| Spacer |
| Story |
|
Die
Benzinpreise sind dermaßen in die Höhe geschossen, dass es
sich kaum noch jemand leisten kann, sein Auto zu bewegen.
Deshalb versucht sich Kindergärtner Archie an der
Erfindung eines alternativen Verbrennungsmotors. Da er Veganer
ist und sich mit Grünzeug auskennt, versucht er einen Motor
mit Weizengras anzutreiben, welches er bei einer guten
Bekannten in deren Shop kauft. Doch die andauernden Versuche
lassen zu wünschen übrig. Archie tritt auf der Stelle.
Eines Tages gelingt ihm aber der Durchbruch. Unbeabsichtigt.
Als er sich schneidet und sein Blut in seine Maschine tröpfelt,
funktioniert die viel besser als vorher. Archie weiß nun was
zu tun ist. Seine Überzeugungen als Veganer muss er über
Bord werfen und sich Treibstoff in der hiesigen Tierwelt
zusammensuchen. Dies funktioniert auch gut. Doch schon bald
braucht er mehr Sprit. Viel mehr... |
|
|
Bis die Ölvorkommen
völlig leergepumpt sind muss man sich was einfallen lassen. Dies
gilt nicht nur für Industrienationen, sondern war auch
offensichtlich die Idee, auf dem der Film „Blood Car“ basiert.
Diesen Film darf man problemlos als Trash-Film bezeichnen. So wenig
wie er sich ernst nimmt. Eine Trash-Komödie mit Herz.
Und so ist es nur wenig erstaunlich, dass der Film für seine
Zielgruppe sehr gut funktioniert. Hier wird Vieles auf die Schippe
genommen. Die Fleischeslust, die Industrie, die Regierung der USA,
der Konsum, die Ökos und selbst die sonst so politisch korrekten
Veganer bekommen ihr Fett weg. Es gibt viele lustige Einlagen,
welche die Stimmung deutlich aufheitern. Zum Beispiel die fiese Jagd
auf süße Kleintiere, deren Blut als Treibstoff herhalten muss. Ein
weiterer Grund für die Heiterkeit des Streifens sind die vielen
farbenvollen Bilder, die solide eingefangen und meistens mit einer
netten Musik untermalt werden.
Es wird recht viel getankt und dank eines eingebauten Hexlers im
Kofferraum des umgebauten Vehikels, gibt es für den Betrachter auch
viel Sprit zu sehen. Als übermäßig brutal kann man „Blood
Car“ aber nicht bezeichnen. Es gibt nur dezent eingesetzte
Spezialeffekte, was die Stimmung aber nicht trübt.
Atmosphärisch leidet der Film etwas unter der Farbflut und dem
meist nicht so rasanten Tempo. Es kommt auch zu Szenen, die sich
etwas ziehen, was aber nicht gerade untypisch für Low-Budget Filme
ist. Der Unterhaltungswert überwiegt dennoch klar.
Darstellerisch können die drei Protagonisten überzeugen. Während
mit Mike Brune als Archie und Katie Rowlett zwei unbekannte
Gesichter über den Bildschirm flimmern, ist die Rolle der Grasverkäuferin
mit Anna Chlumsky besetzt. Viele werden sie sicherlich aus
dem Blockbuster „My Girl – Meine erste Liebe“ kennen. Chlumsky
macht einen optisch netten Eindruck, wie auch die anderen weiblichen
Darsteller. Dem Caster waren weibliche Reize offensichtlich wichtig.
Debüt-Regisseur Alex Orr kann ebenfalls eine solide Arbeit
attestiert werden. Da kann man nur hoffen, dass Orr auch in Zukunft
das Regie-Zepter schwingen darf.
Unterm Strich weiß die Anti-Fleisch-Satire gut zu gefallen. Mit
gerade mal 73 Minuten Lauflänge ist sie nicht zu kurz und erst
recht nicht zu lang geraten. Einige trockene Szenen und der plumpe
Einsatz von etwas viel Erotik stören zwar, dennoch lässt sich der
Film vom geneigten Trash-Fan gut schauen.
|
|
Der
Redaktion lag als Sichtungsmaterial eine Presse-DVD vor. Bild und
Ton entsprechen hier nicht dem Original und können somit auch nicht
bewertet werden. Positiv fällt auf, dass die Synchronisation gut
gelungen ist. Als Extras werden laut Aussage des Herausgebers
folgendes Material auf der DVD mitgeliefert: Audiokommentar, Behind
The Scenes, ein Kurzfilm und eine Trailershow.
|