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Kein geringerer als Jaume Balagueró
ist der Regisseur des spanischen Gruselfilm „Fragile – A Ghost
Story“. Balagueró, der schon für die beiden bemerkenswerten
Horror-Filme „Darkness“ und „The Nameless“ den Regie-Stab
schwang, versteht es den Betrachter in den Bann des Filmes zu
ziehen. Und dabei sieht es bei „Fragile – A Ghost Story“ erst
gar nicht so aus, als ob er das Zeug zu einem unterhaltsamen
Schocker hat. Der Film kommt nämlich nur schwer in die Pötte.
Allerdings bemerkt man gleich, dass Jaume Balagueró eine dichte
Atmosphäre aufbauen will.
Die erste Hälfte des Films bringt
nicht viel Interessantes mit sich. Es wird hier ein bisschen was vom
Krankenhaus, da ein bisschen oberflächliches von der erwachsenen
Protagonistin erzählt und halt darauf hingewiesen, dass in dem
verfallenen Krankenhaus etwas nicht in Ordnung ist. Die subtile
Herangehensweise des Regisseurs, gepaart mit der herrlich
heruntergekommenen Kulisse, verbreitet aber bereits eine ängstliche
Stimmung, bei der man sich angespannt die Frage stellt, was da denn
noch kommen mag. Und dann, nach etwa 45 Minuten kommt dann das, was
man nicht erwartet hat. Ein Horror-Trip startet. Er führt in die
Welt des Vergessens, des Schmerzes und der Einsamkeit. Allerdings
nicht mit oberflächlichen Bildern präsentiert sondern, wie auch
schon beim Stimmungsaufbau, subtil erarbeitet. Das Balagueró nicht
in der Welt des Realen bleibt, ist wurscht. In bester Hideo Nakata
Manier wird ein Wesen erschaffen, das durch sein Leid einen Weg
zurück zu den Lebenden findet. „Fragile – A Ghost Story“
ähnelt „Ring“ sonst aber eher weniger.
Neben der sehr dichten Atmosphäre
gibt es auch ziemlich spannende Szenen und den ein oder anderen
Schockeffekt. Harte Effekte werden nicht zur Verdeutlichung
verschiedener Situationen benutzt, allerdings gibt es reichlich
unappetitliche Einstellungen, die auf ihre eigene Art und Weise auch
recht hart sind. Sicherlich würde sich jede Mutter ein Kissen vor
ihr Gesicht werfen, wenn sie mit ansehen müsste, wie einem kleinen
Mädchen die Knochen gebrochen werden…
Hauptdarstellerin Calista
Flockhart, die bis dato eher in bekannteren TV-Serien auf sich
aufmerksam machte, liefert in „Fragile – A Ghost Story“
eine solide Arbeit ab. Ihre Rolle bleibt stets glaubhaft, auch wenn
sie den ein oder anderen schweren Moment spielen muss.
Es ist schon erstaunlich, dass Jaume
Balagueró schon wieder so einen guten Beitrag zum Horror-Genre
beigetragen hat und trotzdem immer noch nicht so richtig bekannt
geworden ist. Wenn er seinem Stil treu bleibt, dürfte sich das in
den nächsten Jahren wohl ändern. Denn Fans des Horror-Films freuen
sich schließlich immer wieder auf neue, innovative Beiträge zum
Genre.
„Fragile – A Ghost Story“ ist
auf jeden Fall ein Film, den sich Freunde von Grusel-Schockern
angucken sollten. Er braucht sich nicht hinter den populären
Genre-Beiträgen aus Japan und deren amerikanischen Verwurstungen zu
verstecken. |