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Ein
verurteilter Mörder (Brandon Stacy) wird in ein Hochsicherheitsgefängnis
überstellt. Was jedoch keiner ahnt, ist dass der vermeintliche Killer sich
lediglich gegen ein gutes Dutzend Zombies erwehrte und diese fachgerecht
bearbeitete. Zu blöd nur, dass ihm niemand die Geschichte von den lebenden
Toten abkauft. Hinzu kommt, dass der Mann selbst infiziert wurde, was sich
schon kurz nach seiner Ankunft in dem Knast drastisch äußerst. Travis, so
der Name des Mannes, beginnt schon bald Blut zu spucken, was somit auch
andere Häftlinge und Wärter infiziert.
Samantha Backett (Bay Bruner) interessiert sich für Travis' Geschichte, der
behauptet, an ihm sei ein Experiment durchgeführt worden, weshalb er nun
mit einem todbringenden Virus angesteckt sei. Leider kauft ihm diese
Geschichte niemand ab, was dem Gefängnisdirektor und den Wachen schon bald
zum Verhängnis werden soll. Urplötzlich mutieren Travis und die anderen
Infizierten zu gefährlichen Zombies und fallen über die noch nicht
infizierten Menschen her. Für Samantha und die anderen noch lebenden
entwickelt sich die Situation zu einem Kampf auf Leben und Tod... |
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Mit
"Dead Men Walking" legte "The Asylum", eine
US-Amerikanische Filmproduktionsfirma, letztes Jahr eine kleine und feine
Splatterbombe hin, die zwar zurecht nicht weiter bekannt wurde, der es
allerdings gelang, in gewissen Kreisen von sich reden zu machen. Gerade
heutzutage sind richtig deftige Schlachtfeste rar gesät, und wenn einem mal
nach einem ausufernden Blutinferno der Sinn steht, so empfiehlt es sich
meist, einen genaueren Blick auf den Independent - oder den Amateursektor zu
werfen. Hochbezahlte Metzgereien erscheinen meist nur noch in Form von
Remakes alter Klassiker, doch das ist soweit verschmerzbar, denn die
billigeren Alternativen bieten da wirklich genug Ersatz. "Dead Men
Walking" etwa gestaltet sich in seiner Aufmachung so simpel wie nur
möglich, um dann die Gorehounds in 80 rasant vorbeiziehenden Minuten
zufriedenzustellend. Regisseur Peter Mervis, der auch schon "Snakes on
a Train" (nicht mit "Snakes on a Plane" zu verwechseln) oder
"When a Killer Calls" (Nein, "When a Stranger Calls" ist
nicht gemeint) inszenierte, hat hiermit den Beweis erbracht, dass der
urtypische, der klassische Zombiefilm noch längst nicht tot ist.
An die Story oder an tiefergreifende Charakterisierungen wird hier nicht
viel Screentime vergeudet, schon die ersten zwei Minuten machen klar, in
welcher Richtung "Dead Men Walking" sich bewegen wird. Ein
blutüberströmter Typ, scheinbar dem Wahnsinn nahe, pustet gleich mehreren
Zombies die Schädel weg, die sich daraufhin fröhlich verabschiedend auf
irgendwelchen Wänden verteilen. Das Ganze unterlegt mit flottem Metal macht
klar, dass "Dead Men Walking" nicht unbedingt geschaffen wurde, um
die Aussage eines "Night of the Living Dead" zu transportieren,
nein, es geht einfach um den Spaß am Gemetzel. Zwar muss man sagen, dass
der Film auch seine ruhigeren Passagen hat, doch diese sind niemals
langweilig und mit dem kleinstem Ansatz einer Story gefüllt.
Mit dem Hochsicherheitsgefängnis fand Peter Mervis wohl die perfekte
Kulisse für das Geschehen, denn die Locations sind stets spärlich
eingerichtet, es spielt sich alles in beengenden, düsteren Gängen und
zellenartigen Räumen ab, die schnell eine klaustrophobische Stimmung
erwecken. Zwar wurden Gefängnisse in der Filmgeschichte schon des öfteren
als Schauplatz für diverse blutige Ausschreitungen verwendet, man erinnere
sich nur an "Prison" oder "Beyond Re-Animator", doch von
abgekupferten Ideen darf hier dennoch nicht gesprochen werden. "Dead
Men Walking" wandelt auf eigenen Pfaden und könnte in seiner brutalen
Konsequenz und seiner zielstrebigen Genauigkeit direkt aus der guten alten
Zeit stammen, in der Zombiefilme noch Höhenflüge hatten und nicht wie
heutzutage nur noch in den hinteren Regalen der Videotheken zu finden sind.
