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Ende des 19. Jahrhunderts: Dr. Treves ist
Chirurg und hat bei einem Besuch eines Jahrmarktes einen jungen Mann namens
John Merrick gesehen. Merrick hat besonders auffällige Deformierungen an
Kopf und Arm. Weil Treves noch nie etwas Derartiges gesehen hat beschließt
er den jungen Mann mitzunehmen. Einerseits aus Mitleid und andererseits um
seinen den Forschungsdrang mit medizinischen Untersuchungen zu stillen.
Einer Sage nach wurde die Mutter von John
Merrick im vierten Schwangerschaftsmonat von einem Elefanten misshandelt.
Ihr Sohn soll aufgrund dessen so deformiert auf die Welt gekommen sein, was
Dr. Treves natürlich für blanken Unsinn hält. Treves nimmt John Merrick
mit in ein Hospital, wo er nach kurzer Zeit feststellt, dass der Junge nicht
dumm ist und gegen alle Befürchtungen sogar sprechen und schreiben kann.
Mit
zunehmender Zeit entwickelt sich John Merrick zu einem kulturell
interessierten, hochintelligenten jungen Mann, der sich trotz seines
monströsen Aussehens Respekt verschaffen kann. Aber nicht bei allen. Einige
Menschen sehen in ihm nur die Quelle ihres Reichtums. Deshalb besucht ihn
auch sein ehemaliger „Besitzer“ im Krankenhaus und entführt ihn nach
Paris, um mit ihm dort Geld zu machen. Merrick gelingt aber schnell die
Flucht und kehrt nach London und nach einigen Umwegen auch zu Dr. Treves
zurück. |
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David Lynch. Ein Name, der für Filme der
besonderen und nicht gerade leichtläufigen Art steht. Eben dieser Lynch ist
der Regisseur des Films „Der Elefantenmensch“. Es war sein zweiter
Lang-Film und ist einer seiner normaleren. Das heißt aber nicht, dass die
Thematik auch normal ist. Der in Schwarz und Weiß gehaltene Film verfügt
über einen chronologischen Ablauf, was Lynch ja nicht immer filmt, und
erzählt eine wahre Geschichte. Die Geschichte eines jungen Mannes namens
Joseph Merrick, der im Film den Namen John bekommen hat. Josef lebte von
1862 bis 1890 und litt wohl unter der Elefantenkrankheit
(Elephantiasis). Zumindest waren
sein Kopf und seine rechte Hand sehr stark deformiert, was die Diagnose nahe
legt.
Das Lynch mit diesem Film seinen finanziellen Durchbruch schaffte, hat er
wohl selber nicht für möglich gehalten. Doch nachdem „Der
Elefantenmensch ein Vielfaches der Kosten einspielte und sogar achtmal für
den Oscar nominiert wurde, war er von heute auf morgen ein gemachter Mann im
Filmgeschäft. Und das nicht zu unrecht. „Der Elefantenmensch“ ist mit
Sicherheit einer der wichtigsten Filme in Sachen Aufklärung und Bekämpfung
der Fremdenfeindlichkeit, zumindest aus dem kommerziellen Bereich.
Der
Erfolg des Films bei der breiten Masse ist durchaus erstaunlich. Der
Streifen kommt altmodisch als auch düster daher und bietet nicht viel von
dem, was standardisierte und preisgekrönte Hollywood-Dramen auszeichnet.
Die Geschichte ist zudem anders: Ein Monstrum, dass nicht lächeln kann und
dessen Gesicht stets ausdruckslos ist, wird von der kapitalistischen
Gesellschaft ausgebeutet. Zumindest von einem Teil. Es gibt auch das Gute,
die traurigen Momente stehen aber klar im Vordergrund. Ein dicker Kloß im
Hals ist garantiert.
Das Leben des Protagonisten ist nicht einfach zu beobachten. Die rührende
Geschichte wurde von Lynch sehr gut in Szene gesetzt und sorgt für eine
Menge Mitgefühl. Die Maske, die John Hurt trägt, wirkt authentisch.
Vielleicht auch gerade weil man sie lange Zeit nicht zu Gesicht bekommt und
der innere Voyeurismus endlich befriedigt wird, wenn man sich dem
widerwärtigen Fernsehbild abwenden kann. Doch die menschliche Hässlichkeit
ist nicht die, die man sieht. Und das ist das Schöne, dass Besondere an
diesem Film.
John Hurt („Der verbotene Schlüssel“, „Alien
- Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“, „John Christie, der
Frauenwürger von London“ uva.) spielt die Rolle des John Merrick gut.
Eine ebenso solide Leistung muss Anthony Hopkins („Hannibal“, „Bram
Stoker's Dracula”, “Das Schweigen der Lämmer“, uva.) attestiert
werden, der den Chirurgen Frederick Treves mimt. Es wird von niemanden eine
überdurchschnittliche Leistung erbracht, das Gezeigte passt aber in den
guten Rahmen des Films.
„Der Elefantenmensch“ ist wahrscheinlich David Lynchs bester und
wertvollster Film. Es kommt ihm natürlich entgegen, dass die Geschichte um
den Mann, der aufgrund seines Aussehens wie ein Tier behandelt wird, so
ergreifend ist. Nichtsdestotrotz ist seine Regiearbeit meisterlich.
Wirkliche Kritikpunkte muss man schon mit der Lupe suchen. Und bei einem so
wichtigen Film über Randgruppen und Außenseiter kann man bei der ein oder
anderen Szene auch mal ein Auge zudrücken.
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