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Manuela
(Renee Pornero) leidet noch immer an den Erinnerungen an ein schreckliches
Ereignis, das sich vor fünf Jahren zugetragen hat. Damals wurde sie von
einem Mann entführt und vergewaltigt, allerdings gelang es ihr im
Anschluss, ihn zu töten und ihm Wald zu vergraben. Seine Leiche wurde nie
gefunden. Beinahe jede Nacht wird Manuela von Albträumen heimgesucht, auch
ihr Psychiater (Andreas Bethmann) stellt keine große Hilfe für die junge
Frau dar. Manuela's einzige Anlaufstelle ist ihre beste Freundin Monique
(Anja Gebel), mit der sie viel Zeit verbringt. Eines Tages passiert jedoch
etwas Grauenvolles: Manuela wird auf der Toilette einer Diskothek Zeuge, wie
ein vermummter Mann zwei junge Frauen ermordet, anschließend wird sie von
ihm betäubt und entführt.
Nachdem sie in ein abgelegenes Haus gebracht wurde, findet Manuela schnell
heraus, wer für die Entführung verantwortlich ist. Es ist ihr Psychiater,
welcher gleichzeitig auch der Bruder des Vergewaltigers ist, welcher vor 5
Jahren von Manuela zur Strecke gebracht wurde. Der Psychopath ist auf Rache
aus und demütigt die junge Frau gnadenlos. Als ob das noch nicht genügen
würde, entführt er auch noch Monique, die ebenfalls abscheulichen und
perversen Spielen ausgesetzt wird... |
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Wer einige der alten Werke Bethmann's kennt,
so zum Beispiel "Vegetarierinnen zur Fleischeslust gezwungen" oder
"Rossa Venezia", der wird anhand der Story seines "Exitus
Interruptus" keinerlei Gedanken daran verschwenden, dass sich im Hause
Bethmann etwas verändert haben könnte. In der Vergangenheit konnte der
Regisseur insbesondere durch seine mit Gewalt angereicherten
Hardcorestreifen auf sich aufmerksam machen, doch damit ist nun allem
Anschein nach - zumindest für den Moment - Schluss. Obwohl die simple und
kaum neue Handlung von "Exitus Interruptus" einen anderen Verdacht
entstehen lässt, ist die drittneueste Produktion Bethmann's kein
Hardcorefilmchen, es scheint als wolle sich der, auch unter seinem Pseudonym
A.M. Bertucci bekannte, Filmemacher an neuen Aufgaben versuchen und andere
Pfade beschreiten.
Leider ist ihm das nur in geringem Maße positiv geglückt, da die
Weiterentwicklung leider nicht in allen Bereichen vonstatten gegangen ist.
Zwar liefert die technische Seite die eine oder andere Überraschung (dazu
später mehr), dafür ist die Story nichts weiter als ein peinlicher
Versuch, den Ansatz einer Handlung in den Film zu bringen. Dabei fällt
nicht nur auf, dass sich Bethmann etwas zu sehr an den bekannten
Terror-Vorbildern orientierte, sondern auch, dass seine selbst geschriebene
Story mit zahlreichen Logiklücken und grenzdebilen Ideen versehen ist, so
wie etwa die, Manuelas langjährigen Psychiater als den Bruder ihres
ehemaligen Vergewaltigers auszugeben, der nun auf Rache sinnt. Darüber
sollte man sich jedoch nicht weiter aufregen, ist die Handlung in einem
Bethmann Film doch ohnehin nur Mittel zum Zweck und daran hat sich auch hier
nichts geändert. Das ist dann einer der Anhaltspunkte, von denen ausgehend
man sich die Frage stellen kann, wieso sich der gute Bertucci denn so
krampfhaft als richtiger Filmemacher versuchen will, wenn dabei doch nur
altbekanntes herauskommt.
"Exitus Interruptus" versucht, das Sexploitationgenre mit einem
"Texs Chainsaw Massacre" Feeling zu verknüpfen, was in den
Grundelementen geglückt ist, aber noch weiter hätte ausgebaut werden
müssen. Die vordergründige Handlung des Films besteht immerhin nur aus
zwei ständig nackten Frauen, die im Haus eines Geisteskranken gefangen
gehalten und dort erniedrigt werden. Hier wäre sicherlich genügend
Freiraum für perverse Folterspielchen drin gewesen, doch leider verschenkt
Bethmann ein Großteil von eben diesem für eine peinlich, unnötige
Selbstinszenierung. Der Regisseur kam auf die bahnbrechende Idee, selbst in
die Rolle des Entführers zu schlüpfen, obwohl er über keinerlei
nennenswerte schauspielerischen Fähigkeiten verfügt. Bethmann war sich
dieser Tatsache anscheinend auch selbst bewusst und tritt aufgrund dessen
nur mit Maske auf, was seine Zeit vor der Kamera zumindest erträglich
macht. Dennoch fällt es mehr als nervend auf, wie sich der Gute immer
wieder in den Mittelpunkt des Geschehens zu drängen versucht, ohne seiner
Figur dabei auch nur den Hauch einer Bedrohlichkeit zu geben. So darf
Bethmann seinen beiden Darstellerinnen zwar immer wieder mal an den Brüsten
rumkneten und mit ihnen reden, doch zur eigentlichen Tat schreitet er nur
höchst selten.
