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Jeder Horror/Splatterfan kommt irgendwann an
einen Punkt, an dem man glaubt schon alles oberkrasse gesehen zu haben und
einen nichts mehr vom Hocker hauen kann. Bei mir ist dieser Punkt schon seit
einer ganzen Weile angelangt, aber „All Night Long 2“ hat mir gezeigt,
dass es doch noch ein paar Oberkrasse Filme gibt, die ich noch nicht kenne.
Der erste Teil hat mir eigentlich schon recht gut gefallen, er ist
knallhart, hat eine interessante aber eigentlich banale Story und es macht
Spaß ihn anzusehen. Der zweite Teil geht eigentlich nach einem ähnlichen
Prinzip, nur wird dort in Sachen Härte noch mal gewaltig nach oben
geschraubt. Nicht das in diesem Film das Blut literweise spritzt, nein der
Film ist wirklich einer der Menschenverachtesten Film die ich je gesehen
habe und wirklich Psychoterror pur.
Aber erst einmal zur Handlung. Ich werde hier
bewusst das Ende verraten, aber ob man es kennt oder nicht ist wirklich
völlig egal und man kann es sowieso schon von Anfang an erahnen. Wie schon
Teil 1 ist auch Teil 2 ein simpler Rachefilm. Bis auf ein paar Kleinigkeiten
beginnt „All Night Long 2“ eigentlich ganz harmlos. Wir lernen die
Hauptperson Shinichi kennen, welcher ziemlich zurückgezogen lebt und ein
seltsames Hobby hat, aber ansonsten ein ganz friedlicher Kerl ist. Nachdem
dieser Bekanntschaft mit der Gang gemacht hat, ist er logischerweise total
verängstigt und das der schwule Chef ihn am Gleichen Tag auch noch mit nach
hause nimmt bessert die Sache nicht gerade. Und hier bekommen wird schon das
erste mal ziemlich harte Kost zu sehen. Die Rede ist von der Szene mit dem
Mädchen, welche von dem Chef wirklich wie ein Gegenstand behandelt wird und
auch Shinichi gezwungen wird ihr ebenfalls weh zu tun. Nach dem Abend merkt
man ihm richtig an, dass er nun beinahe reif für die Klapse ist.
Nun kommen wieder ein paar ruhigere Szenen zum
ausschnaufen bevor es zum 30 minütigen Finale kommt. Und hier werden erst
einmal Shinichis drei Freunde vorgestellt, zwei Jungs und ein Mädchen,
welche gleich sehr sympatisch sind. Das hat der Regisseur aber sich mit
Absicht so gemacht, dass das Ende gleich noch härter rüberkommt. Nun kommt
es zum Finale und dieses ist wirklich eine Gewaltorgie epischen Ausmaßes!
Während der schwule Chef Shinichi nun mit Hilfe seines Schweißbrenners zum
Sex zwingen will werden seine drei Freunde gefoltert und gedemütigt. In den
letzten 10 Minuten aber schaffen sie es durch Zufall frei zu kommen und die
Gang zu überwältigen. Und nun kommt grausamste Rache von Seiten Shinichis.
So könnte man im Groben die Handlung von „All
Night Long 2“ beschreiben. Einige vermuten nun sicher eine Splatterparade
a la „Braindead“. Die werden aber enttäuscht sein. Es gibt zwar schon
es Splatter, aber dieser wird nur ausschließlich zum schocken dargestellt
und ist sozusagen noch die Krone oben drauf. Die Gewalt bezieht sich hierbei
eher auf Folter und Erniedrigung. Am heftigsten ist da wohl die Szene mit
dem Mädchen in der Badewanne, welche erst einmal von allen vergewaltigt,
geschlagen, stranguliert und angepisst wird und es sich letztendlich vor
allen selber machen muss bevor sie mit einem Messer bearbeitet wird.
Wirklich oberheftig! Aber auch den anderen geht es dreckig. Auf weitere
Beschreibungen werde ich verzichten, aber es wird unter anderem mit einem
Messer in die Kronjuwelchen gestochen mit einem Schweißbrenner gefoltert,
ein Gesicht übel zerschnitten und mit einem Samuraischwert gemetzelt. Sehr
heftig auch die Szene in der einem (wer verrate ich nicht) mit dem
Schweißbrenner das Gesicht solange verbrannt wird, bis es schwarz ist und
um ihn dann zu killen die Flamme in den Mund gehalten wird bis er dann an
den Folgen stirbt.
