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Die ehemalige Gynäkologin Mei hat sich ein
neues Schaffensfeld erarbeitet: Sie stellt jetzt Teigtaschen, sogenannte
Dumplings her und bringt diese an den Mann, respektive Frau. Die Dumplings
bringen eine besondere Nebenwirkung, neben der Hungerbekämpfung, mit sich:
Isst man sie, scheint man einen Verjüngungsprozess anzustoßen.
Das Rezept behält Mei natürlich für sich und aufgrund der Einzigartigkeit
ihrer Gebäckstücke macht sie schnell gute Einnahmen. Unter den Reichen hat
sich die Verjüngungskur schnell rumgesprochen. Auch Schauspielerin Qing Li
möchte eine jüngere Haut haben. Jünger aussehen um ihren Mann wieder zu
gefallen. Dieser zieht es nämlich vor, seine Freizeit mit jüngeren Damen
zu verbringen.
Qing Li besucht also Mei, um von ihren Dumplings zu kosten. Doch als sie bei
der Zubereitung sieht, was die geheime Zutat ist, verschlägt es ihr den
Appetit... |
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Ein Horror-Film der etwas anderen Art. „Dumplings“
ist alles andere als ein gewöhnlicher Horror-Schocker. Was allerdings nicht
heißen muss, dass der große Schock ausbleibt. Mit einer gesunden
Gesellschaftskritik wird hier etwas thematisiert, was in unserer
Gesellschaft gar nicht mal so abwegig scheint. Die Werte haben sich
geändert. Während man sich früher um wichtige Sachen kümmern musste und
sich nur nebenbei um die Optik Sorgen machen konnte, ist das heute anders
geworden. Hollywood-Ladies, die im hohen Alter noch wie 30jährige aussehen,
leben es vor und setzen so einen unsinnigen Trend. Und wer dumm genug ist,
die Wahrheit nicht zu erkennen beziehungsweise schlau genug ist, die Fakten
auszublenden und dann auch noch über das nötige Kleingeld verfügt, kann
dem Trend folgen.
In „Dumplings“ wird dieses Thema aufgegriffen. Total überspitzt, aber
halt so, wie es gesellschaftskritische Filme oft darstellen. „Insel der
Verdammten“, „Battle Royale“, „Running Man“ oder viele weitere,
haben in dieser Art ähnliche Themen aufgearbeitet.
In diesem Review soll jetzt nicht auf die geheime Zutat und ihrer
Auswirkungen eingegangen werden. Für Leute, die diesen Film noch sehen
wollen, würde es einiges an Spannung rauben. Und Leute, die bereits das
Vergnügen hatten, wissen ja eh, um was es geht. Auch wenn es vielleicht auf
der Hand liegt, die Konfrontation kann bei Nichtwissen durchaus eine andere
Sichtweise auf das Ganze haben, als wenn man das Schock-Moment
vorwegnimmt.
Regisseur Fruit Chan stellt einem schwer
verdauliches bereit. Verpackt in einer soliden Hülle. Technisch ist der
Film einwandfrei. Vielleicht etwas zu solide in den Kasten gebracht. Denn
für optische Experimente bleibt nicht viel Zeit. Auch die Erzählweise
wirkt etwas trocken. Sehr gradlinig, sehr unkompliziert. Und der Ekel wird
nur selten im Bild dargestellt. Er findet im Kopf des Betrachters statt,
wenn er mit ansehen muss, wie sich die Leute die leckeren Teigtaschen
genüsslich in den Mund schieben. Fruit Chan braucht keine besonderen
Bilder, um die Grenze der Moral zu überschreiten. Er braucht nicht viel
Blut, um eine verstörende Atmosphäre zu erzeugen, die in vielen Momenten
die fehlende Spannung gut kompensieren kann.
Schauspielerisch wird Fruit Chan vor allem von Bai Ling und Miriam Yeung
unterstützt. Die Damen spielen die Hauptrollen und lassen keinen Zweifel an
ihrer Professionalität, der Darstellung schwieriger Rollen, zurück.
„Dumplings“ ist so etwas wie die "Delikatesse" unter den
sozialkritischen Horror-Filmen. Übertrieben, abstoßend, ekelerregend und
doch so wahr… |