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Sven,
Andy und Jan wollen mal etwas anderes erleben, als eine
wochenendliche Sauftour. Deswegen beschließen sie, ein
verlassenes Fabrikgebäude außerhalb der Stadt zu besuchen. Das
Gebäude der Begierde steht seit den 80ern leer, wird aber seit
kurzer Zeit bewacht. Warum dies so ist, wollen die drei Kumpel
herausfinden. Sie bewaffnen sich mit Kameras, Lampen, Schlaf- und
Essensutensilien und machen sich mit dem Auto auf den Weg auf die
nächtliche Erkundungstour. Nichtsahnend, was sie antreffen
werden... |
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Die
deutsche No-Budget-Produktion „CAM“ versucht mit einfachsten
Mitteln eine einfache Geschichte wiederzugeben. Mit der Kamera in
der Hand. Prinzipiell ist das sicherlich ein richtiger Weg, wenn
man über überschaubare finanzielle Mittel verfügt und trotzdem
einen Horror-Film machen will. Das hier verwendete Stilmittel hat
schon im Vorzeigefilm des Subgenre „The Blair Witch Project“
gezeigt, dass es funktionieren kann. Obwohl sich da die Geschmäcker
bekanntlicherweise scheiden. Und, man soll es kaum glauben, es
funktioniert auch in „CAM“. Man muss Filme dieser Art
sicherlich mögen, um von der Wackelkamera und den unscharfen
Bildern nicht angewidert zu werden.
Die Story haut natürlich auch niemanden vom Hocker: Drei Kumpels
wollen ein abenteuerliches Wochenende erleben und treffen dabei
auf etwas Grausames. Aber wie die Geschichte hier wiedergegeben
wird, ist schon schön anzusehen. Erst erhält man einen Einblick
auf einen Film im Film. Dieser ist zwar nicht gut, die Idee aber
nett. Man erfährt zudem, dass die Protagonisten Horror-Fans sind,
was sie für die Zielgruppe nicht gerade unsympathisch macht. Dann
geht es zum Kumpel, dann in den Einkaufsladen und schließlich auf
das Gelände, wo das verlassene Gebäude steht.
Getragen wird die ganze Sache von den Dialogen zwischen den drei
abenteuerlustigen Horror-Freaks. Diese wirken, wie auch 95% des
Films, authentisch. Dies sogt dafür, dass man das Geschehen
wunderbar betrachten kann und es einem nicht langweilig wird. Zum
Glück sind die drei Hauptakteure zumeist gut drauf. Lachen viel.
Dadurch entstehen zwar keine wirklichen Lacher für den Zuschauer,
es wird aber eine angenehme Atmosphäre geschaffen. Wie wenn man
quasi mit den Kumpeln loszieht, um gute Laune zu haben. Der Ton
ist dabei meist gut zu verstehen. Er wurde wohl über die
Mikrophone der Kameras aufgenommen und ist deswegen nicht immer
von gleicher Lautstärke.
Spannung und Horror-Atmosphäre halten sich zu Anfang und über
den Mittelteil in Grenzen. Gegen Ende wird es dann spannend, zwar
nicht zum Fingernägelkauen, aber spannend. Die Atmosphäre ist in
Ordnung. Es ist fast immer ziemlich dunkel und das Gebäude eignet
sich sehr gut als Schauplatz. Musik wurde während des Drehs nicht
verwendet. Macht eigentlich auch Sinn, wenngleich ein wenig mehr
Geräusche die Stimmung sicherlich noch hätten verstärken können.
In Sachen Splatter & Gore braucht man schon aufgrund der
FSK-Einstufung, die da lautet 12, nichts erwarten. Aber das ist ja
auch mal etwas Neues: Ein inländischer Amateurfilm, der sich
nicht auf Knete, Schweineblut und Gummi konzentriert. Ebenso
erwartungsfrei ist man bei solchen Produktionen bei den
darstellerischen Künsten. Hier wird man allerdings positiv überrascht,
da die mitwirkenden Herren sehr authentisch rüberkommen.
Unterm Strich ist „CAM“ sicherlich kein Handycam-Überfilm,
aber mit Genre-Kollegen wie „The Dark Area“ oder auch dem
neusten „Erfolgsfilm“ „Paranormal Activity“ kann er es
locker aufnehmen. Für Freunde des Subgenre ist er auf jeden Fall
empfehlenswert. |