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The Abandoned - Die Verlassenen
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| OT: The
Abandoned |
| ca. 95 Minuten |
| Spanien 2006 |
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| Regie |
| Nacho
Cerdà |
| Darsteller |
Jordanka Angelova
Kalin Arsov
Paraskeva Djukelova
Valentin Ganev
u.a. |
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Als
eine russische Familie gerade gemeinsam ihr Essen zu sich nimmt, hört der
Vater ein Auto aus der Ferne heranfahren, was in der weitläufigen Einöde
nicht jeden Tag vorkommt. Das Vehikel hält überraschenderweise direkt vor
dem einsamen Haus. Als der Vater, mit der Flinte im Anschlag, die Lage
sondiert, findet er eine tote Frau am Steuer und zwei lebende Babys auf dem
Beifahrersitz.
Etwa 40 Jahre später hat die Amerikanerin Marie endlich herausgefunden, wo
sie herstammt. Sie hat erfahren, wo ihre Geburtsstätte ist und macht sich
auf den Weg nach Russland. Ihre leiblichen Eltern hat sie nie kennen
gelernt, da sie bereits früh adoptiert wurde. Inmitten der Einöde
Russlands ist es nun: Ein heruntergekommenes Haus, welches keinen
Pfifferling wert ist. Aber es hat emotionale Werte für die Frau in den
besten Jahren. Der Fahrer, der Marie zu ihrer Destination gebracht hat,
verschwindet plötzlich und sie sieht bald eine Frau, die ihr einen
unglaublichen Schrecken einjagt. Die Frau, die Marie verdammt ähnlich
sieht, ist genau so schnell wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht ist.
Trotzdem ist die verstörte Frau voller Panik, versucht im Dunkel zu
flüchten, stürzt dabei und ertrinkt fast in einem Fluss.
Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, befindet sie sich wieder in dem Haus
ihrer Eltern. Ein Fremder hat sie gerettet. Doch anstatt ihm zu danken,
versucht Marie den Mann zu erschlagen und zu flüchten. Doch die Flucht
gelingt nur temporär. Dem Fremden gelingt es das Vertrauen der Frau zu
gewinnen und bald stellt sich heraus, dass die beiden Zwillinge sind. Doch
ihre Gemeinsamkeit bringt den beiden keinerlei Vorteile. Es scheint, als sei
das Haus und zwei seltsame Personen gegen sie. Ein Spiel auf Leben und Tod
beginnt, was die Geschwister allerdings nicht gewinnen können... |
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Das
Horror-Filme nicht immer nach Stereotypen funktionieren müssen, zeigt der
spanische Regisseur Nacho Cerdà im Film "The Abandoned" auf eine
Eindruckvolle Art und Weise. "The Abandoned" zeigt etwas, was so
noch nicht da war und das ist ja nicht gerade die Regel in einem Sub-Genre,
dass von der Kopie lebt. Und dabei fängt alles wie gewohnt an: Nach einer
kurzen Eingangssequenz, die sehr atmosphärisch und spannend ist, kann man
die Protagonistin bei der vergeblichen Bewältigung eines kleinen
Kindheitstraumas beobachten. Um herauszufinden wo sie herkommt, muss sie in
die Fremde. Dort wird sie erst ruppig behandelt und fährt dann (als es
endlich dunkel wird...) mit einem Unbekannten in die Einöde um ein
verlassenes Haus zu besuchen. Also wirklich nichts Neues, was einem hier
geboten wird. Aber das ändert sich.
Cerdà versteht es unheimlich gut, das Gefühl von Einsamkeit zu vermitteln.
Nachdem ihr Begleiter weg ist, muss unsere Hauptdarstellerin alleine durch
die dunkle, russische Nacht kämpfen. Da kommt es wiederum zu gewaltigen
Spannungsschüben, genügend Schocks und einer beklemmenden Atmosphäre. Horror
pur also. Als
dann auch noch ein fremder Mann auftaucht, der sich als Zwillingsbruder
entpuppt und man langsam aber sicher erahnen kann, worum es in "The
Abandoned" geht, kann man sich dem Bann des Films nicht mehr entziehen.
Die Dunkelheit, der Regen, der unheimliche Wald und nicht zuletzt die sehr
gut gewählten Kulissen erzeugen eine beklemmende Horror-Stimmung. Dazu
werden Farbfilter eingesetzt und wird exelend mit dem Licht gearbeitet,
sodass auch die Optik zur Beklemmung beiträgt. Auch in Sachen Soundkulisse
hat sich der Regisseur offensichtlich Gedanken gemacht. Der Film kommt zwar
nicht mit einem fulminanten Soundtrack daher, es werden im Film aber immer
wieder verstörende Geräusche eingefügt, die sowohl die Spannung, die
Atmosphäre und den Grusel-Faktor intelligent verstärken. Auf heftige
Spezialeffekt-Einlagen wurde allerdings fast gänzlich verzichtet, es gibt
nur einiges an Ekelszenen zu beobachten, die es dann aber in sich haben.
Als
intelligent kann man eigentlich auch die Ganze Inszenierung betrachten. Es
gibt immer etwas zu sehen, zahlreiche Tempowechsel und eigentlich keine
Längen. Die Dialoge werden auf das begrenzt, was notwendig ist. Dies führt
natürlich auch dazu, dass keine ausreichende Charakterisierung möglich
ist, was in diesem Streifen aber nur wenig, ja sogar gar nicht, stört. Den
Schauspielern kommt das entgegen. Sie sind allesamt weniger bekannte
Gesichter und Namen. Das müssen sie aber auch nicht sein, denn sie spielen
ausreichend gut und lassen sich offensichtlich von der Atmosphäre des Films
tragen.
Auch wenn einige Fragen offen bleiben, "The
Abandoned – Die Verlassenen" kann von vorne bis hinten glänzend
unterhalten und ist sicherlich einer der besten Horror-Filme der letzten
Jahre. Mit einer simplen, besonderen Geschichte und ganz viel Atmosphäre
bietet Regisseur Nacho Cerdà dem geneigten Betrachter einen Einblick in
sein Können und es bleibt zu hoffen, dass man bald mehr von dem
talentierten Spanier zu sehen bekommt. |
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