|
Im Dschungel sind die Möpse los...
Eines steht fest: Auf Oswaldo De Oliveira,
Brasiliens wohl bekanntesten Schmuddelfilmer ist Verlass:
Lieferte er 1980 den hierzulande beschlagnahmten, weltweit jedoch
unglaublich erfolgreichen Schmuddel-Sexploiter „Prison of Dead“ („A
Prisao“, Brasilien, 1980) ab, so stürzte er sich zwei Jahre später mit
„Ausbruch der Pantherkatzen“ (auch unter dem Titel „Amazon Jail“
bekannt) erneut mitten rein ins Getümmel nackter weiblicher Körper.
Und man muss sich echt Sorgen machen um die
brasilianische Textilindustrie. Entweder gibt es dort wohl keine Knöpfe
oder die Klamotten werden aus Papier hergestellt. Es ist jedenfalls
faszinierend, wie schnell sich die hier agierenden Damen ihre Kleider vom
Leibe reißen können...
Es vergehen wohl kaum mehr als fünf Minuten, in denen sich nicht die ein
oder andere Darstellerin „die Blöße“ gibt. Gelegenheiten dazu ergeben
sich natürlich reichlich. Und falls mal nicht: auch egal!! Dann wird eben
trotzdem blankgezogen...
Die Darsteller des Films dürften hierzulande
weitestgehend unbekannt, scheinen aber in ihrer brasilianischen Heimat
durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad durch Mitwirkung an einigen für
Brasilien typischen Telenovelas zu
besitzen. Und es macht sich
dann auch teilweise positiv bemerkbar, dass einige Protagonisten
offensichtlich eine schauspielerische Ausbildung genossen haben, da sie im
Gegensatz zu vielen Kolleginnen und Kollegen ähnlicher Sexploiter nicht
ganz so minderbemittelt dastehen. Naja, eine große schauspielerische
Herausforderung stellt der Film für die Akteure allerdings auch nicht
unbedingt dar, da sich gerade die Aktionen der weiblichen Beteiligten im
wesentlichen auf Nackttanzen, gegenseitiges Befummeln und unbeholfenes
Umherstolpern zum möglichst schnellen Nackigwerden beschränken. Besonders
hervorzuheben sind bei den Darstellern das „Duo Infernal“ Edgar und
Helena: Irgendwie hat unser „Held“ Edgar eine auffallende Ähnlichkeit
mit einem Sänger der 70er Jahre Schlager-Truppe „Dschingis Khan“... ;-)
Seine Partnerin Helena macht als der lesbischen Liebe nicht abgeneigte
wollüstige Aufseherin in bester Ilsa-Manier eine gute Figur!!
Über die doch sehr dürftigen „Handlung“
hüllen wir an dieser Stelle einmal wohlwollend den Mantel des Schweigens,
schließlich dient sie bei derartigen Sexploitation-Movies ja in erster
Linie ohnehin nur als Aufhänger und soll die Zeit zwischen den für
derartige Produktionen eigentlich wichtigen (sprich freizügigen) Szenen
überbrücken. Es ist jedoch mal wieder bemerkenswert, mit welcher
Dreistigkeit die Drehbuchautoren (falls es solche in diesem Fall überhaupt
gab) einen hanebüchen zusammengeschusterten Szenen-Flickenteppich
als Geschichte präsentieren. Sei’s drum: Da man(n) weiß, was
einen bei einem Sexploiter erwartet, wäre alles andere doch eine ziemliche
Überraschung...
Sehr trashig-unterhaltsam sind dann auch ein
paar ganz „überraschende“ Handlungs-Einfälle, wie z.B. die Ideen der
Mädchen, wie sie Verfolger oder Wärter ablenken können, um ihre Flucht zu
organisieren. Der kundige Sexploitation-Fan kann es schon erahnen:
Ein Nackttanz (hier mal mit exotischem Bodypainting) muss her!! Oder
ein aufreizendes Öko-Outfit mit spärlichen Bikinis aus Blättern...
Etwas sehr strange dann noch der Auftritt
eines heuchlerischen Missionars gegen Ende des Films, der in blütenweißem
Anzug und ebensolchem Schirmchen durch den Dschungel stiefelt, seine
Untertanen zum Goldschürfen knechtet und die absolute Keuschheit predigt,
sich im weiteren Verlauf aber dann doch als Lustmolch und Grabscher entpuppt
(wie übrigens ca. 98% aller im Film vorkommenden männlichen Personen...).
Wer weiß, vielleicht hatte De Oliveira im Dschungel nebenan Werner Herzog
gerade bei seinen Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“, der ja im selben Jahr
entstand, beobachtet und sich die Idee des „weißen Mannes“ im Dschungel
dort einfach mal geliehen.
Wer sich damit abfinden kann, dass der Film
weder das Prädikat „besonders wertvoll“ erhalten, noch positiven
Anklang bei der Frauenrechtsbewegung finden dürfte, wird durch dieses
Stück Schmuddelkino mit hohem Trashfaktor bestens unterhalten!!!
Fazit:
Sexplotation–Kino in Vollendung: Handlung? – Minimal;
Frauenanteil? - Hoch; Bekleidung?
– Kaum... |