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Eine Postkarte ihrer
in Paris lebenden Schwester Carolyn (Pink) veranlasst Victoria (Shannyn
Sossamon) dazu, selbst die Stadt der Liebe zu besuchen und sich zu dieser
Gelegenheit mit ihrer Schwester zu treffen. Dort erfährt die junge
Amerikanerin alsbald, mit was sich Carolyn und deren Freunde so die Zeit
vertrieben. In den unendlich langen und labyrinthischen Katakomben unter der
Stadt treffen sich regelmäßig zahlreiche junge Leute, um ungestört
ausgelassene Partys zu feiern. Diverse Geschichten um Massengräber unter
der Millionenstadt lassen Victoria zuerst etwas zögernd reagieren, als sie
von Carolyn zu einer derartigen Veranstaltung eingeladen wird, letztendlich
springt sie dann aber doch über ihren Schatten und begleitet ihre
Schwester.
Die
Party findet in einem riesigen, mit hunderten Schädeln verzierten Gewölbe
statt. Als die Feierlichkeit bereits in vollem Gange ist, erfährt Victoria
von einem von Carolyn's Freunden die Geschichte einer Gruppe wahnsinniger
Satansanbeter, die angeblich vor langer Zeit hier gehaust haben sollen und
deren Nachfahre, ein schreckliches Monster mit Schweinekopf, sich angeblich
noch immer hier herumtreiben soll. Obwohl die junge Amerikanerin diesen
Worten anfangs nur wenig Beachtung schenkt, soll ihr Weltbild kurz darauf
schon auf eine harte Probe gestellt werden, als sie und Carolyn von einer
furchteinflößenden Kreatur angegriffen werden. Während ihre Schwester
getötet wird, gelingt Victoria die Flucht. Fortan wird sie von dem
monströsen Wesen durch die unendlich scheinenden Gewölbe gejagt... |
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Erst 2004 durfte
eine junge Frau im Londoner U-Bahn-Untergrund um ihr Leben kämpfen und sich
gleichzeitig eines fiesen Mutanten erwehren. "Creep" mit Franka
Potente als starke Leading-Lady dürfte mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit einer der wichtigsten Vorbilder für den letztjährig
erschienen Horrorthriller "Catacombs" gewesen sein, der sich einer
durchaus ähnlich gelagerten Thematik annimmt, die unheimlichen Kulisse
eines nächtlichen U-Bahn-Tunnels allerdings gegen die unterirdischen
Katakomben von Paris eintauscht. Ansonsten bleibt das Muster zu weiten
Strecken gleich. Junge Frau flieht vor hässlichem Freak durch allerlei
spärlich ausgeleuchtete Settings und wird immer wieder mit etwaigen
Grässlichkeiten konfrontiert. Was sich in der Theorie durchaus gut anhört
und auch schon bei "Creep" funktionierte, entpuppt sich bei
"Catacombs" allerdings leider nur als halbgarer Aufguss ohne
nennenswerte, eigene Ideen.
Dennoch werden die
Franzosen um ihren äußerst beachtlichen Ruf innerhalb des internationalen
Horrormarktes nicht fürchten müssen. Was mit "High Tension"
begann, wird schon in Kürze mit "Inside" (À l'intérieur) und
"Frontier(s)" fortgesetzt, die Franzosen werden also auch
weiterhin eine tragende Rolle im Horrorgeschäft spielen. Daran ändert der
etwas enttäuschende "Catacombs" nur wenig, dem man des weiteren
zumindest attestieren kann, kein Totalreinfall geworden zu sein. Der Film
hat gewisse Stärken, so viel steht fest, mit diversen vergleichbaren
Genre-Streifen kann die gemeinsame Regie-Arbeit von Tomm Coker und David
Elliot allerdings nicht mithalten. Erstaunlich wiegt allerdings die
Tatsache, dass die Beiden hiermit ihren ersten, ernstzunehmenden Film auf
Zelluloid bannten und angesichts dieses Faktums erscheint
"Catacombs" im Nachhinein sogar als durchaus passabel.
