|
Im
China des 18. Jahrhunderts wird Little Cabbage (Yvonne Yung Hung) angeklagt,
zusammen mit ihrem Geliebten Yang (Lawrence Ng) ihren Ehemann Got Siu-Tai
(Kwong Leung Wong) umgebracht zu haben. Ihr wird vorgeworfen, Got Siu-Tai
eine Überdosis an Potenzmitteln verabreicht zu haben, wodurch dessen
gigantischer Penis explodierte. Little Cabbage und Yang schwören
allerdings, unschuldig zu sein, woraufhin der vorsitzende Richter (Siu-Kei
Lee) entscheidet, die Beiden foltern zu lassen, um sie so zu einem
Geständnis zu bewegen.
Im
Verlaufe der äußerst schmerzhaften Verhandlung kommen mehr und mehr
Wahrheiten ans Tageslicht, die die Frage aufwerfen, ob die beiden Verliebten
wirklich die Mörder sind. So lebte Little Cabbage einst als Konkubine bei
Yang und dessen Frau (Ching Mai), wo sie nicht selten Zeugin der
ausschweifenden Sexualität der Beiden wurde. Dennoch blieb es Yang's Frau
nicht unbemerkt, dass ihr Gatte längst ein Auge auf die hübsche Little
Cabbage geworfen hatte, was sie nicht ertragen konnte. Als Yang das Haus
irgendwann für ein paar Tage verließ, verkaufte seine Frau Little Cabbage
an Got Siu-Tai weiter, in der Hoffnung, dass dieser sie mit seinem riesigen
Geschlechtsteil versehentlich töten würde. Miss Yang indes hat trotz ihrer
eigenen Eifersucht ebenfalls einen Liebhaber, der sie regelmäßig nach
allen Regeln der Kunst befriedigt. Es kommt zu weiteren, undurchsichtigen
Verstrickungen, doch es steht immer noch die Frage im Raum, wer nun
eigentlich Got Siu-Tai's Penis zur Explosion brachte? Grausame Folter vor
Gericht bringt letztendlich die überraschende Wahrheit zu Tage... |
|
"Oh
mein Gott"
- das war der einzige, klare Gedanke, den ich fassen konnte, nachdem ich mir
"A Chinese Torture Chamber Story" angesehen habe. Zwar war ich der
festen Überzeugung, schon alles gesehen zu haben, was die härtere Filmwelt
einem bieten kann - von den übelsten Kannibalenreißern, bis hin zu
Yakuzas, die sich zum Lustgewinn ihre eigene Zunge abschneiden - doch was
ich mir gestern angetan habe, übertrifft dies noch. Es haben sich mir
derart viele Eindrücke und Erinnerungen zum Film eingebrannt, die erst
einmal verarbeitet werden müssen, deshalb zuerst so viel: "A Chinese
Torture Chamber Story" ist eine völlig verrückte Mixtur aus hartem
Folterfilm, abgedrehter Komödie, die Grenzen der Realität
überschreitendem Softsex und schließlich bietet der Film noch die
typischen Elemente eines ostasiatischen Kampffilmes. Dies wird alles derart
über den Haufen geworfen, dass es schwer fällt, dabei noch einen klaren
Kopf behalten zu können, doch nachdem ich die Inhaltsangabe des Films bis
ins Detail studiert habe, fiel es mir verhältnismäßig leicht, der
Handlung folgen zu können.
Von
dem Regisseur des Films, Bosco Lam, habe ich übrigens zum ersten Mal
gehört, so dass ich nicht all zu viel über ihn berichten kann. In Hongkong
hat der Gute schon einige Filme veröffentlicht, von denen aber nur "A
Chinese Torture Story" bei uns halbwegs bekannt ist.
Und das nicht ohne Grund! Vordergründig handelt es sich hierbei natürlich
um einen typischen Vertreter der Cat. III, der es sich zur Aufgabe macht,
innerhalb von 90 Minuten möglichst viele Sex- und Gewaltszenen zu zeigen.
Bosco Lam allerdings zu unterstellen, dass die Story dabei keine Rolle
spielen würde, wäre in diesem Fall jedoch ungerecht. Wenn man den Streifen
mal objektiv mit anderen Sickos dieser Art vergleicht, wird man schnell
feststellen, dass es sich hierbei um einen eher untypischen Vertreter dieses
Genres handelt.
Wieso?
