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Preston
Rogers (Matt McCoy) ist noch immer von einem tragischen Unfall
traumatisiert, der sich vor einem Jahr bei einer routinierten Klettertour
ereignete. Seine Frau verlor dabei das Leben, während Preston knapp
überlebte und seitdem an einen Rollstuhl gefesselt ist. Potentiell
selbstmordgefährdet, wird ihm von einem Psychologen geraten, den Ort des
Geschehens erneut aufzusuchen, um die Geister der Vergangenheit endlich
loswerden zu können. Zusammen mit seinem unsympathischen Pfleger Otis
(Christien Tinsley), der das Ganze nur widerwillig über sich ergehen
lässt, reist Preston somit in die Bergregion, wo sich das Unglück
ereignete und bezieht sogar noch einmal das gleiche Ferienhaus. Trotz vieler
unliebsamer Gedanken und Erinnerungen kommt Preston mit der Situation
einigermaßen klar.
Noch am selben Abend tauchen fünf gutaussehende, junge Frauen auf, die das
Haus nebenan gemietet haben, um dort ein paar Tage lang Spaß zu haben. Nach
einiger Zeit bemerkt Preston allerdings, dass irgendwas in der Umgebung
nicht mit rechten Dingen zugeht und tatsächlich erblickt er mit seinem
Fernglas zufällig eine unheimliche Kreatur am Waldrand. Weder Otis noch die
Polizei schenken ihm Glauben. Erst als eine der Frauen von der Bestie
getötet wird, wird klar, welche Gefahr wirklich in den dunkeln Wäldern
lauert. Der gehbehinderte Preston ist gezwungen schnell zu handeln, wenn er
sein und das Leben der anderen retten will.. |
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Die Tatsache, dass
es sich bei "Abominable" um einen Genrevertreter handelt, der die
Yeti bzw. Bigfoot Thematik verwendet, dürfte wohl keinem Fan mehr
Freudentränen in die Augen treiben, gab es dies zuvor doch bereits schon
mehrere Male zu sehen. Die mir davon bekannten Streifen sind der
Hammer-Klassiker " Yeti, der Schneemensch", sowie "Der Teufel
tanzt weiter" (der, obwohl der Titel darauf schließen lässt, nichts
mit Sam Raimi's Klassiker "Tanz der Teufel" zu tun hat). Im
direkten Vergleich zu Hunden, Schlangen und Spinnen, den typischen
Schreckgestalten des Tierhorrorkinos, hat der Bigfoot bislang eher seltener
seine Pranken geschwungen, was darauf hoffen lässt, dass
"Abominable" vielleicht ein bisschen weniger ausgelutscht als
viele seiner Genrekollegen daherkommt. So viel darf ich an dieser Stelle
schon verraten, Ryan Schifrin ist mit seinem Spielfilmdebüt, zuvor drehte
er lediglich den Kurzfilm "Evil Hill", ein jederzeit
unterhaltsamer, aber keineswegs neuartiger Ausflug ins aggressive Tierreich
gelungen.
"Abominable" versucht nicht lange zu verleugnen, welcher
Hitchcock-Klassiker maßgeblich Pate für die Story stand. In nicht wenigen
Momenten erinnern Preston's unheimliche, voyeuristische Augenblicke stark an
James Stewart aus dem Klassiker "Das Fenster zum Hof", welcher
zwar nicht als direkte Vorlage diente, Ryan Schifrin und James Morrison, die
das Drehbuch schrieben, allerdings definitiv beeinflusst haben muss. Die
Story des Films ist keinesfalls erfrischend neu oder anders, sondern blind
vorhersehbar, was aber nichts daran ändert, dass man sofort das Gefühl
hat, es hier mit einem durchaus professionellen B-Movie zu tun zu haben. Die
Auslegung der Charaktere weiß von Beginn an zu fesseln, ermöglichen es
einem die durchaus klar zugeordneten Hauptpersonen doch sofort, sich auf
Preston's Seite zu schlagen. Zum Einen weil Matt McCoy den Part des
leidenden Depressiven, der sich dem tragischen Schicksalsschlag seiner
Vergangenheit stellen muss, sehr glaubhaft rüberbringt und des weiteren
weil sein Betreuer Otis als wirklich unsympathischer Widerling ausgelegt
ist.
