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Tschechien
ist nicht gerade ein Land, das für seinen überbrodelnden Export an
erfolgreichen Kassenschlagern bekannt ist. Dennoch dachten sich die
Tschechen wohl, dass es langsam aber sich mal Zeit wird, ebenfalls einen
nennenswerten Beitrag zum Genre des Horrorfilms beizufügen, wo man doch in
größten Teilen des restlichen Europa damit schon fleißig zugange war. Und
so entstand "Choking Hazard", eine kleine, liebevolle Produktion,
die so stupide daherkommt, dass sie jedem, der auch über die ausuferndsten
Blutregen noch lachen kann, einfach gefallen muss. Dass die Beteiligten
dabei all jenen, die außerhalb der Grenzen Tschechiens Leben, kaum ein
Begriff sein dürften, sollte nicht wundern. Von Regisseur Marek Dobes
beispielsweise hat man bis vor diesem Werk noch nichts nennenswertes zu
sehen bekommen, was im Endeffekt um so mehr überrascht.
Wer bereits jetzt mit dem Gedanken spielt, sich diesen Streifen in naher
Zukunft anzusehen, den muss ich warnen, dass ihn dabei ein Film erwarten
wird, wie man ihn im US-Mainstream nicht findet. Während diese nämlich
meist noch einen Funken Ernsthaftigkeit beibehalten, pfeift Marek Dobes auf
jegliche Konventionen und erhebt den Nonsens quasi zum anvisierten
Nonplusultra. Nichts ist hier so, wie es zuerst seinen Anschein hat und
letztendlich mündet alles in einem offenen Sperrfeuer an Gags, Anspielungen
und direkten Blödeleien. Dennoch hat der Film einen hohen Charmewert, weil
man einfach sehen kann, dass hier die Arbeit von Genrefans dahintersteckt,
die zum Lachen nicht in den Keller gehen und einfach Spaß an den
Dreharbeiten hatten.
So ist es weder verwunderlich, noch enttäuschend, dass die Story kaum etwas
taugt und vielleicht nicht einmal das Papier wert ist, auf dem sie
ausgedruckt wurde. Der Film hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf,
ohne Umschweife begibt man sich anfangs gleich zur Waldhütte und es dauert
nicht lang, bis "Choking Hazard" die ersten Lacher einheimsen
kann. Obwohl man beim Begriff Waldhütte und Untote natürlich sofort
Parallelen zu "Tanz der Teufel" zu sehen glaubt, trügt dieser
Schein durchaus, denn es wird schnell klar, dass Marek Dobes seinen eigenen
Stil gefunden hat. Alleine schon die Ankunft des Pornodarstellers, das
große Missverständnis allerseits und das anschließende vorspielen seines
"persönlichen Vorstellungsvideos" ist einfach göttlich.
"Choking Hazard" liefert zwar nicht andauernd einen Gag nach dem
anderen, aber ist insbesondere durch das unerwartete Verhalten seiner
Hauptprotagonisten immer wieder einen überraschten Lacher wert. So etwa
wenn ein Streit darüber entbrennt, wie das Leben eines infizierten Freundes
beendet wird, oder wenn zahlreiche Zombies unter Strom gesetzt werden und
die Protagonisten zu dem Zucken der Untoten plötzlich Musik auflegen und
eine wilde Party feiern.
Für ein allzu Intellektuelles Zielpublikum ist "Choking Hazard"
also nicht entstanden, doch wer einfach nur Spaß am Unsinn haben kann, der
wird hier durchaus auf seine Kosten kommen. Es wird außerdem vielen
zusagen, dass es in dem Streifen kaum einen Moment gibt, in dem nicht etwas
los ist. Ständig geht hier die Post ab, so dass sich zwar einerseits
irgendwann eine Sattsehung eingestellt hat, man aber andererseits aber auch
stets auf Trab gehalten wird. Langweilig wird es hier definitiv nie, so viel
ist sichergestellt. Allerdings sollten sich auch Horrorfans, die auf Terror
& Schrecken hoffen, von "Choking Hazard" distanzieren. Das
Einzige, was einen daran erinnert, dass man sich einen Film des Genres
ansieht, sind die blutigen Szenen, die jedoch weitgehend auch ins
Lächerliche gezogen wurden. Die blutigen Szenen halten sich zudem auch in
Grenzen, es darf zwar mal etwas Blut spritzen, aber nicht derart
übertrieben, dass man sich durch ein ganzes Gore-Szenario waten muss.
Aus schauspielerischer Sicht betrachtet, bietet "Choking Hazard"
nichts weltbewegend überragendes, aber auch keinesfalls derartig schlechte
Leistungen, wie man sie aus Amateurfilmen kennt. Einige der Darsteller
standen zwar zum ersten Mal vor der Kamera, doch wiederum andere können
auch schon auf eine recht lange Filmographie zurückblicken, in denen sich
Werke wie "Bad Company", "Das Tribunal" oder der
demnächst erscheinende "Hostel: Part II" einreihen. Dennoch
besteht der Großteil des Casts aus Neulingen in der Filmbranche, was hier
jedoch äußerst positiv beim Zuschauer ankommt. Die Darsteller hatten
einfach durchgehend gute Laune am Set und diese Stimmung geht nahtlos auf
den Filmkonsumenten über.
"Choking Hazard" ist sicherlich kein Streifen, der in die
Filmgeschichte eingehen, oder der es zum Kult schaffen wird, aber eines
steht fest: Für einen vergnüglichen DVD Abend unter Gleichgesinnten sind
Machwerke wie dieses einfach optimal. Sie sind leicht konsumierbar,
unterhaltsam und bieten alles, was eine Horrorkomödie haben muss. Das
einzige Manko des Films ist dabei, dass er manch einem sicherlich schon zu
blöd sein dürfte, doch wer einfach nur gute Unterhaltung sucht, wird sich
über diese tschechische Produktion nicht beklagen können. Kein "Must
See", aber ein lohnender Zeitvertreib. |