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Kellnerin Agnes führt nicht gerade ein
friedliches Seelenleben. Als das Telefon klingelt und niemand sich zu Wort
meldet glaubt sie, dass ihr Ex-Freund Jerry sie mal wieder terrorisieren
will. Und in der Tat: Wenig später taucht der frisch aus der Haft
entlassene Psychopath bei der bemitleidenswerten Frau auf und beginnt sie
aufs Neue zu bedrängen. Er weigert sich aber zuzugeben, angerufen zu haben.
Doch Agnes hat Glück im Unglück. Jerry ist genau so schnell wieder weg,
wie er gekommen ist, hinterlässt ihr aber die Botschaft bald wieder zu
kommen. Da kommt es der gepeinigten Frau gerade recht, dass sie erneut
Männerbesuch bekommt. Peter scheint auf einer planlosen Durchreise zu sein,
bricht sie mit Agnes Einvernehmen aber ab und quartiert sich bei ihr ein.
Der neue Mann im Haus ist zwar ein sehr seltsamer Zeitgenosse, hilft Agnes
aber ihre Angst vor ihrem Ex-Freund und den quälenden Erinnerungen an ihr
verschollenes Kind zu vergessen.
Aus
der platonischen Zweisamkeit wird bald mehr. Doch Peter stellt die neue
Beziehung schon schnell auf die Probe: Der traumatisierte Golfkriegsveteran
fürchtet sich vor einem Kampfstoff, den die Armee in geheimen
Forschungslaboren hergestellt hat. Er meint, den Kampstoff in sich zu
tragen. Eine gefährliche Käferbrut… |
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William Friedkins neustes Werk „Bug“
klingt nach einem astreinen Horror-Film – ist es aber nicht. Zumindest
nicht wirklich. Der Meisterregisseur („Der Exorzist“) hat sich für
diesen Film etwas Besonderes ausgedacht. So besonders, dass man besonders
überrascht über den Verlauf ist. Gestartet wird langsam. Ja sogar sehr
langsam. Agnes, die relativ gut von Ashley Judd gespielt wird, blickt nicht
gerade auf ein perfektes Leben zurück und hat Probleme mit dem Ex, der
solide von Harry Connick jr. verkörpert wird. Bis der Fremde auftaucht ist
also alles relativ normal. Auch als Peter, dessen Rolle eher schlecht als
recht von Michael Shannon auf den Bildschirm gebracht wird, auftaucht ist
erst noch alles im Rahmen. Und bis dieser gesprengt wird vergeht schon
einiges an Spielzeit. Das Ganze ist bis dahin mit Dialogen gefüllt, die
nicht sonderlich unterhaltsam und nicht bestmöglich synchronisiert sind.
Man wartet als Betrachter zwar jederzeit auf eine Bug-Invasion, die lässt
aber lange auf sich warten und kommt dann nicht so daher, wie man es vom
Tier-Horror gewöhnt ist.
William Friedkin konzentriert sich auf die, im
Nachhinein betrachtet sehr intelligent dargebrachte, Charakterisierung. Die
innerliche Unzufriedenheit zweier kaputter Persönlichkeiten ist stets
zugegen, genau zu spüren und steigert sich im Verlauf ins Unermessliche.
Der Spannungsbogen bleibt dabei eher flach, bis er im letzten Drittel des
Films zu explodieren droht. Ein krankes Geschwulst an verstörenden
Verschwörungstheorien dominiert das Geschehen, dass dann so abläuft, wie
niemand es vorher erahnen kann. An dieser Stelle soll nicht zu viel vom
überraschenden Ende erwähnt werden, nur soviel, dass man so etwas noch
nicht sehr oft gesehen hat. Im positiven Sinne natürlich.
Da möchte man sich echt ins Knie beißen, dass die Einführung in die
eigentliche Thematik viel zu lange dauert und man schlussendlich noch hier
und da ein Auge zudrücken muss, um den wilden Theorien Glauben schenken zu
können. Ein bisschen Action oder etwas mehr Blut hätten dem Film
sicherlich gut getan, auch wenn das Friedkins Absichten nicht gerecht
geworden wäre.
Insgesamt betrachtet ist „Bug“ ein Film,
der gut im Gedächtnis bleibt. Allerdings nicht nur positiv. Das letzte
Drittel ist zwar überragend, der Weg dahin aber lang und steinig. Friedkin
hat im hohen Alter von 71 Jahren aber dennoch etwas geschaffen, das anders
ist als andere Filme und sicherlich das zeigt, was Friedkin zeigen wollte.
Und zwar unverblümt. Daher sollten Fans von etwas anderen Filmen und
diejenigen, die stets auf der Suche nach filmischen Überraschungen sind,
keinen Bogen um diesen Streifen machen.
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