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Seinen Lebensabend
hätte sich der KING OF ROCK’N’ROLL auch anders vorgestellt:
Als Elvis – Imitator Sebastian Haff fristet er sein Dasein im
Seniorenheim. Dass ihm niemand seine wahre Identität abnimmt, ist sein
geringstes Problem. Eine fette Wucherung ziert seinen Schwengel, sein
einziger Freund ist ein seniler Schwarzer, der sich für John F. Kennedy
hält, und um ihn herum sterben plötzlich alle anderen Heimbewohner.
Bald
kommt das ungleiche Duo den unheimlichen Todesfällen auf den Grund: Eine
altägyptische Mumie treibt ihr Unwesen im Altenheim. Ein Seelenjäger, der
sich des Geistes der schutzlosen Heimbewohner bemächtigen will.
Mit
Gehhilfe und Rollstuhl machen sich Elvis und Kennedy auf, dem Störenfried
Paroli zu bieten... |
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Hier ist sie also:
Die wohl schrägste Horror-Komödie der letzten Jahre! "It's
now or never" dachte sich sich wohl Don Coscarelli, der Schöpfer der
"Phantasm"- Reihe, als ihm seinerzeit die Kurzgeschichte
"Bubba Ho-Tep" des texanischen Schriftstellers Joe R. Landsdale in
die Hände fiel. Fasziniert machte er sich mit einem geringen Budget
innerhalb kürzester Zeit an dessen Verfilmung und schaffte so nach zuletzt
doch eher durchwachsenen Projekten endlich wieder einen ganz großen Wurf.
Sein "Bubba Ho-Tep", die Komödie um Elvis Presley, Senioren,
untote Mumien und Geschlechtskrankheiten kann schon jetzt als Kultfilm
angesehen werden.
Die schräge Story
an sich bietet schon einen hohen Unterhaltungswert, den eigentlichen
Hauptgewinn zog Coscarelli allerdings mit der Besetzung der
Hauptrollen. Bruce Campbell hat in der Vergangenheit schon oft genug
sein komödiantisches Talent bewiesen. Egal ob er mit Kettensäge und
Schrotflinte zum "Tanz der Teufel" (Sam Raimi, 1981) bittet, sich
sogar gegen eine ganze "Armee der Finsternis" (Sam Raimi, 1993)
stellt oder als Nachwuchs-Marshall Brisco County Jr. (1993) im Wilden Westen
Schurken und schönen Frauen gleicher Maßen nachjagt, Bruce Campbell ist
mit Leib und Seele bei seiner Arbeit.
Auch hier, bei "Bubba Ho-Tep" trägt er seinen ganz großen Anteil
zum Gelingen des Films bei. Er spielt niemand geringeren als den "King
of Rock'n'Roll" und brilliert in der Rolle des müden und von
Geschlechtskrankheiten geplagten Alt-Rockers. Fiese Koteletten inklusive und
selbstverständlich auch mit passendem nuschelndem Südstaatenslang. Voller
Zynismus kommentiert er im Monolog aus dem Off, was um ihn herum geschieht,
berichtet darüber, wie es dazu kam, dass der große "King" nun
als vermeintlicher Elvis-Imitator sein Dasein im Seniorenheim fristet und
wie sich die Wucherung an seinem besten Stück entwickelt. Ihm zur Seite
steht Ossie Davis als dunkelhäutiger US-Präsident John F. Kennedy, der
hinter allem und jedem eine politische Verschwörung wittert.
Campbell und Davis
bilden ein hinreißendes Chaos-Duo, dass sich gegenseitig glänzend
ergänzt. Hüftleiden trifft auf Hirndefekt, körperliches Gebrechen auf
Altersdemenz. Wie bei einem typischen Buddy-Movie erhält die Story dadurch
ihren Reiz, dass sich zwei völlig unterschiedliche Charaktere
notgedrungener Weise zusammenraufen müssen. Manche Dialoge der beiden
driften zugegebener Maßen zwar etwas in Melancholie ab. Dann wiederum
überwiegt der pure Irrwitz, zum Beispiel wenn die beiden über ägyptische
Klosprüche philosophieren, Davis wieder eine von seinen
Verschwörungstheorien aufstellt oder sie sich gemeinsam dem verbotenen
Genuss von Süßigkeiten hingeben. Man muss diese beiden alten Männer
einfach ins Herz schließen.
Technische
Kabinettstückchen darf man bei dieser Horrorkomödie nicht erwarten. Die
Spezial-Effekte sind eben low-budget. Allerdings liegt das Hauptaugenmerk
der Story ja im Wesentlichen auch auf den komödiantischen und
erzählerischen Aspekten. Bereits
im Jahr 2002 erschienen, fand sich für die Low-Budget-Produktion zunächst
kein deutscher Filmverleih. Lediglich auf dem Fantasy-Film-Festival 2003
kamen die deutschen Filmfreunde in den Genuss von Don Coscarelli's Film und
feierten die Komödie als kleines Meisterwerk. Mit E-M-S hat sich nun
endlich ein Label erbarmt, das kultige Filmerlebnis als
DVD-Veröffentlichung auch einem breiteren Publikum zugänglich zu
machen. |