Bis es ans Eingemachte geht und sich "Abominable" sein Prädikat
als Horrorfilm verdient, darf man also erst einmal den leisen Konflikten
zwischen diesen beiden Charakteren beiwohnen, bis schließlich das weitere
Kanonenfutter in Form von fünf hübschen Mädels auftaucht, die sich in
alter Horrorfilm-Manier aufgrund einer nur wenig spürbaren
Charakterisierung kaum voneinander unterscheiden. Darauf sei aber auch
gepfiffen, da "Abominable" die Spannungsschraube von nun an immer
weiter anzieht und sich dabei nicht einmal so ungeschickt anstellt. Meist
ist das Geschehen aus Preston's Sicht gefilmt, was dafür sorgt, dass man
sich noch weitaus besser in seine, eigentlich hilflose, Lage hineinversetzen
kann. Preston sieht das Unheil nahen, allerdings will ihm niemand glauben,
weder die Polizei, noch Otis, und am allerwenigsten seine neuen
Nachbarinnen, die ihn für einen Spanner halten. So sieht man den Schrecken
herannahen, bis er plötzlich zuschlägt und für einige blutige Momente
sorgt.
"Abominable" nutzt seine Stärken gekonnt aus und konzentriert
sich in weiten Teilen auf den Spannungsverlauf, wie auf die Hauptfigur
Preston, so dass man stets weiß, woran man ist, und sich gut in die
Handlung einfügen kann. Des weiteren weiß die Inszenierung des
Tierhorrorfilms durchaus ebenso zu gefallen. An der Optik gibt es nichts zu
rütteln, für ein B-Movie sieht alles einwandfrei aus. Nebelverhangene,
düstere Wälder, die das verschneite Berghotel einengen wissen zu gefallen
und sorgen für reichlich Atmosphäre, auch das Monster selbst wurde
einigermaßen gut gestaltet. In den Ganzkörperaufnahmen wirkt es in einigen
Sequenzen etwas unbeholfen, doch gerade die Momente, in denen der Bigfoot
nicht in seiner vollen Pracht zu sehen ist, sorgen für den einen oder
anderen Schauer. Sobald sich das Monster dann Hunger bekommt, ist auch für
einige härtere Effekte gesorgt, mit denen man in der Form wohl nicht
gerechnet hätte. Ein Bauch wird buchstäblich zermatscht, ein Gesicht zur
Hälfte abgebissen und auch sonst darf man noch einigen bemitleidenswerten
Opfern beim kreativen Dahinscheiden zusehen. Das Blut fließt hier zwar
nicht in Litern, doch wenn es zur Sache geht dann durchaus schonungslos und
genau zum ernsten Grundton des Films passend.
Bei all dem Lob darf aber nicht vergessen werden, dass
"Abominable" eben doch nicht mehr als ein typischer Tierhorrorfilm
ist, der sich zwar leicht vom Durchschnitt abhebt, für den es dann aber
doch nicht zum Geheimtipp gereicht hat. Die Story ist an und für sich
spannend, folgt aber stur allen möglichen Klischees und hätte durchaus
noch einige überraschende Wendungen vertragen. Ansonsten gibt es aber nur
wenig zu meckern, selbst die Schauspielerleistungen sind in diesem
Creature-Feature passabel ausgefallen. Matt McCoy agiert in der Hauptrolle
packend und sympathisch, Christien Tinsley ist ein glaubhaftes Ekel und die
fünf Mädels erfüllen ihren Zweck ebenso, eine darf sich in einer
obligatorischen Duschszene sogar mal entkleiden. Nicht unerwähnt bleiben
dürfen ebenso Horror-Urgesteine Lance Henriksen und Jeffrey Combs, der eine
als Hobbyjäger und letztgenannter als unterhaltsamer, kettenrauchender
Tankstellenbesitzer.
"Abominable" gehört definitiv zu den besseren Tierhorrorfilmen,
die mir in letzter Zeit untergekommen sind. Eine durchgängig an den
Bildschirm fesselnde, wenn auch viel zu klischeebeladene und leider auch
nicht all zu überraschende Handlung über einen mordlüsternen Bigfoot
wurde in annehmbare optische Gewänder gehüllt und mit der nötigen Portion
Blut & Eingeweiden versehen. "Abominable" ist Horror-Fast Food
für zwischendurch, nicht so gut um unbedingt gesehen werden zu müssen,
aber auch nicht so schlecht, dass man Bedenken vor einem Kauf haben müsste.
Wem wieder mal nach 90 Minuten unterhaltsamen Tierhorrors der Sinn steht,
dem sei dieses Werk empfohlen. |