Wer hier allerdings
nach Innovation sucht, dürfte auch zu der Sorte Filmkonsument gehören, die
in einem Disneyfilm auf Sexszenen hoffen. Im Grunde ist
"Catacombs" inhaltliche Massenware, die es schon dutzendfach zuvor
gab. Und storytechnisch wird der Betrachter auch nicht mit all zu vielen
Reizen überflutet. Wir bekommen die typischen, jungen Leute vorgesetzt,
denen der Sinn lediglich nach Fun und Party steht und die sich zu diesem
Zweck an einen durchaus untypischen Ort begeben. "Catacombs"
spielt sich in den unterirdischen Labyrinthen unterhalb der Millionenstadt
Paris ab, was eine gewisse Atmosphäre mit ins Spiel bringt. Wie dem
Zuschauer in einem Intro erklärt wird, wurden in diesen Katakomben einst
entsetzliche Massengräber gefunden, was eine passable Ausgangssituation
für einen derartigen Film mitbringt. Eine junge Frau, die in absoluter
Dunkelheit alleine durch tausendfach verzweigte und kilometerlange Gewölbe
irrt und dabei von einem unheimlichen Etwas verfolgt wird, daraus hätte man
sicherlich viel machen können.
Blöderweise fehlte
es den Herren Elliot und Coker dann allerdings an dem Händchen für
Suspense. Spannung, Thrill und Terror sind hier kaum vorhanden, stattdessen
liefert "Catacombs" endlos scheinende Hetz- und Verfolgungsjagden,
welche die meiste Zeit über absolut höhepunktslos vonstatten gehen. Das
Geschehen ist einfach nicht abwechslungsreich genug, als dass es einen
derartigen Film über 90 Minuten tragen könnte. Die Dunkelheit sorgt von
Zeit zu Zeit zwar für ein gewisses Gefühl des Unwohlseins, doch es fehlt
die wirklich übermächtige Bedrohung, die die Lage, in der sich die
Amerikanerin Victoria befindet, wirklich schrecklich erscheinen lässt. Zwar
wird sie Zeuge des Mordes an mehreren Personen, doch sie selbst wird nur
selten direkt von dem seltsamen Monster bedroht, sondern rennt stattdessen
meist verängstigt durchs Dunkle.
Klaustrophobie und
Dunkelheit, wie man dies exzellent in einen Horrorfilm einbinden kann, hat
uns vor nicht all zu langer Zeit "The Descent" bewiesen, der seine
Zuschauer zu keiner Sekunde zur Ruhe kommen ließ. "Catacombs"
offenbart sich da als weit weniger fesselnd, sondern enttäuscht vielmehr
angesichts der zuhauf ungenutzten Möglichkeiten. Der Gewaltlevel hält sich
die meiste Zeit über in Grenzen, das Maß aller Dinge sind ein paar
schmerzhaft anzusehende Verletzungen. Trotz der oftmaligen Dunkelheit will
akute Spannung nie entstehen, auch wenn "Catacombs" im Gegenzug
nie in absolute Langeweile abdriftet. Für einen Horrorthriller ist das, was
man geboten bekommt, allerdings einfach zu seicht und harmlos. Interessant
erscheint auch die Tatsache, dass hierfür nicht an Pariser
Originalschauplätzen, sondern im Rumänien gedreht wurde.
Die Schauspieler
überzeugen großteils in ihren Rollen. Auf den Gesichtern vieler Zuschauer
dürfte sich anhand einer der Hauptdarstellerinnen sicherlich Verblüffung
breit machen, ist es doch niemand anderes als die weltbekannte Sängerin
Pink, die den Part der Carolyn verkörpert. Die Bedenken können hier
allerdings zurückgeschraubt werden, erledigt die Rockgöre ihre Sache doch
überaus solide und überzeugt in der Rolle der gehässigen und zu üblen
Scherzen aufgelegten Schwester der Hauptcharakterin. Diese wiederum wird
gespielt von Shannyn Sossamon, welche zwar nicht zu den namenhaftesten
Schauspielerinnen zählt, die zurückhaltende und von Natur aus ängstliche
Amerikanerin Victoria aber durchaus mit viel Glaubhaftigkeit rüberbringt.
Keine Frage, die Schauspieler wurden für "Catacombs" alle passend
besetzt, hier bietet sich kein Grund zur Klage.
Eigentlich schade, dass hieraus nicht mehr geworden ist, denn im Kern ist
"Catacombs" ein gar nicht mal so schlechter Horrorthriller, dem
aber durch das Fehlen von Abwechslung und wirklichen Schocks schnell die
Puste ausgeht. Der Film wäre gerne mehr gewesen und hätte gerne mehr sein
dürfen, ist aber in seiner jetzigen Form durch ein vorhersehbares, leicht
berechenbares Drehbuch behindert und kann dies auch durch ein paar wenige,
spannende Momente nicht mehr ausgleichen. Da können die Schauspieler noch
so gut agieren, da kann die Geschichte um Massengräber unter Paris noch so
unheimlich sein, wenn die eigentliche Umsetzung jedweden, wirklichen Horrors
entbehrt, dann ist das Resultat wirklich nur Genre-Fans mit sehr geringen
Ansprüchen zu empfehlen. |