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Die junge Rosaleen flüchtet aus ihrem Alltag
in märchenhafte Träume: Als eine Art „Rotkäppchen“ durchlebt sie
einen schaurig – mystischen Trip ins Land der (Wer-) Wölfe. Hier lebt sie
in einem idyllischen Dorf, in einer längst vergangenen und leicht
unwirklich scheinenden Zeit. In diesem parallelen Leben wurde ihre Schwester
soeben das Opfer eines wilden Wolfes. Ihr Vater bläst zum Angriff auf die
reißende Bestie. Rosaleen wird dabei von ihrer Großmutter betreut, zu der
sie ein sehr gutes, ja sogar elterliches Verhältnis hat. In ihren vielen
Treffen erzählt die alte Frau ihr zahlreiche Geschichten und Anekdoten, die
von Geschehnissen mit Wölfen handeln.
Bei einer dieser Geschichten vergisst sie nicht extra zu betonen, dass die
gefährlichsten Kreaturen jene Wölfe seien, welche nicht auf der
Außenseite, sondern innerlich behaart seien. Wie jenes Wesen, dass einst in
Gestalt eines Fremden in ein Dorf gelangte und dort das Herz einer jungen
Dame gewann, um dann in der Hochzeitsnacht, in welcher zufällig Vollmond
herrschte, spurlos zu verschwinden.
Doch als er Jahre später zurückkehrt und seine Braut mit einem anderen
Mann vorfindet, den sie geheiratet hat, zeigt er im wahrsten Sinne des
Wortes sein wirkliches Gesicht. Daraufhin erzählt die Oma ihrer Enkelin die
Geschichte von der adligen Hochzeitsgesellschaft, die von der als
unstandesgemäß verworfenen Geliebten des Bräutigams verflucht und darauf
in ein Rudel Wölfe verwandelt wird.
Doch all die Warnungen, die insbesondere auch den dringenden Hinweis, im
Wald nicht vom rechten Wege abzukommen, beinhaltet, werden von Rosaleen in
den Wind geschlagen, als ihr ein sonderbarer junger Jägersmann begegnet,
der eine unwiderstehliche Ausstrahlung hat und seine animalischen Mystik an
ihr ausübt.
Bevor es hier zur „Endszene“ kommt, breche ich wie in jedem Meiner
Berichte die Erzählung der Handlung ab um euch bei einem eventuellen Kauf
die Spannung nicht zu nehmen ... |
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„Zeit der Wölfe“ ist DAS Märchen für
den Erwachsenen (wobei „Mär“ in diesem Fall tatsächlich als „Schauergeschichte“
zu deuten ist). Der „Rotkäppchen – Geschichte“ von Neil Jordan als
Werwolf- / Horrorstory wird bei einigen Fans des phantastischen Film schon
ein gewisser Kultstatus gewährt, zeichnet diesen Film doch in erster Linie
seine unglaublichdichte und wahrhaft (alb-) traum- / märchenhafte
Atmosphäre aus. Sämtliche Traumsequenzen sind offenbar im Studio mit
Hintergrundbild entstanden und erzeugen eine Stimmung die den klassischen
Gothic – Movies der Hammer- Produktionen sehr nahe kommt. Besondere
Aufmerksamkeit sollte den Dialogen bzw. der Stimme aus dem Off gewidmet
werden, bemühen sie sich doch, deutliche Parallelen zum Original- Märchen
aufzuzeigen.
Tricktechnisch kann der Film mit einer
Werwolf- Verwandlung aufwarten, die zwar nicht an den „American Werwolf“
– Status heranreichen, dafür aber Splatterfans begeistern kann. Zu
erwähnen sei vielleicht noch der Auftritt von Wave- Sängerin Danielle Dax
(falls die jemand kennt) als nacktes Wolfmädchen.
FAZIT: Neil Jordan (u.a. The Crying Game) ist
mit seiner Interpretation des „Rotkäppchen“ – Märchens geradezu ein
Meisterwerk gelungen, welches genreübergreifend Bewunderung finden wird
(Was bei Top- Aufmachung und der üppigen Ausstattung der DVD mit Trailern,
Hintergrundinformationen zum Thema Werwölfe, Weblinks, deutscher /
englischer Sprache eigentlich kein Problem sein sollte). |