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Name: |
Haarmann, Friedrich (1879-1925)
("Schlächter von Hannover", "Werwolf von
Hannover", "Vampir von Hannover") |
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Anzahl Opfer: |
24 wurden ihm nachgewiesen (nur 21 hat er zugegeben) |
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Delikte/Tötungsarten: |
Mord (meist durch einen Biß in die Kehle), anschließend zerstückelung der Leichen mit einem Beil |
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Festnahme: |
23. Juni 1924 |
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Urteil: |
19. Dezember 1924
Todesurteil vor dem Schwurgericht, durch Guillotine am 15. April 1925 im Hof des
Gerichtsgefängnisses in Hannover vollstreckt |
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Literatur |
Matthias Blazek: Haarmann und Grans – Der Fall, die
Beteiligten und die Presseberichterstattung, Stuttgart 2009 |
Bericht:
Ich denke mal, dass dem ein oder anderen schon mal der nette kleine Reim „Warte, warte nur ein Weilchen, dann kommt Haarmann auch zu Dir, mit dem kleinen Hackebeilchen, macht er Hackefleisch aus Dir“ geläufig sein dürfte. Doch nur wenige kennen die Geschichte um den Serienmörder Fritz Haarmann, die dabei dahinter steckt:
Im Mai 1924 fanden ein paar Kinder in Hannover, beim Spielen an einem See einen menschlichen Schädel, wenige Tage später tauchte an der gleichen Stelle ein weiterer Schädel auf und das Spiel wiederholte sich einen Monat später erneut. Wie durch ein Wunder wurden die Ermittler bereits sehr schnell auf einen bereits in Erscheinung getretenen Verdächtigen namens Fritz Haarmann aufmerksam und so wurde auch rasch ein Durchsuchungsbefehl für seine Wohnung in Hannover erwirkt. Bei der Hausdurchsuchung wurden sogar einige Kleidungsstücke von jungen Männern gefunden, diese konnten allerdings nicht den gefundenen Schädeln zugewiesen werden und somit fehlte auch der entscheidende Beweiß, um Haarmann Dingfest zu machen. Erst durch ein zufälliges Treffen einer ehemaligen Wirtin von Haarmann und deren Stiefsohn mit der Mutter seines letzten Opfers (Robert Witzel) brachte den entscheidenden und langersehnten Beweiß. Bei einem Verhör auf der Wache begegneten sich die beiden Parteien und der Stiefsohn der Wirtin trug einen Anzug, den Frau Witzel eindeutig als den Anzug ihres ermordeten Sohnes identifizierte. Es stellte sich schließlich heraus, dass dieser Anzug von der Wirtin bei Haarmann gekauft worden war und so gab Haarmann nach und nach seine Taten bei den zahlreichen Verhören zu und er schilderte sogar sehr genau, wie er sie begannen hatte.
Haarmann wurde am 25.10.1879 in einer Familie mit 5 Kindern geboren. Sein Vater war sehr streng und überaus gewalttätig. Und sein Bruder soll ihn jahrelang gedemütigt und sexuell missbraucht haben. Als die Beziehung zu seiner Verlobten in die Brüche ging, entdeckte er langsam seine Neigung zum gleichgesinnten Geschlecht und 1918 begann er seinen ersten Mord, wobei er seinem Opfer, einem jungen Landstreicher die Kehle einfach durchbiß. Als die Polizei seine Wohnung kurze Zeit später durchsuchte, entging ihnen der entscheidende Beweiß für diese Tat – der Kopf des Opfers befand sich hinter dem Kamin.
Haarmann hatte die Vorliebe seinen Opfern meist die Kehle oder die Halsschlagader durchzubeißen und sie anschließend zu zersägen und zu zerstückeln, das was von ihnen dann noch übrig blieb habe er anschließend die Toilette runtergespült bzw. die Knochen in der Leine versenkt. Allerdings war Haarmann auch ein großangesehener, preiswerter Fleischverkäufer. Ob er somit auch mit menschlichem Fleisch gehandelt hatte, konnte man ihm niemals nachweisen, denn er schwieg beharrlich zu diesem Vorwurf, der jedoch durchaus im Bereich des Möglichen liegt.
In einer großen Suchaktion in den Gewässern der Leine wurden schließlich die Knochen von etwa 22 jungen Männern im Alter von 10 bis 22 Jahren gefunden. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen tauchten auch noch weitere 5 Opfer auf, die ebenfalls auf Haarmanns Konto gehen sollten. Ein psychologisches Attest lieferte auch die Gewissheit, dass der vermeintliche Homosexuelle Fritz Haarmann voll schuldfähig sei und somit auch voll zurechnungsfähig für seine Taten sei. Er wurde insgesamt 24 mal zum Tode verurteilt, da man ihm 24 Morde mit Gewissheit anlasten konnte. Das Urteil nahm Haarmann sehr gelassen entgegen. Am 15. April 1925 wurde das Urteil vollstreckt. Sein Kopf wurde der Universität Göttingen zu Forschungszwecken überstellt und befindet sich noch bis heute dort.