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Im Winter des Jahres 1818 soll John Bell einen
folgenschweren Gerichtsprozess gegen eine Bäuerin, von der vermutet wird
das sie eine Hexe ist, verlieren. Nach dem Urteilsspruch der wegen einem zu
hohen Zinssatz gefällt wird, beschimpft die Hexe die Familie. Denn John hat
nicht ganz fair bei dem Deal gehandelt und wird im Nachhinein nicht dafür
bestraft.
Kurz nach dem Prozess scheint sich bei der
Familie Bell einiges geändert zu haben. Zwar versuchen sie so wie früher
zu leben, doch das ist nicht mehr möglich. Offensichtlich liegt ein Fluch
auf der Familie aus Tennessee. Tochter Betsy Bell scheint am schlimmsten
betroffen. Sie wird von unsichtbaren Geistern brutal terrorisiert und ist
dem mysteriösen Umstand schutzlos ausgeliefert. Auch Vater John hat arge
Probleme mit dem unsichtbaren Plagegeist.
Erst findet die Familie kaum Unterstützung
aus ihrem kleinen Dorf. Ihnen wird nicht geglaubt. Auch der Lehrer von Betsy
ist sehr skeptisch und versucht die geschehenen Phänomene auf logische und
natürliche Art nachzuvollziehen. Doch als das Treiben im Hause der Bells
zunimmt, gehen dem Gelehrten die Argumente aus. Offensichtlich hat sich nach
der Verfluchung wirklich ein Geist im Haus eingenistet, der die Familie Bell
vertreiben oder sogar töten will... |
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Der Film „An American Haunting“ beruht auf
einem angeblich wahren Fall, der im
Tatsachenroman „The Bell Witch – An American
Hauntin“ von Bret Monahan festgehalten wurde. Regisseur Courtney
Solomon nahm sich diesen Roman zur Vorlage und schuf einen sehr guten
Horror-Film. Und das ist nicht selbstverständlich, da man als Fan des Genre
genug Vergleichmöglichkeiten hat und die Meßlatte somit sehr hoch liegt.
Doch „An American Haunting – Der Fluch der Betsy Bell“ kann dem
Vergleich stand halten. Er brauch sich nicht mal hinter Genre-Größen wie
„Poltergeist“ oder „Der Exorzist“ zu verstecken. Gerade auch weil
die Sets, inklusive Kleidung, sehr glaubhaft und liebevoll angelegt wurden.
Zudem ist die Außenkulisse, die leider nicht so oft zu sehen ist, extrem
gut gelungen.
Man ahnt storytechnisch also was vor sich
geht. Das kleine Mädchen hat ein Problem mit einem Dämon, der sich an ihr
auslässt. Dennoch versteht es Regisseur Courtney
Solomon gut, diese Szenen so effektvoll zu gestallten, dass man sich als
Zuschauer unweigerlich erschrecken lassen muss. Und das nicht gerade in
wenigen Szenen. Spannung ist also genug vorhanden und eine dichte
Horror-Atmosphäre wird auch mitgeliefert. Da kann man es verkraften, dass
das Gezeigte leicht vorhersehbar und von der Story her auch etwas dünn ist.
Aber immerhin muss man zwangsweise vor dem Fernseher verweilen, da man
schließlich wissen möchte ob das Ende gut oder schlecht für die kleine
Protagonistin ausgeht. Gerade durch die Tatsache, dass viele nicht an den
Geist glauben, ihn anzweifeln und dem kleinen Mädchen die Schuld geben,
lässt den Betrachter von einer Stimmungsecke in die nächste rennen. Man
denkt sich in der einen Szene: “Klar, dass kann nur ein Geist sein“. Um
in der nächsten dann dem Lehrer zu lauschen und sich zu revidieren: „Hmm...
Klingt logisch was der sagt, wahrscheinlich ist das Mädchen nur gestört...“.
Das
Mädchen, also Betsy
Bell, wird von der
jungen Rachel Hurd-Wood glaubhaft gespielt. Es war sicherlich nicht
leicht für die junge Schauspielerin die diversen Terror-Szenen in den
Kasten zu bringen. Dennoch kann man ihr die übernatürlichen Angriffe
problemlos glauben. Sie stellt sogar etwas die Schauspiellegende Donald
Sutherland in den Schatten. Und das obwohl er gewohnt gut agiert, in einigen
Szenen aber auch ein wenig überfordert wirkt. Sissy Spacek spielt die
Mutter und hat nicht wirklich genug zu tun, um sich auszuzeichnen.
Das einzige Problem des Film ist es, dass es
gegen Ende etwas uninteressanter wird. Zwar zieht das Tempo mächtig an, die
vielen Wiederholungen nerven aber etwas. Betsy Bells Attacken und
Geistererscheinungen nehmen zu, zeigen aber nicht viel Neues. Ebenfalls
etwas störend ist das hinterher mehr Fragen auftauchen als beantwortet
werden. Dies schmälert den guten Gesamteindruck von „An American Haunting“
aber nur wenig. Unterm Strich bleibt ein guter Horror-Streifen zurück, der
sich bestens für einen gruseligen DVD-Abend eignet. |