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Lucy Broadhurst (Lisbeth
Hummel) reist zusammen mit ihrer Tante Virginia (Elisabeth Kaza) nach
Frankreich, wo sie den Sohn des Aristokraten Pierre de l'Esperance (Guy
Tréjan), Mathurin (Pierre Benedetti) heiraten soll. Derweil bereitet sich
im Hause de l'Esperance schon jedermann auf das große Ereignis vor, doch
von Festlichkeitsstimmung ist noch nichts zu bemerken. Jeder geht seinen
eigenen Beschäftigungen nach: Familienoberhaupt Pierre erhofft sich durch
die Heirat eine finanzielle Unterstützung seiner Familie, während ein
angereister Priester (Roland Armontel) die lange Wartezeit nutzt, um sich
mit zwei jugendlichen Knaben zu vergnügen. Die Tochter der Familie,
Clarisse De l'Esperance (Pascale Rivault) treibt es derweil viel lieber mit
dem afrikanischen Diener des Hauses, muss sich aber immer wieder am
Bettpfosten Befriedigung suchen, da ihr Liebhaber während des Aktes
ständig zu irgendwelchen Arbeiten gerufen wird.
Als Lucy gemeinsam mit ihrer Tante an dem noblen Anwesen der Familie de
l'Esperance ankommt, kommen ihr sofort wieder zahlreiche unheimliche
Geistergeschichten in Erinnerung, die sie vor Jahren über dieses Haus
hörte. Pierre de l'Esperance kann sie allerdings beruhigen, derartiges habe
es noch nie gegeben. Dennoch lassen Lucy die Erzählungen nicht mehr los,
und als sie dann noch das Tagebuch von Romilda de l'Esperance findet, einer
Ahnin ihres zukünftigen Gatten, suchen sie plötzlich seltsame Tagträume
heim. In ihren Träumen ist sie Romilda, die das Anwesen der de l'Esperance
im 18. Jahrhundert bewohnt und eines Tages das angrenzende Waldstück
betritt. Dort wird sie von einer großen, furchteinflößenden Bestie
angefallen, und von dieser auf alle nur erdenklichen Arten zu sodomitischen,
sexuellen Akten gezwungen. |
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Sicherlich jeder hat schon
einmal von der berühmten "Die Schöne und das Biest" Thematik
gehört, wenn auch nur durch den kindgerecht-aufgearbeiteten
Disney-Zeichentrickfilm gleichen Namens. Was Walerian Borowczyk mit "La
Bête" abliefert ist, wenn man so will, die Erwachsenenversion davon.
Auch, wenn die Storys an und für sich nichts miteinander zu tun haben, so
geht es in beiden Filmen doch um eine sehr ungewöhnliche Beziehung.
Während es in "Die Schöne und das Biest" eine zarte
Liebesromanze ist, haben wir hier ein rein sexuelles Zusammentreffen zweier
Figuren, die so rein gar nicht zusammenpassen wollen. Ein wunderschönes,
junges Mädchen und eine reißende, schwarze Bestie mit einem Glied
gigantisches Ausmaßes. Dies jedoch ist nicht der einzige Gegensatz im Film.
Auch, was hier des öfteren hinter verschlossenen Türen abgeht, will so
ganz und gar nicht zu dem Bild passen, das man zuerst vom feinen,
französischen Adel hat. Ob nun der Priester seine beiden Knaben streichelt
und küsst, oder die junge Tochter zuerst den Hausdiener, und danach den
Bettpfosten reitet - Borowczyk zeigt vieles, was man zuerst nicht für
möglich gehalten hätte.
Dabei war es damals eigentlich nichts ungewöhnliches, dass dieser Regisseur
mit an der Pornographie vorbeischrammenden Filmen auf sich aufmerksam
machte, denn schon im Jahr 1974 erregte er mit "Unmoralische
Geschichten" geteiltes Interesse. Vielen war Borowczyk's freizügige
Darstellungsweise hier schon zu explizit, doch mit "La Bête"
toppte er dies noch. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, zu sehen, wie
gleich in der Anfangsszene ein Hengst eine Stutte begattet. Sowohl das Glied
des Hengstes als auch die zuckende Vagina der Stute werden in Nahaufnahme
gezeigt. Dies ist jedoch noch nichts im Vergleich zu dem, was im späteren
Verlauf des Streifens noch auf einen zukommt, wenn Romilda de l'Esperance im
Wald auf die Bestie trifft. Im Sekundentakt ejakuliert die Bestie ein fürs
andere Mal beachtliche Mengen Sperma mit seinem gigantischen Dödel,
während die holde Maid kreischt und schreit, was die Stimmbänder hergeben.
Ganz egal ob Fußsex, beidseitiger Oralverkehr oder A Tergo - kein Tabu war
Borowczyk heilig. Bevor nun aber falsche Eindrücke vermittelt werden, muss
ich hinzufügen, dass niemals wirklich Hardcore vor der Kamera praktiziert
wird, da es sich bei dem riesigen, ständig abspritzenden Glied des Monsters
um eine Attrappe handelt und zu keinem Zeitpunkt eine sichtbare Penetration
stattfindet.
Obwohl diese Szenarien natürlich wie aus einem billigen Porno anmuten, darf
"La Bête" nicht mit billigen Rammelfilmen auf eine Stufe gestellt
werden. Gerade die Szenen mit Romilda und der Bestie sind nämlich durch
eine schnelle Klavierunterlegung begleitet und wirken durch eine
farbenfrohe, verträumte Optik geradezu mystisch und märchenhaft. Dazu noch
die Zeitreise, die einen Zurück ins Frankreich des 18. Jahrhunderts
versetzt, verleiht dem Ganzen eine barocke, künstlerische Atmosphäre.
Unterstrichen wird dies noch von den passenden, originalgetreuen Kostümen
und Frisuren der Darsteller, die sehr authentisch wirken.
Das "Problem" des Films ist hauptsächlich, dass er oftmals mit
vielen dialoglastigen Szenen aufwartet. Dadurch kann sich bei einigen wohl
schnell Langeweile ausbreiten. Deshalb ist es notwendig, sich in den Film,
seine Atmosphäre und seine Stimmung bedingungslos hineingleiten zu lassen,
ansonsten kann er nur schwerlich funktionieren. Gelingt einem dies jedoch,
so stellt man schnell fest, dass Borowczyk eine interessante, stimmige
Geschichte erzählt, die keineswegs nur von ihren anstößigen Szenen lebt.
Darstellerisch läuft "La Bête" zu Hochformen auf. Lisbeth Hummel
spielt eine verträumte, wie auch zeigfreudige Lucy und muss alleine dafür
schon gelobt werden, da sicherlich nicht jeder Schauspieler vor der Kamera
so weit gehen würde. Das Selbe gilt für Sirpa Lane, die in den
Traumsequenzen als Romilda de l'Esperance in Erscheinung tritt und als
solche mit dem furchteinflößenden Biest kopulieren darf.
Auf der einen Seite ein beinahe pornographischer Reißer, ist Walerian
Borowczyk's "La Bête" bei genauerem hinsehen ein stellenweise
fast schon verträumt inszenierter Blick durch die Schlüssellöcher des
französischen Adels, ein ruhig angelegtes Horrordrama, das mit einer
gehörigen Prise Anspruch daherkommt und Freunde des kontroversen Films, die
nur auf Anstößigkeiten aus sind, schnell mal langweilen könnte.
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