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Eugenie ein junges, hübsches und
unverdorbenes Mädchen wird für ein Sommerwochenende von Madame de
Saint-Ange und deren Stiefbruder Mirvel in deren Anwesen eingeladen,
welches sich auf einer idyllischen Insel befindet. Dort angekommen,
wird sie von den seltsamen Bewohnern, die von den Schriften des
Marquis de Sade angetan sind, in seltsame Spielchen verwickelt.
Eugenie wird unter Drogen gesetzt und somit zum Spielball der
mysteriösen Hausgenossen.
Bei okkulten Zusammenkünften, die von
Drogenexzessen und sexuellen Ausschweifungen geprägt sind, wird
Eugenie mehrfach missbraucht. Allerdings bleiben keine Spuren
zurück und es scheint, als habe sich das Mädchen alles nur
eingebildet. Sie merkt bald, dass irgendetwas nicht stimmt. Nach und
nach nimmt die Intensität der Ereignisse zu, um schließlich im
blutigen Chaos zu enden...
Trash-Meister Jes(u)s Franco hatte
Anfang der 70er Jahre sicherlich sein filmisches Hoch und seine
beste Schaffensphase. 1970 kam neben den sehr bekannten
"Nachts, wenn Dracula erwacht", " Vampyros Lesbos -
Die Erbin des Dracula" und "Sie tötete in Ekstase"
auch "De Sade 70" raus, der später den Namen "De
Sades Eugenie - Die Jungfrau und die Peitsche" veröffentlicht
wurde. Dieser Titel kommt recht nah an den US-Kinotitel heran, der
zeigt, in welche Richtung das Werk geht: "Eugenie … The Story
Of Her Journey Into Perversion" lässt erahnen, dass Franco mal
wieder Sexploitation in Vollendung produziert hat.
Franco bedient sich der Lektüre "Philosophie im Boudoir",
die den netten Untertitel "zur Erziehung junger Damen
bestimmt" trägt. Er versucht die Wandlung einer jungen Dame
darzustellen, die von außen manipuliert wird. Gespielt wird diese
junge Dame von der äußerst attraktiven Schwedin Marie Liljedahl,
die zuvor schon in einigen Erotikproduktionen mitwirkte. Die
Fähigkeiten ihres Könnens beschränken sich daher auch eher auf
die Optik. Doch allzu viel wird von der jungen Dame auch nicht
gefordert. Ebenso wie ihre Schauspiel-Kollegen Jack Taylor und Maria
Rohm, hat sie eine weniger anspruchsvolle Rolle, was bei einem
Franco-Film ja keine große Überraschung ist. Das Drehbuch ist
ebenso schlicht gehalten, wie es die Charakterbeschreibung der
verschiedenen Rollen ist. Jess Franco legt viel mehr Wert auf viel
sagende Bilder, die er mit seinem ganz eigenen Stil, mittels Kamera
einfängt. Die Musik ist von von Fachmann Bruno Nicolai gut gewählt
und weiß den Zuschauer akustisch zurück in die 70er Jahre zu
versetzen.
Die dargestellte Gewalt wird in
"De Sades Eugenie - Die Jungfrau und die Peitsche" zwar
zelebriert, gehört aber zur Geschichte und dient somit nicht als
deplazierter Hingucker, der lediglich für Action sorgen soll. Das
FSK 16 der Neuauflage wurde daher gut gewählt, da es doch zu
einigen relativ harten Folterszenen und auch zum Blutvergießen
kommt. Auch an Erotik und damit verbundenen nackten Körpern wurde
nicht gespart. Man muss schon Fan von innigen Liebesszenen sein,
wenn einem "De Sades Eugenie - Die Jungfrau und die
Peitsche" voll und ganz gefallen soll. Die angesprochenen
Szenen wurden nämlich ausgeschlachtet und stellen einen nicht
geringen Anteil der 87minütigen Lauflänge dar.
Im restlichen Teil der Geschichte weiß Franco dann mit geschickten
Verwirrspielen den Zuschauer gut zu unterhalten. Dazu tragen auch
die hübschen Kulissen der spanischen Insel bei. Die Atmosphäre ist
stellenweise herrlich bedrückend.
Als kleines Bonbon oder vielmehr Kuriosität können Fans den
berühmten Dracula-Darsteller Christopher Lee in einigen
Kurzauftritten beobachten. Von seiner schauspielerischen Klasse ist
in den wenigen Einstellungen allerdings nichts zu sehen. Lee
schuldete Produzent Harry Alan Towers sowieso nur einen Gefallen und
kam so zwei Tage zum Set, um sich zu präsentieren. Aufgrund des
kurzen Aufenthalts bekam Lee gar nicht mit, dass es sich bei dem
Film um eine Erotik-Produktion handelte und war im Nachhinein, wie
es sich für echte Engländer gehört, peinlich berührt.
"De Sades Eugenie - Die Jungfrau und die Peitsche" ist ein
wirklich gelungener Sexploitation-Streifen, mit interessanter Story,
der nicht ganz soviel "Euro-Trash"-Feeling verbreitet wie
andere Werke von Jess Franco. Wer leicht verstörende Filme mit
zahlreichen Erotik-Einlagen mag, ist mit diesem Film sicherlich gut
bedient. Franco-Freunden wird er gefallen und Sexploitation-Fans
sowieso.
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