Ja, geisteskrank kommt die Figur des Killers durchaus rüber, wenn man
bedenkt, dass er sich mit seiner skelettierten Mutter unterhält und von
dieser Befehle entgegennimmt (Hitchcock lässt grüßen), doch es fehlt
diesem Charakter an der nötigen Gefahr, die von ihm ausgehen muss, um eine
wirklich bedrohliche Stimmung zu erzeugen. Terrorstimmung kommt auch nur
äußerst selten auf, da die Frauen meist nur befummelt und verbal
gedemütigt werden, ansonsten tut sich da nicht sehr viel im Hause des
Killers. Bis auf eine sehr sadistische und kranke Szene, in der Manuela den
Killer in weniger als einer Minute oral befriedigen muss, da sonst ihre
Freundin erschossen wird, wird "Exitus Interruptus" dem Ruf des
Regisseurs kaum gerecht. Gut, in einer Sequenz wird einer Frau noch ein
Messer in ihr primäres Geschlechtsteil gestochen, doch ansonsten hält sich
der Streifen in Sachen Blut und Anstößigkeiten sehr zurück.
Vielen Bethmann-Fans dürfte die Tatsache, dass hier auf Hardcore verzichtet
wurde, ganz und gar nicht gefallen, doch ganz leer geht man dann in diesem
Bereich doch nicht aus. Immer noch finden sich zahlreiche selbstzweckhafte
Nackt- und Sexszenen in die Handlung gestreut, auch wenn diese nun nicht
mehr über das Niveau eines beliebigen, ab 16 freigegeben Erotikfilms
hinauskommen. Auch, wenn sich nicht so recht erschließen will, wieso
Bethmann den Hardcore wegließ, ist diese Tatsache leichter zu verschmerzen
als erwartet, da "Exitus Interruptus" über weite Strecken
tatsächlich ordentlich unterhalten kann. Der Filmemacher legte sich einiges
an neuem Equipment zu, so dass man statt minutenlangen, starren Bildern nun
endlich eine dynamischere Kamera geboten bekommt, was das Ganze sogleich
lebendiger macht. Das, zusammen mit dem recht gelungenen Score (die Hip Hop
Musik der Gruppe "Morgen Latte" im Abspann wäre dagegen nicht
nötig gewesen) weiß zu überzeugen. Der Streifen ist bis auf die Blowjob
Szene (wo man auf Hardcore auch vergeblich wartet) frei von nennenswerten
Höhepunkten, unterhält aber zumindest, was man nicht von allen bisherigen
Bethmann Werken behaupten kann. An der Besetzung hat sich nicht viel getan,
Renee Pornero kennt man schon aus "Vegetarierinnen zur Fleischeslust
gezwungen 2", sie erledigt ihren Part gewohnt annehmbar, genau so wie
Anja Gebel. Andreas Bethmann sollte das Schauspielern in Zukunft hingegen
lieber sein lassen und dafür etwas mehr in einen glaubwürdigeren Akteur
investieren.
"Exitus Interruptus" wurde vielerorts als persönliche
Neudefinierung Bethmann's angekündigt, ist aber alles in allem weder ein
Schritt nach vorne, noch nach hinten. Den Hardcore-Anteil wegzulassen sehe
ich persönlich nicht als vorteilhaft an, da dies gut zu dem
Schmuddelcharakter des Films gepasst hätte, auf der technischen Ebene
hingegen präsentiert sich das Werk um einiges stilvoller und gekonnter
inszeniert als einige vorherige Streifen des Filmemachers. Letzten Endes ist
und bleibt "Exitus Interruptus" aber ein Fall für die
Sexploitationfans, denn der Terror-Anteil ist viel zu gering, als dass
"TCM" Anhänger und Konsorten ihre Freude mit dem Streifen haben
könnten. Auf der selbstinszenatorischen und experimentellen Basis hat sich
Bethmann mit diesem Werk sicherlich selbst einen Wunsch erfüllt, nicht
unbedingt aber seinen Fans, die hier nichts Bahnrechendes geboten bekommen. |