Wie eigentlich die meisten Splatterfilme trennt sich "Dead Men
Walking" in eine kleinere Zeit des Spannungsaufbaus und in einen
wesentlich größeren Spielraum des puren Abschlachtens auf. Nach dem
furiosen Beginn dauert es natürlich etwas, bis die wichtigsten Charaktere
minimal eingeführt werden und die Dramaturgie ins Rollen kommt, doch das
stört hier keineswegs. Das Set mit dem Gefängnis ist mehr als stimmig und
so stört es auch nicht, wenn es mal nicht direkt zur Sache geht, da man dem
Treiben dennoch folgt. Dass hier nicht die Stimmung eines "Die
Verurteilten" entsteht ist klar, vielmehr wird das Bild eines
deprimierenden, dreckigen und düsteren Knasts gezeichnet.
Mir hat sofort gefallen, dass Peter Mervis die Bedrohung, die von den
Zombies ausgeht, stets im Hintergrund hält. Die Handlungen mit Samantha,
die, wenn ich mich recht entsinne, Reporterin war, und die mit Travis, der
langsam vor sich hin mutiert und nebenbei unablässig Blut spuckt und
unzählige Mithäftlinge ansteckt, werden parallel erzählt. Dadurch ist die
Bedrohung durch die Infizierung auch dann vorhanden, wenn wir mal Zeuge
einer Handlungssequenz werden.
Ein großes Lob muss den verantwortlichen ausgesprochen werden, da der
Independentfilm ganz und gar nicht wie einer aussieht. Hier waren durchaus
Experten am Werk, die aus "Dead Men Walking" keine beliebige
Blutmatscherei werden ließen, sondern durchaus einen stimmigen, kleinen
Splatterfilm mit seiner ganz eigenen Atmosphäre. Und diese strahlt vor
allem eins aus: Ruppigkeit und Konsequenz. Es geht hier wirklich nicht
gerade harmlos zu, es wird in regelmäßigen Abständen gefressen, entweidet
und ausgerissen, was das Kunstblut hergibt. Auch vor Kindern wird dabei
nicht halt gemacht, so bekommt ein kleiner Junge mal eben das Ohr
abgebissen, während sein Schwesterchen mal ihre eigenen Eingeweide
betrachten darf. Sicherlich möchte nicht jeder so etwas sehen, doch es ist
eben ein Splatterfilm, und zudem ein ehrlicher. Gewiss hat man schon weitaus
brutaleres als "Dead Men Walking" gesehen, doch derber als der
übliche 08/15 Horrorkram ist dieses Werk allemal.
Ein großer Teil der Schauspieler gehört zum Standard-Cast des Asylum's,
somit merkt man ihnen auch an, dass sie nicht zum ersten Mal vor der Kamera
stehen. Dennoch herrscht hier das übliche Problem, welches jeder
Splatterfilm hat: Die Figuren sind letzten Endes nur Kanonenfutter und somit
hält sich der Regisseur nicht lange damit auf, sie genauer zu beleuchten.
Die Akteure haben somit nicht mehr zu tun als verängstigt dreinzublicken
oder sich fressen zu lassen und das erledigen sie zumindest glaubwürdig.
Mehr muss man nicht erwarten und mehr braucht man auch nicht, wenn man sich
so einen Film ansieht.
"Dead Men Walking" ist ein kleines Splatterfilmchen abseits des
Mainstreams und als das sollte er auch betrachtet werden. Wer sich hiervon
viel Horror oder gar Gemetzel in opulenten Bildern erhofft, wird
enttäuscht. Es ist einfach ein dreckiges und stimmiges Werk, das nicht mit
Gore spart und letztendlich mit zum Blutigeren gehört, was die letzten
Jahre zu bieten hatten. Die Location ist mit dem Gefängnis super gewählt,
sie sorgt dafür, dass der Streifen auch dann nicht langweilig wird, wenn
das Blut nicht spritzt. Schwächen und Mängel sind genrebedingt und hier
nicht weiter tragisch.
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