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Hört man sich so
nach den härtesten Filmen um, stößt man zwangsläufig immer wieder auf
die selben Titel. Bei einer Aufzählung dürfen sowohl die berüchtigten
"Guinea Pig" Streifen, wie auch das Foltermachwerk "Oxen
Split Torturing" nicht fehlen, ganz zu schweigen natürlich von Titeln
wie "Men Behind the Sun" oder "The Untold Story". Was
allerdings wirklich hart ist, ist eine rein subjektive Frage, was wiederum
zu der Erkenntnis führt, dass all diese Listen und Statements in
irgendwelchen Foren Bullshit sind, die niemand braucht. Klar, sie stellen
eine brauchbare Einkaufsliste dar, doch welcher Film denn nun wirklich der
Schlimmste von allen ist, muss man für sich selbst beantworten. Der
Amerikaner Fred Vogel hat es unglaublicher weise geschafft, gleich an
mehreren Filmen beteiligt gewesen zu sein, die wunderbar auf eine derartige
Liste passen. Zum Einen hat der Gute die Effekte für
"Murder-Set-Pieces" kreiert, außerdem war er bei den Werken
"August Underground", sowie der Steigerung "August
Underground's Mordum" als Regisseur tätig. Diese beiden Streifen
prägten das Genre des Pseudo-Snuffs nachhaltig und stellen das bis dato
realistischste dar, was man in diesem Bereich anfinden kann.
Snuff Filme sind
eigentlich ein moderner Mythos, kamen aber durch Joel Schumacher's düsteren
Thriller "8MM - Acht Millimeter" richtig ins Gespräch. Ein Snuff
Film zeigt die reale Tötung eines Menschen, die rein aus
Unterhaltungszwecken begangen wurde. Zuerst wollte Fred Vogel eigentlich
einen Zombiefilm drehen, um darin seine Effektkünste zu zeigen, doch da ihm
dazu das nötige Kleingeld fehlte, dachte er sich etwas neues, gewagtes, vor
allen Dingen aber günstiges aus. In einem Interview gab Vogel mal an, dass
man sich "August Underground" wie ein Video vorstellen sollte, das
man irgendwo auf der Straße findet. Man nimmt es mit nach Hause, sieht es
sich an und stellt mit Entsetzen fest, dass man das Videotagebuch zweier
völlig Geisteskranker Mörder in Händen hält. "August
Underground" ist durch und durch auf Realismus getrimmt und ist auf den
ersten Blick auch absolut nicht als Fake zu entlarven. Der Film hat nicht
mehr als 2000 $ gekostet, gefilmt wurde mit einer wackeligen, nicht
besonders hochwertigen Kamera. Im Nachhinein wurde das Material dann sogar
erneut bearbeitet, so dass es einen noch günstigeren Eindruck erweckt.
Was so abartig an
dem Ganzen ist? Nun, an und für sich zeigt "August Underground"
nichts, was man nicht schon kennt, es ist vielmehr die Art und Weise, wie
die Macher die Gewalt transportieren. Man hat tatsächlich den Eindruck, auf
die Amateuraufnahmen zweier völlig kaputter Menschen gestoßen zu sein.
Alles wirkt so intensiv real, dass es einen an einem wunden Punkt trifft. Es
ist überaus starker Tobak, was uns Vogel und seine Kumpanen hier vorsetzen.
Wir sehen eine mit Blut und Kot beschmierte Frau, die an einen Stuhl
gefesselt ist und der man die linke Brust mit einem Messer verstümmelte.
