmerksamkeit sollte den Dialogen bzw. der Stimme aus dem Off gewidmet werden, bemühen sie sich doch, deutliche Parallelen zum Original- Märchen aufzuzeigen.

Tricktechnisch kann der Film mit einer Werwolf- Verwandlung aufwarten, die zwar nicht an den „American Werwolf“ – Status heranreichen, dafür aber Splatterfans begeistern kann. Zu erwähnen sei vielleicht noch der Auftritt von Wave- Sängerin Danielle Dax  (falls die jemand kennt) als nacktes Wolfmädchen. 

FAZIT: Neil Jordan (u.a. The Crying Game) ist mit seiner Interpretation des „Rotkäppchen“ – Märchens geradezu ein Meisterwerk gelungen, welches genreübergreifend Bewunderung finden wird (Was bei Top- Aufmachung und der üppigen Ausstattung der DVD mit Trailern, Hintergrundinformationen zum Thema Werwölfe, Weblinks, deutscher / englischer Sprache eigentlich kein Problem sein sollte).      

Review by MiP

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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