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DOBERKILLER? Klare Sache: Muss sich
wohl um einen lupenreinen Tierhorrorfilm mit amoklaufenden
Dobermännern handeln... Dem ist aber nicht so!! Die
Dobermänner in diesem Film spielen bei genauerer Betrachtung eine
eher untergeordnete Rolle, mehr als Waffe oder Mittel zum Zweck
eingesetzt.
DOBERKILLER ist nämlich in erster Linie ein subtiles
Psychodrama um Hass, Sadismus und Menschenverachtung, kurzum genau
das, was man einen Terror-Film nennen kann.
Der Originaltitel „TO KILL A CLOWN“
bringt es daher eigentlich eher auf den Punkt, als der
offensichtlich mal wieder aus kommerziellen Gründen gewählte
deutsche Titel. Einen Clown zu töten, genau das ist es nämlich,
was der Vietnam-Veteran Ritchie versucht.
Und die Zerstörung des Clowns,
nämlich Timothys, des heiteren unbeschwerten Zeitgenossen, der
stets den Clown spielt, geschieht hier in zweierlei Hinsicht:
physisch und psychisch. Trotz seiner eigenen körperlichen
Einschränkung sieht sich Ritchie ständig in der Situation, dem
hippiemäßigen Timothy (der in der Tat ein wenig aussieht wie ein
etwas aufgequollener John Lennon...) in allen Belangen überlegen zu
sein, sei es in moralischer Sicht oder Lebenserfahrung. Aus den
anfänglichen sarkastischen Untertönen, den höhnischen
Provokationen gegenüber Timothy wird letztendlich purer Terror, den
Ritchie jedoch in erster Linie von seinen Hunden ausführen lässt
Die Verachtung Richties
resultiert dabei sicher weniger aus dem blanken Hass gegenüber „moralische
Unsitten“, wie z.B. Undiszipliniertheit, sondern wohl eher aus
Frustration und Neid. Neid darauf, aufgrund seiner im Krieg
erlittenen Verletzung eben nicht die Möglichkeit zu haben, diese
Art von Leben führen zu können, wie Timothy und Lili sie ihm
gerade präsentieren.
Zu Beginn des Films verteilen sich die
Sympathien des Zuschauer mitunter noch auf die verschiedenen
Parteien. Ritchie offenbart schließlich nicht direkt von
Anfang an seinen fiesen psychopathischen Charakter, zudem kann man
Timothy als „Witzeclown“ mit seinen plumpen Versuchen, komisch
zu sein einen gewissen Nervfaktor nicht absprechen.
Nach und nach entpuppt sich Ritchie
jedoch als absolut boshafter, verbitterter Sadist dieses wird nicht
nur durch die zunehmende Terrorisierung des Pärchens deutlich,
sondern insbesondere auch in einem Dialog mit einem seiner
Kriegskameraden, wo er in schallendes Gelächter über eine
sadistische Anekdote ihrer gemeinsamen Militärzeit ausbricht....
Und gerade auch diese Zeichnung des
Unmenschen (sehr überzeugend dargestellt von Alan Alda), der mit
seinen militärisch gedrillten Hunden seine „Gäste“ fast schon
generalstabsmäßig in Schach zu halten weiß, ist eine der großen
Stärken des Films. Auch die anderen Schauspieler spielen ihren Part
souverän. Dabei wird insbesondere auch die Naivität des
Hippie-Pärchens gegenüber der knallharten Rationalität von
Ritchie sehr gut deutlich.
Erschreckend und amüsant zugleich,
wie Timothy und Lili das Spiel von Ritchie zunächst nicht
durchschauen und alles für einen Spaß halten. Lili beteiligt sich
sogar noch hilfreich dabei, indem sie Ritchie bereitwillig diverse
Utensilien für das „Spiel“ überlässt...
Der Film gleicht mit seiner
klaustrophobischen Art und der stark begrenzten Zahl der Charaktere
einer Art Kammerspiel. Verstärkt wird dieser Anschein
durch die Wahl einer Insel als Schauplatz des Films.
Untermalt wird das Ganze durch wunderschöne typische 70er
Jahre Musik, wie man sie aus zahlreichen Krimiserien oder Filmen
dieser Art kennt. Auch stilistisch wartet der Film mit ein paar
sehr schönen Elementen auf. Sehr gelungen: das „Einfrieren“ der
Bilder am Ende einzelner Szenen. Diese verdeutlichen nicht nur den
Beginn eines neuen Erzählabschnitts, sondern wirken im Nachhinein
in ihrer Gesamtheit fast wie eine Art Fotoalbum über Timothy, den
tragischen Clown.
Doberkiller ist ein kleines 70er-Jahre
Terrorfilmchen der etwas anderen Art. Hier regiert nicht offensive
Aggression oder physische Folter seitens des Bösewichts. Der
Schrecken nimmt eher dezent seinen Lauf, dafür aber umso
eindringlicher.
Sehr düster letztendlich auch das
Ende!!!
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