Der Film ist wirklich verdammt krass und ist
somit nur für die ganz wenigen unter uns geeignet. Von der Härte her
würde ich „All Night Long 2“ sogar fast auf eine Stufe mit „Guinea
Pig“ stellen. Selten wird die Menschenwürde so mit Füßen getreten wie
in diesem Film und die Tatsache, dass es sich um Jugendliche handelt, die
die ganzen Gewalttaten ausüben, macht es gleich noch krasser. Nach seiner
Rache tickt Shinichi dann total aus und erhebt das Samuraischwert auch noch
gegen seine Freunde und als die dann auch niedergemetzelt sind verlässt er
die Wohnung und lässt die Zuschauer verstört zurückt.
Der Unterschied zu „Guinea Pig“ ist aber,
dass es bei „All Night Long“ eine richtige Handlung gibt und man als
Zuschauer wirklich mit Shinichi mitfühlt. Es hört sich vielleicht krank
an, aber am Ende habe ich mich wirklich gefreut als Shinichi der Gang auf
brutalste Weise den Gar aus macht. Der Film ist nicht nur krass auch die
Atmosphäre ist richtig schon düster und beklemmend und nach den ganzen
Erniedrigungen die Shinichi und seine Freunde über sich ergehen lassen
müssen kann man es wirklich kaum erwarten das diese endlich zurück
schlagen.
Schauspielerisch gesehen gibt es eigentlich
auch nichts zu meckern. Selten habe ich jemanden gesehen der gefühlsloser
rüberkam als der schwule Chef der Gang. Auch Shinichi, der am Anfang ein
braver Junge ist und nach dem Gemetzel wohl schwerste psychische Schäden
aufweist spielt sehr glaubwürdig. Aber auch die Nebendarsteller machen ihre
Sache sehr gut. Wer jetzt glaub, dass es doch ganz egal ist wie die
darstellerische Leistung in so einem Film ist, dem sei gesagt das dem
überhaupt nicht so ist. Währen die Darsteller nämlich untalentierte
Laien, würde wohl alles eher ins Lächerliche abdriften, was aber Gott sei
dank nicht der Fall ist. Lächerliche oder Peinliche Szenen gibt es keine
einzige! Wirklich jede Szene erzielt ihre vorgesehene Wirkung. Regisseur des
Films ist Katsuya Matsumura, welcher auch bei allen anderen Teilen Regie
geführt hat. Ich kann ihm nur ein dickes Lob aussprechen! Es ist wirklich
lange her, dass ich so einen gnadenlos krassen Streifen gesehen habe ohne
Pannen, der mir wirklich gefallen hat und man auch mitfühlt.
Meine Meinung basiert auf der
niederländischen DVD von Japan Shock, die komplett ungeschnitten daher
kommt. Die Bildqualität ist eigentlich ziemlich gut, was auch für den
Sound gilt. Als Sprache gibt es wie bei dem Label üblich, japanisch mit
wahlweise englischen oder niederländischen Untertiteln. Extras gibt es
leider bis auf ein kleines Büchlein und einer Slideshow keine, was aber zu
verschmerzen ist. Die DVD ist mit 10 bis 15 Euro eigentlich ganz günstig
und dürfte auch nicht all zu schwer zu finden sein. Das dieser Film in
Deutschland niemals erschienen ist, geschweige denn erscheinen wird, ist
klar, da es wohl kein Verleiher wagen würde. Gegen diesen Streifen wirken
nämlich Filme wie „Cannibal Holocaust“ oder „Mondo Brutale“
wirklich lasch. Wie in Holland üblich ist die DVD dort ab 16 freigegeben
*applaus*!!!
Ansonsten ist mir nur noch die US DVD bekannt,
welche ebenfalls ungeschnitten sein soll und wohl ein NC-Rated trägt.
„All Night Long 2“ ist wirklich ein Schlag
in die Magengrube und sicher deshalb nur für die ganz wenigen unter uns
geeignet. Wer glaub schon alles Schlimme gesehen zu haben oder mal etwas
richtig Hartes sucht ist hiermit bestens bedient. Es ist wirklich ein
richtig radikaler Rachestreifen, wie man es wahrscheinlich nicht mehr so
schnell zu Gesicht bekommt und man kann ihn sicher auch zu den krassesten
Filmen zählen, die die Welt je hervor gebracht hat. Ein Asian Sicko Delux!
Ich bin jedenfalls sehr begeistert und
vergebe volle 5 Sterne. Meiner Meinung nach der beste und härteste Teil von
allen. Aber auch die Teile 1 und 3 sind sehr gut und heftig.
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