Anamorph - Die Kunst zu töten

OT: Anamorph
ca. 104 Minuten
USA 2007
 
Regie
Henry Miller
Darsteller
Willem Dafoe
Scott Speedman
Peter Stormare
Clea DuVall

u.a. 
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Detective Stan Aubray ist nicht gerade zu beneiden. Vor nicht allzu langer Zeit ist es ihm zwar gelungen, den Serienmörder „Onkel Eddie“ dingfest zu machen, allerdings nicht ohne diesen bei der Festnahme zu töten. Und jetzt das: Mit seinem Kollegen Carl ermittelt er an einer neuen Tötungsserie, die der des „Onkel Eddie“ sehr ähnlich ist.

Der Mörder erstellt mit den Leichen bizarre Kunstwerke. Er bedient sich der Anamorphose, einer in der Malerei verwendete Technik, in der der Betrachter des Bildes nur in einem bestimmten Blickwinkel beziehungsweise mithilfe eines Spiegels oder Prismensystems den komplettem Inhalt des Gemäldes erkennen kann.

Der alkoholkranke und von einer Psychose befallene Stan merkt schnell, dass der Mörder ihm etwas mit seinen Kunstwerken sagen will. Die Presse erhöht den Druck auf ihn. Und er merkt schnell, dass er eine zentrale Figur im Spielchen des Serienmörders ist...



 

Die Story gibt ja schon mal eine Menge her und wer direkte Parallelen zu dem Genreklassiker „Sieben“ vermutet, liegt gar nicht mal so falsch. In „Anamorph“ geht es ebenfalls um einen Serienmörder, der mit seinen Morden etwas ausdrücken möchte. Anders wie beim Thriller mit den Polizisten Brad  Pitt und Morgan Freeman liegt es hier aber nicht auf der Hand, was der Killer den Staatsschützern respektive Film-Betrachtern sagen will.

Das ist auf jeden Fall eine Menge Potential für einen gelungenen und spannenden Filmabend. Man muss aber leider nach der Betrachtung feststellen, dass das Potential nicht genügend ausgeschöpft wurde. Man ist seitens der Macher nicht genügend darauf eingegangen, den Charakter des Serienmörders zu durchleuchten. Warum tötet er? Was ist seine persönliche Beziehung zu seinen Jägern? Warum generiert er seine Kunstwerke? Und warum mit dem nicht sehr geläufigen Mittel der Anamorphose? Es bleiben sehr viele Fragen offen.

Das der Film aber dennoch zu gefallen weiß, ist der stets greifbaren Spannung und dem Hauptdarsteller zu verdanken. Spannend ist es eigentlich immer. Es gibt einige Höhepunkte im Film und die Grundspannung, da man natürlich mehr über den tötenden Psychopaten erfahren möchte. Die bizarren Morde und die düstere Kulisse sorgen zudem für ausreichend Atmosphäre.

Die Rolle des Jägers wird beeindruckend von Willem Dafoe dargestellt, der mal wieder unter Beweis stellt, dass er einer der besten Schauspieler auf diesem Planeten ist. Die Rolle kommt zwar nicht ganz so gut rüber, wie die des Agent Paul Smecker in „Der blutige Pfad Gottes“, sie kommt aber relativ dicht dran. Getragen von den Leistungen Dafoes, hinterlassen auch seine weniger bekannten Kollegen einen recht guten Eindruck. Nur vom Killer, an dieser Stelle soll jetzt nicht zu viel verraten werden, ist man vielleicht etwas enttäuscht. Der Darsteller hat aber das bereits angesprochene Problem, dass seine Rolle nicht so viel hergibt, wie man es sich vielleicht erhofft.  

Regisseur Henry Miller zeigt, dass er gute Filme machen kann. Sein erster großer Film zeigt dies bereits. Sicherlich gibt es noch Möglichkeiten zur Steigerung und das Ein oder Andere, dass er hätte besser machen können. Mit den Inszenierungen der Morde, den Szenenbildern und einigen interessanten Bildanimationen hat er sich den Weg nach oben offen gehalten. Das besondere Augenmerk liegt hierbei natürlich auf den Morden. Hier die Anamorphose einzusetzen ist eine brillante Idee, die auch sehr gut umgesetzt wurde. Man fiebert am Tatort mit: Was muss gemacht werden, um die Botschaft zu erkennen? Wo liegt die optische Täuschung? Und wenn man das Ergebnis dann vor Augen hat, ist man von der Idee und ihrer Umsetzung fasziniert. Genau so wie man es von dem berühmten Bild „Die Gesandten“ vom deutschen Künstler Hans Holbein (1497–1543) kennt, dass auch als Vorlage diente.

Somit bietet „Anamorph“ auf jeden Fall den Blick auf etwas Neues. Etwas Unverbrauchtes, dass vielleicht mit dem Problem kämpfen muss, zu sehr an „Sieben“, einem absoluten Ausnahmefilm, zu erinnern. In seiner Eigenständigkeit ist „Anamorph“ ein fiktiver Serienmörder-Thriller, der gut zu unterhalten weiß und lediglich das Problem mit sich bringt, dass er kaum Bezug zum Killer aufbaut. Und das ist leider ein Minuspunkt, da der Betrachter hinter die Maske eines kunstvollen Psychopaten gucken möchte...

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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Sieben

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Bildmaterial
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