Fröhlich betreten die beiden kranken Typen den Raum, schreien die Frau erst
einmal ausgiebig an und machen sich dann über ihren Freund lustig, der ein
Zimmer nebenan bereits verfaulend in einer Badewanne liegt und dem der Penis
abgeschnitten wurde. Das war jedoch noch längst nicht alles. Die Frau wird
dazu gezwungen, einen abgetrennten Zeh in den Mund zu nehmen und entledigt
sich im Minutentakt vor Angst zitternd ihrer Körperflüssigkeiten. Der
kleine Raum in dem sie gefesselt auf einem Stuhl sitzt ist voller
Körperausscheidungen und Bildern von anderen Opfern. Das Opfer wird jedoch
nicht einfach erlöst, es wird einfach weiterhin angebrüllt und weiteren
Demütigungen ausgesetzt.
Damit keine
"Langeweile" aufkommt gibt es in regelmäßigen Abständen einen
Szenenwechsel. So sehen wir zum Beispiel, wie einer der Killer, gespielt von
Fred Vogel himself, sich einer Anhalterin mit sexuellen Absichten nähert,
sie dann aber grundlos halb tot schlägt und irgendwo im Gras liegen lässt.
Das ist jedoch noch eine eher harmlose Szene. Und, vergleicht man das Ganze
mal mit Vogel's Folgewerk "Mordum" ist das, was wir hier zu sehen
bekommen, noch gar nichts. Dort werden dann Bauchwunden penetriert und die
Opfer minutenlang vollgekotzt, doch weitere Einzelheiten erspare ich Euch an
dieser Stelle.
"August
Underground" verbreitet eine absolut deprimierende, abartige Stimmung
und ist nur für feste Mägen zu empfehlen, die Erfahrung mit derartigen
Filmen haben. Ich würde sogar sagen, dass dieses Machwerk einen Tick besser
ist als "Mordum", da die Gewalt und die Obszönitäten hier nicht
so überzeichnet sind, dass es einem wie eine einzige, groß angelegte
Provokation vorkommt. Nein, "August Underground" wirkt einfach wie
die perversen Auswüchse einiger kranker Geister. Hier gibt es keine
Möglichkeit, das Ganze mit Sprüchen wie "Ist ja nur ein Film" zu
verharmlosen. Es sieht nicht so aus wie ein Film und es fühlt sich nicht so
an. "August Underground" ist kurz, ganz kurz davor als authentisch
aussehender Snuff durchzugehen.
Obwohl ich
mit "August Underground" nicht ganz so hart wie mit
"Mordum" ins Gericht gehen möchte, stellt sich mir dennoch die
Frage, wer an so etwas Gefallen findet? Ich muss zugeben, dass Fred Vogel
sein Ziel erreicht hat, und mit geringsten Mitteln einen Film inszenierte,
der Entsetzen und Abscheu hervorruft, doch die Frage ist, ob sich
tatsächlich jemand für so etwas begeistern kann? Ich habe es nicht direkt
bereut, "August Underground" gesehen zu haben, was allerdings
nichts an meiner Meinung ändert, dass wir es hier mit allem - nur nicht mit
einem guten Film zu tun haben. Man muss die Dinge betrachten, wie sie sind
und der Streifen ist einfach nicht mehr als ein 70minütiges, auf
realistisch gestelltes Pseudo-Snuff Filmchen. Menschenverachtend,
Frauenfeindlich, pervers und für die Meisten einfach nicht geeignet.
"August Underground" erzeugt ein Gefühl von Abscheu und
Unwohlsein und liegt wohl weit über der Grenze des Zumutbaren vieler.
Dennoch fehlt hier das Übertriebene, das lediglich dem Selbstzweck dient
und das "Mordum" in meinen Augen zu einem einzigen, großen
Ärgernis machte. Dadurch ist "August Underground" zwar einen
kleinen Tick besser, aber noch lange kein guter Film. Wer so was mit
Sprüchen wie "Toller Film, weil man dadurch sehen kann, wie krank
manche Menschen sind" verteidigt, geilt sich vermutlich auch daran auf,
wenn kleine Mädchen entführt und über Jahre hinweg in ein Kellerverlies
gesperrt werden. Von der atmosphärischen Seite her ist "August
Underground" sicherlich interessant, aber letztendlich ist es einfach
menschenverachtender Schund.
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