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"Bats
2" - das klingt im ersten Moment mal nach einem schlechten Scherz.
Selbst in einer Zeit, in der jedes Horror-Franchise auf Teufel komm raus bis
auf den letzten Cent ausgepresst wird und selbst die überflüssigsten
Machwerke noch zahlreiche Fortsetzungen erhalten, sollte man im Grunde
meinen, dass es sich bei Streifen wie diesem nur um schlechte Aprilscherze
handeln kann. Es gibt sie einfach, diverse Horrorfilme, bei denen eine
Fortsetzung überflüssiger nicht sein könnte. "Bats" war, obwohl
er eine gewisse Unterhaltung bot, schon damals kein wirklicher Überflieger
und zudem auch nicht so weitreichend bekannt, als dass sich "Bats
2" alleine des Namens wegen schon auszahlen würde. Nur die Wenigsten
werden sich an den Tierhorrorfilm mit Lou Diamond Phillips in der Hauptrolle
erinnern, der sich darin gegen aggressive Killer-Fledermäuse zur Wehr
setzen durfte. Eine Fortsetzung dazu, außerdem noch unter einem komplett
neuen Cast und in Produktion des Sci-Fi-Channels, das kann doch
logischerweise nur in die Hose gehen.
Wer an dieser Stelle
bereits mit dem Schlimmsten rechnet, darf seine Befürchtungen bestätigt
sehen. "Bats 2" ist nicht nur für sich alleine gesehen ein
inkompetenter Rohrkrepierer, sondern zudem eines der mit Abstand
überflüssigsten Horror-Sequels, die bislang das Licht der Welt erblicken
durften. Alleine schon das Konzept und die Grundidee lassen an jedweder
geistigen Zurechnungsfähigkeit der Macher zweifeln. "Bats"
erzählte damals zwar keine sonderlich einfallsreiche, dafür aber hübsch
klassische Geschichte einer Kleinstadt, die von zahlreichen Fledermäusen
angegriffen wird. Und wo setzt "Bats 2" diesen Plot fort?
Überhaupt nicht. Austragungsort der Handlung ist hier ein absolut
langweiliges und schon viel zu oft in solchen Filmen gesehenes Waldszenario,
in dem auf billigste B-Movie Manier geballert wird, was das Zeug hält.
Zwischendurch dürfen mal ein paar CGI-Blutsauger durchs Bild flattern und
zumindest ansatzweise den Titel des Films rechtfertigen. Im Grunde haben die
Fledermäuse aber überhaupt nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun.
Ernsthaft: Wieso
einen stumpfsinnigen Actionfilm der Marke Low-Budget als Tierhorrorfilm
ausgeben und dann auch noch "Bats 2" nennen? Nicht nur, dass hier
jede Parallelen zu "Bats" fehlen, das selbsternannte Sequel
schafft es nicht einmal, die titelgebenden Fledermäuse sinnvoll in die
Handlung zu integrieren. Ab und zu greifen sie an, sorgen für einen Toten
und verschwinden dann wieder, woraufhin sich der Streifen wieder auf die
vollkommen deplazierte Geschichte des islamischen Trainingscamps
konzentriert, das ausgehoben werden muss. Die Fledermäuse sind zudem zu
keinem Zeitpunkt die Hauptbedrohung, sondern absolvieren gelegentlich mal
ein paar wenige Gastauftritte, um das Publikum daran zu erinnern, dass man
sich hier eigentlich einen Horrorfilm ansieht. Ja, ganz genau. Als solcher
ist "Bats 2" die letzte Grütze. Zu keinem einzigen Zeitpunkt
spannend, atmosphärisch oder unheimlich, ist das Machwerk nichts anderes
als eine Beleidigung des Genre-Fans.
Ungefähr zur selben
Zeit, in der dieses Armutszeugnis eines Films erschien, wurde auch
"Lake Placid 2" veröffentlicht, ein weiteres, armes Beispiel für
die Ideenarmut, die man mittlerweile im Filmgeschäft ereicht hat. Doch im
Gegensatz zu "Bats 2" hielt man sich dort zumindest noch minimal
an den Vorgänger. Was Jamie Dixon allerdings mit seinem
Pseudo-Blutsauger-Streifen abliefert, ist ein Totalreinfall auf der gesamten
Ebene. Zu keiner Sekunde entsteht hier das Feeling eines Horrorfilms,
stattdessen dürfen wir uns zum gefühlt dreißigsten Mal ansehen, wie ein
paar schlecht geschminkte C-Schauspieler durch irgend einen rumänischen
Wald robben, um dort mit Platzpatronen rumzuballern. Nichts weiter ist
"Bats 2". Hier hat sich der Science-Fiction Channel mal wieder
selbst übertroffen. Technisch hochklassige Werke erwartet sicherlich
niemand aus deren Filmschmiede, doch "Bats 2" grenzt in dieser
Hinsicht schon beinahe an Zuschauerbeleidigung.
Der einzige
Schrecken entsteht beim Anblick der animierten Fledermäuse, die zu keinem
Zeitpunkt real wirken und sich zudem absolut lächerlich verhalten. In einer
Sequenz tauchen die Biester von einer Sekunde zur anderen auf und reißen
einem Typen den Arm ab, im Finale umschwirren sie minutenlang den
Hauptprotagonisten, ohne dass diesem auch nur ein Haar gekrümmt wird.
Ebenso Anlass zur Verwunderung dürfte die Freigabe dieses Werkes bieten, da
hier nichts sonderlich Drastisches gezeigt wird. Ein ausgehöhlter Kopf,
allerlei erschossene und erstochene Soldaten und der bereits erwähnte,
abgerissene Arm, das alles kommt im Kontext dieses Low-Budget-Trashwerkes
nicht sonderlich ernst daher, womit eine Freigabe ab 16 Jahren sicherlich
angebrachter gewesen wäre.
Freunde extrem seichter B-Movies dürften im Ausnahmefall noch ihren Spaß
mit diesem Werk haben. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die
meisten Filmkonsumten einen großen Bogen um diesen Streifen machen sollten.
"Bats 2" sollte einfach nicht existieren. Ein Horrorfilm, der des
Sequels nicht wert war, wurde auf grauenhaft schlechte Art und Weise
fortgesetzt. Der zweite Teil hat mit dem ersten nicht nur nichts mehr zu
tun, er scheint auch das Genre gewechselt haben, denn Horror sucht man hier
selten, stattdessen darf man Action der budgettechnisch untersten Schublade
beiwohnen, die vor den ewig gleichen Waldkulissen irgend eines
osteuropäischen Landes gedreht wurden. Die wenigen Auftritte der
schrecklich mies animierten Fledermäuse sind nicht der Rede wert, weiterhin
fehlt es der "Story", darf man diese hier so nennen, an jedweder
Spannung oder Dramaturgie. Das Ganze hangelt sich von peinlich-billigem
Shootout zum Nächsten, nur um hin und wieder mal ein paar Fledermäuse
einzubringen, das Ganze soll ja schließlich als Sequel zu "Bats"
verkauft werden. Alles in allem ist der Streifen aber nichts weiter als ein
formvollendetes, herrlich absurdes Desaster. Wer hart im Nehmen ist, wird
vielleicht noch seinen Spaß an den unfassbaren Dialogen haben, aber auch
das rechtfertigt die 83 Minuten verschwendeter Lebenszeit in diesem Fall
nicht. |