Nun, während etwa "The Untold Story", um nur mal ein Beispiel zu
nennen, einfach nur krank und knallhart daherkommt, gibt "A Chinese
Torture Story" nicht all zu viel auf eine menschenverachtende
Atmosphäre, wie man sie sonst aus derartigen Filmchen kennt. Das geht sogar
so weit, dass die im Grunde wirklich grausamen Folterszenen durch den
ausgesprochen hohen Humoranteil im Film fast schon ihre abstoßende Wirkung
verlieren. Dies ist eigentlich schade, denn Bosco Lam ließ sich wirklich
einiges einfallen, um seinen Zuschauern den Magen umzudrehen. So werden wir
unter anderem Zeuge, wie ein Mann an eine kochend heiße Kesselwand gebunden
wird, einer Frau spitze Gegenstände unter die Fingernägel geschoben
werden, einem anderen mit Hilfe von heißem Zinn die Haut abgelöst wird,
oder sich eine Frau über ein Nagelbrett rollen muss. Natürlich war dies
nur ein minimaler Einblick, die Palette an Perversitäten ließe sich noch
um einiges fortsetzen (Das auf den ersten Blick hübsche Cover, das ihr oben
sehen könnt, stellt übrigens ebenso eine heftige Foltermethode dar, die
ich eurer Fantasie überlasse).
Während
diese Folterszenen alle im Laufe der Gerichtsverhandlung, also in der
Gegenwart gezeigt werden, befährt "A Chinese Torture Chamber
Story" in seinen Rückblenden in die Vergangenheit eine völlig andere
Schiene. Hier sehen wir, wie Little Cabbage kurz nach dem Tod ihrer Eltern
Yang kennen lernt, in dessen Haus sie fortan mit einigen anderen
Bediensteten arbeitet. Dieser wirft allerdings ein Auge auf sie und so kommt
Got Siu-Tai ins Spiel, der von Yang's Frau dazu angeheuert wurde, Little
Cabbage freizukaufen und zu heiraten. Diese etwas verwirrende Handlung
spinnt sich in ihrer Komplexität noch um einige Ecken weiter und
überschüttet einen geradezu mit wahnwitzig verrückten Einfällen. Einige
Beispiele gefällig?
-
Got Siu-Tai ist für seinen gigantischen Penis bekannt und mit diesem sogar
in der Lage, eine Ratte totzupinkeln, was uns eindrucksvoll gezeigt wird.
Ebenso dürfte die Menge seines Ejakulats vermutlich jeden Elefanten vor
Neid erblassen lassen.
- Im späteren Verlauf des Films lernen wir ein Paar kennen, das in einem
abgelegenen Waldstück lebt, wo sie sich in bester Martial Arts Manier
regelmäßig verprügeln, nur um dann hemmungslosen Sex zu haben. Was nun
noch relativ normal klingt, ist ein sehr ungewohnter Anblick, wenn die
Beiden losgelöst von jeder Schwerkraft durch die Luft fliegen, um so den
wildesten Sex zu haben. Spätestens bei Kampfrufen wie "Oral
Attack!" dürfte wohl jedem klar sein, dass man derartige Szenen, die
es im Film zuhauf gibt, besser nicht ernst nehmen sollte.
- In einer anderen Szene ist Little Cabbage gerade gezwungenermaßen bei Got
Siu-Tai eingezogen, wo sie es sich in seinem Bett gemütlich machen will,
als ein unsichtbarer Eindringling in Got Siu-Tai's Haus eindringt. Dieser
sieht es vor, Little Cabbage zu vergewaltigen, was Got Siu-Tai natürlich
gar nicht gefällt. In einem Akt der Selbstaufopferung befriedigt Got
Siu-Tai den unsichtbaren Eindringling in sekundenschnelle oral, so dass
dieser die Lust daran verliert, Little Cabbage zu vergewaltigen. Verrückt?
Ja!
Natürlich
sind abgefahrene Streifen aus Japan und Hongkong keine Seltenheit, aber das
Faszinierende an "A Chinese Torture Chamber Story" ist seine
abstrakte Vermischung verschiedener Genretypen zu einem einzigen, großen
Wahnsinnsakt. Für den Otto-Normalverbraucher dürfte die gezeigte Gewalt im
Film selbstverständlich um einiges zu grausam sein, doch wer sich in der
Materie auskennt, wird den Streifen aufgrund seiner humorvollen und
abgedrehten Seite sofort zu schätzen wissen. Hinzu kommt, dass die mir alle
unbekannten Schauspieler ihre Sache sehr überzeugend machen. Mein einziger
Anklagepunkt ist deshalb die sehr verworrene Story, der man ohne sehr viel
Konzentration wohl nicht folgen kann.
Obwohl "A Chinese
Torture Chamber Story" die Grenze des guten Geschmacks nicht selten
überschreitet, wäre es doch falsch, den Film als typischen Vertreter
brutaler Cat. III Streifen abzustempeln. Natürlich spielt die Gewalt eine
wichtige Rolle und kommt durch unmenschliche Akte der Folter zum Ausdruck,
bei denen einem zart besaiteten Menschen sofort schwarz vor Augen werden
würde, doch Bosco Lam hat hiermit viel, viel mehr geschaffen. "A
Chinese Torture Chamber Story" ist ebenso Komödie, wie Folterfilm, in
der Diskussionen über Penisgrößen und Brustimplantate genau so wenig
fehlen dürfen wie Genitalexplosionen. Ich jedenfalls hatte mit diesem
Streifen durchaus meinen Spaß und bin schon sehr gespannt, was mir der
zweite Teil bieten wird. |